Full text: Beschäftigungspolitik (72)

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von einer generellen Vorgangsweise Abstand zu nehmen ist. Dies schließt aber
ArheitszeitverkUrzung auf branchen- und betrieblicher Ebene nicht aus. So
kann etwa in bestimmten Fällen ArbeitszeitverkUrzung auf betrieblicher Ebene
in Verbindung mit Arbeitszeitflexibilisierung zur Verhinderung von Arbeits-
platzabbau ("VW-Modell") oder auch Schaffung von zusätzlicher Beschäfti-
gung eine sinnvolle Maßnahme darstellen.
Ein weiterer Ansatzpunkt fllr ArbeitszeitverkUrzung wäre der Abbau re-
gelmlißig geleisteter Überstunden. Wo Überstunden nicht nur zur Abdeckung
fallweiser Arbeitsspitzen, sondern permanent geleistet werden, sollten diese
überstunden aus beschäftigungspolitischer Sicht reduziert und durch entspre-
chende NeueinsteIlungen ersetzt werden, soweit dies auch betriebswirtschaft-
lieh machbar ist.
Neue Varianten zur Verteilung von Arbeit werden im nächsten Kapitel aus-
gefUhrt.
2.2.4. Modelle der Verteilung von Arbeit zur Schaffung von mehr
Beschtifilgung
Der Beirat hat sich vor allem mit zwei konkreten Modellen der "Umver-
teilung" von Arbeit auseinandergesetzt: Job-Rotation - in Form einer vorüber-
gehenden übernahme eines Arbeitsplatzes eines karenzierten Arbeitnehmers
durch einen Arbeitslosen - und Teilzeitarbeit.
Modelle, die auf eine Reduktion der Arbeitszeit bei vermehrter Freizeit des
einzelnen hinauslaufen, können sich auch auf die Motivation, auf Kranken-
stände, auf die Produktivität und letztlich die Lebensarbeitszeit auswirken.
Eventuelle kontraproduktive Effekte wie ein Ansteigen der Schwarzarbeit in
der erworbenen Freizeit wären zu untersuchen und gegebenenfalls Gegenmaß-
nahmen zu ergreifen. Sich daraus ergebende Einsparungen im Bereich der Ar-
beitslosenversicherung könnten durch eine entsprechende Umschichtung fllr
aktive Maßnahmen wie Weiterbildung, Förderung von Beschäftigung u. ä.
oder gegebenenfalls auch fllr Beitragssenkungen verwendet werden.
Der Beirat empfiehlt, die im folgenden beschriebenen Möglichkeiten in
zeitlich begrenzten Modellversuchen und Pilotprojekten verstärkt zu forcieren
und zu erproben und unter Einbindung der Sozialpartner auf ihre Auswirkun-
gen hin zu untersuchen.
2.2.4.1. Job-Rotation-Modelle - Bildungskarenz
Sabbaticals und andere Formen der Jobrotation werden europaweit zuneh-
mend wichtige arbeitsmarktpolitische Instrumente, die die Arbeitsvermittlung
zur Sicherung eines gut funktionierenden Arbeitsmarktes nutzen kann. Dabei
mUssen die BedUrfnisse der Lohnempfänger, der Arbeitslosen und der Arbeit-
geber gleichermaßen berücksichtigt werden.
Als mögliches Modell der Jobrotation steht die maximal einjährige Karenz
fllr anerkannte Ausbildungszwecke ausgenommen Hochschulstudien bei
gleichzeitiger Einstellung eines Langzeitarbeitslosen (Dänisches Modell) zur
        

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