Full text: Beschäftigungspolitik (72)

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- und daß ein breites Spektrum an Wahlmöglichkeiten (von täglicher Ver-
kürzung über wöchentliche oder monatliche bis zu jll.hrlichen Freizeit-
blöcken) individuellen Spielraum bietet.
Der Beirat empfiehlt daher im Sinne einer Beschäftigungssteigerung, den
Zugang zu Teilzeitbeschäftigung unter den genannten Voraussetzungen zu for-
cieren. Die Sozialpartner auf betrieblicher Ebene sind demgemäß aufgefordert,
fUr Arbeitgeber und -nehmer attraktive Teilzeitbeschäftigungsmöglichkeiten
zu schaffen und zu gestalten.
Ebenfalls unter beschäftigungspolitischen Aspekten zu diskutieren sind
Modelle zur Verbindung von Teilzeitarbeit mit Teilleistungen aus Systemen
der Sozialen Sicherheit (z. B. Gleitpension, Eltemteilkarenz). Die in Österreich
bestehende, aber nur wenig beanspruchte Möglichkeit der Gleitpension ist un-
ter Miteinbeziehung des Gesichtspunktes des niedrigen realen Pensionsanfalls-
alters neu zu überdenken.
2.2.5. Arbeitszeit und Beschtiftigung in Industrie und Gewerbe
Der Wunsch nach attraktiveren Formen der Arbeitsorganisation fUr Arbeit-
nehmer und -geber verbunden mit der Notwendigkeit der Standortsicherung
fUhrte bereits bisher häufig dazu, daß zwischen Untemehmensleitung und Be-
triebsräten auf betrieblicher Ebene Vereinbarungen zur Arbeitszeitgestaltung
getroffen wurden, fUr die aber z. T. eine gesetzliche Grundlage fehlte.
Der Beirat begrüßt daher die zwischen den Sozialpartnern vereinbarten ge-
setzlichen Möglichkeiten der Arbeitszeit-Flexibilisierung und empfiehlt, daß
auf KV-Ebene nunmehr rasch Regelungen geschaffen werden, die den beider-
seitigen Flexibilisierungsbedürfnissen Rechnung tragen und einen fairen Inter-
essenausgleich sichern.
2.2.6. BescMftigungseffelae durch Liberalisierung der Laden6ffnung
Mit der Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten, die Hand in Hand mit ei-
ner gesetzlichen Absicherung der Freizeitqualität der Beschäftigten ging, wur-
de eine Regelung geschaffen, die einen Beschäftigungszuwachs im Handel,
vor allem in Form von Teilzeitarbeitsplätzen, ermöglichen sollte.
So hat sich die Zahl der Beschäftigten im Handel im I. Quartal 1997 gegen-
über dem 1. Quartal des Vorjahres um 6.575 (+2,9%) erhöht, womit der nega-
tive Trend gestoppt werden konnte (der Jahresvergleich Jänner 1995-1996
zeigte noch einen Abgang von 0,56%). Als Vorreiter bewegten sich hier insbe-
sondere die größeren Einzelhandelsketten in präferierten Einkaufslagen und
Einkaufszentren. Allerdings entfallen von diesem Zuwachs gut zwei Drittel
(4.447) auf geringfUgig Beschäftigte, die restlichen 2.128 beinhalten Voll- und
Teilzeitbeschäftigte. Bei der Bewertung des Netto-Beschäftigungseffektes
wird deshalb auch auf eventuell auftretende unerwünschte Effekte, wie etwa
eine unfreiwillige Verdrängung in nicht-existenzsichemde Teilzeitjobs, die
Zerstückelung von Vollzeitarbeitsplätzen in geringfUgige Beschäftigungen und
        

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