Full text: Beschäftigungspolitik (72)

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ger Jahre), fUr die oberen Randjahre wird allerdings ähnlich wie bei den Män-
nem mit einer Anhebung der Erwerbsquoten gerechnet.
Nach Übertragen der geschätzten Erwerbsquoten auf die Bevölkerungspro-
gnose ergibt sich ein Anstieg des Arbeitsangebots der Frauen von derzeit
1,582.300 (1995) auf 1,745.900 im Jahre 2015 und ein leichter Rückgang auf
1,738.000 bis zum Jahr 2020.
Diesen Berechnungen zufolge wird die Zahl der Erwerbspersonen von der-
zeit 3,700.000 auf 3,973.500 bis zum Jahr 2015 ansteigen und danach leicht
auf 3,945.500 bis 2020 sinken. In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre
dürften die dämpfenden Faktoren in der Entwicklung der Erwerbsbeteiligung
noch durchschlagen, so daß die Zahl der Erwerbspersonen zunächst nur
schwach und erst ab 2000 verstärkt steigen wird.
7. Strukturwandel und Beschäftigung im Dienstleistungssektor
Die Beschäftigungsstruktur der hochentwickelten Industrie länder war in
den letzten Jahrzehnten durch beständige Anteilsverschiebungen zugunsten
des Dienstleistungssektors gekennzeichnet. Österreich liegt gegenwärtig noch
hinter den Spitzenreitern in dieser Entwicklung zurUck, so daß manche Beob-
achter große Entwicklungschancen in der Dienstleistungsbeschäftigung orten.
Gleichzeitig allerdings limitieren die Bemühungen zur Begrenzung der Staats-
verschuldung eine weitere rasche Ausdehnung der Beschäftigung im öffentli-
chen Sektor, und auch manche bislang eher geschützte Dienstleistungsbereiche
sehen sich im Zuge von EU-Integration und Ostöffnung mit verschärften Kon-
kurrenzbedingungen konfrontiert. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage
nach dem mittelfristigen Beschäftigungspotential, aber auch der Produktivi-
tätsentwicklung im Dienstleistungssektor der österreichischen Wirtschaft mit
neuer Aktualität.
7.1. ProduktivitAtsentwicklung
Die Arbeitsproduktivität im österreichischen Dienstleistungssektor stieg
zwar während der letzten Jahrzehnte erheblich, dieser Produktivitätsfortschritt
blieb aber hinter jenem in der Sachgüterproduktion zurUck. Die Differenz der
Wachstumsraten verringerte sich in den achtziger Jahren gegenüber den sech-
ziger und frUhen siebziger Jahren, da die Verlangsamung des Produktivitäts-
fortschritts in der Sachgüterproduktion ausgeprägter war als im Dienstlei-
stungssektor .
Die Zunahme der Arbeitsproduktivität ist in den einzelnen Bereichen des
Dienstleistungssektors stark unterschiedlich. Baumol differenziert je nach tat-
sächlichem oder potentiellem Verlauf des Produktivitätstrends drei Kategorien
der Dienstleistungen, wobei er insbesondere auf die Möglichkeiten der Stan-
dardisierung und der Anwendung technischer Verfahrensinnovationen abstellt:
"Progressive" Dienstleistungen: Hier ist direkter Kontakt zwischen Pro-
duzenten und Konsumenten kaum erforderlich. Standardisierung und im
        

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