Volltext: Beschäftigungspolitik (72)

1.2. Zur Situation von Schule und Erstaullblldung
rufsbegleitenden Weiterbildung. Beide Bereiche sollten ihre BildungsauftriJge
aufeinander abstimmen. so daß schulisches Lernen und Lernen in der berufli-
chen Weiterbildung in der Weise miteinander inhaltlich" verzahnt" werden.
daß sich schulisches Lernen auch als tritt/este Grundlage ftJr die lebensbeglei-
tende Weiterbildung erweist und die berufliche Weiterbildung unmittelbar an
schulisch erworbene Kenntnisse und FiJhigkeiten anzukntlpfen vermag. Tatsa-
che ist jedoch, daß eine dementsprechende Abstimmung nach wie vor in vie-
lerlei Hinsicht ausbau- und verbesserungswürdig ist und die Diskussion um
eine komplementäre Aufgabenteilung dieser boiden Bereiche allenfalls an-
satzweise weitergeführt wurde, so daß entsprechende Maßnahmen noch immer
nicht gesetzt werden konnten.
In diesem Zusammenhang ist ferner anzumerken, daß nicht zuletzt motiva-
tionale Faktoren eine notwendige Voraussetzung für die Inanspruchnahme von
Weiterbildungsangeboten bilden. Dabei muß die AufgabensteIlung des Bil-
dungswesens auch darauf abzielen, die später im Erwerbsleben stehenden
Menschen zu eigenverantwortlichem und selbstgesteuertem Lernen zu beftihi-
gen. Demgegenüber besteht derzeit nach wie vor der Eindruck, daß im Zuge
der schulischen Sozialisation derartige Faktoren noch immer nicht im zufrie-
denstellenden Umfang gefördert werden.
Zielsetzung der Beiratsstudie "QualifIkation 2000" war u. a. die Erarbei-
tung von Lösungsansätzen und Vorschlägen für politische Reformen, die so-
wohl auf die Bildungs- als auch auf die Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik
abzielten. Einige Vorschläge und Forderungen waren impulsgebend fUr wich-
tige Reformen in der Regierungsperiode 1990/1994, wie z. B. die Gründung
von Fachhochschulen, andere haben, wie z. B. die Reform des Polytechni-
schen Lehrganges, die Diskussion eingeleitet.
- Hinsichtlich der die schulische Ausbildung betreffenden Lehrinhalte und
-formen machen die Beiratsstudien eine "moderne Berufsausbildung"
u. a. von der Vermittlung von Sch/tlsselqualijikationen abhängig. Als
Beiträge dazu können folgende Erweiterungen bei Lehrinhalten und
-formen der letzten Jahre gewertet werden:
Die Einführung und Anwendung von Informationstechnologien und
anderen neuen Technologien sowie die Förderung der sprachlichen
und fremdsprachlichen Kompetenzen im Unterricht (z. B. Schulver-
suche mit der lebenden Fremdsprache ab der I. Schulstufe und mit
bilingualen Schulformen, Einfllhrung der Pflichtgegenstände "berufs-
bezogene Fremdsprache" und "Deutsch und Kommunikation" durch
eine Novelle des Schulorganisationsgesetzes in den Berufsschullehr-
plänen).
- Durch die Einführung von schulautonomen Bestimmungen werden
sukzessive alle Lehrpläne reformiert. Namentlich im Bereich des be-
rufsbildenden Sekundarschulwesens hat man begonnen, die Lehrplä-
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