Full text: Beschäftigungspolitik (72)

Zu den wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur Unterstützung eines mög-
lichst beschäftigungsilirderlichen Einsatzes neuer Kommunikationstechnologi-
en gehören neben der grundlegenden Voraussetzung der Postreform:
- Rahmenbedingungen zur Schaffung einer tlächendeckenden kommuni-
kationstechnischen Infrastruktur: Liberalisierung des Telekom-Marktes
(Wegfall des Leitungsmonopols mit 1.1. 1998), Klärung der Frage der
Regulierungsbehörde als Voraussetzung für Investitionssicherheit, Aus-
bau der Netze, Absenkung der Leitungskosten auf internationales Niveau
- Spezifische Übergangshilfen als Hilfestellung rur kurzfristig auftretende
Beschäftigungsprobleme in den bisher geschützten Bereichen, ähnlich
wie etwa im Bereich der Nahrungs- und Genußmittelindustrie ("AUF-
LEB").
~ Förderung eines beständigen Innovationsklimas zur Entwicklung und
Anwendung neuer kommunikationstechnischer Produkte und Dienste:
Umsetzung der Technologie-Offensive, adäquater Einsatz der Mittel der
"Technologie-Milliarden", Senkung von Innovationsrisiken
- Sicherstellung der Rechtssicherheit rur Anbieter und Nachfrager: Um
Hemmnisse für bereits umsetzbare Anwendungen und Dienste zu besei-
tigen und die Grundlage fUr zukünftige Angebote zu schaffen, ist ein
Höchstmaß an Transparenz und Planungssicherheit erforderlich. Ebenso
bestehen Anpassungserfordernisse bezüglich Daten- und Verbraucher-
schutz. Auch Fragen des Urheberrechts bedürfen eines international ab-
gestimmten Vorgehens.
- Maßnahmen zur entsprechenden Humankapitalausbildung, insbesondere
Vermittlung entsprechender Qualifikationen zur Anwendung neuer
Kommunikationstechnologien in Aus- und Weiterbildung (siehe dazu
unter "Qualifikation")
- Rahmenbedingungen zur sozialen Sicherung als notwendiges stabilitäts-
förderndes Komplement zu wachsenden Flexibilitätsanforderungen.
2.3.3. Beschajtigungspotentiale bei pers6nlichen Dienstleistungen
Aufgrund verschiedener Faktoren ist zu erwarten, daß es zu einer verstärk-
ten Nachfrage nach Freizeitangeboten und persönlichen Dienstleistungen
kommt, wobei zwei Kategorien zu unterscheiden sind: soziale Dienstleistun-
gen (Gesundheit & Pflege) und haushaltsbezogene Dienstleistungen (inkl.
Kinderbetreuung). Das diesbezügliche Beschäftigungspotential ist unbestritten.
Grundproblem ist jedoch, daß das Potential fUr Produktivitätssteigerungen
bei persönlichen Dienstleistungen geringer ist als in anderen Wirtschaftsberei-
chen. Erhöhungen der Arbeitskosten fUhren somit eher als im produzierenden
Sektor zu Preissteigerungen bzw. zu einem erhöhten Subventionsbedarf bei
personenbezogenen Dienstleistungen.
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