Full text: Beschäftigungspolitik (72)

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1.12. Steuern und Abgaben auf Arbeit
Die steigende Abgabenbelastung des Produktionsfaktors Arbeit löst Substi-
tutionseffekte aus und schrllnkt damit das Wachstumspotential arbeitsintensi-
ver Branchen ein. Der Produktionsfaktor Arbeit ist in Österreich auch nach der
Steuerreform 1994 (z. B. Einführung der Kommunalabgabe) stark belastet.
Die Sozialversicherungsbeiträge sind in Österreich deutlich höher als im
OECD-Durchschnitt, die Abgabenquote liegt im oberen Mittelfeld, während
die Verbrauchsteuern etwa auf dem internationalen Niveau und die direkten
Steuern deutlich darunter liegen.
Möglichkeiten zur Verringerung der Abgabenbelastung des Faktors Arbeit
bestehen u. a. im Bereich der Kommunalabgabe, des Familienlastenausgleichs
und des Wohnbaullirderungsbeitrags. Diese Abgaben könnten durch andere
Besteuerungsformen ersetzt werden. Umfassende Änderungen der Steuer· und
Abgabenbelastung des Faktors Arbeit bedürfen jedoch gesamteuropäischer
Lösungen.
2. EmpfehluoKeo
2.1. Qualifikation
2.1.1. Qualifikation als Standortfaktor
Für hochentwickelte Industrieländer stellt die Qualifikation der Arbeitskräf-
te einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor dar. Das österreichische Bildungs-
system ist deshalb gefordert, rasch und flexibel auf die wirtschaftlichen und
technischen VerlInderungen zu reagieren. Die OECD weist in ihrer "Jobs Stu-
dy" darauf hin, daß die mangelnde Flexibilität des Bildungssystems ein Faktor
sein kann, der zum Anstieg der Arbeitslosigkeit beiträgt.
Der Qualifikation kommt tUr die Standortattraktivität und tUr die Arbeits-
marktchancen große Bedeutung zu. Eine Erhöhung des Qualifikationsniveaus
stärkt nicht nur die Beschl1ftigungschancen des einzelnen, sondern sie steigert
auch die Wettbewerbsfllhigkeit der Gesamtwirtschaft und die Flexibilität auf
dem Arbeitsmarkt.
2.1.2. Berufliches Weiterbildungssystem
In der vorliegenden Studie steht die berufliche Weiterbildung im Vorder-
grund. In einer sich rasch wandelnden Berufswelt spielt sie eine immer wichti-
gere Rolle. Berufliche Weiterbildung setzt nach der Erstausbildung an und soll
berufs- und lebensbegleitend ständig möglich sein. Sie soll phasenweise mit
der Arbeit verflochten werden, wobei der Zugang derzeit noch weiterbildungs-
ferner Gruppen zu berücksichtigen und die Teilnahme tUr das Unternehmen
handhabbar zu machen ist.
        

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