Full text: Beschäftigungspolitik (72)

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2.4.2. Zugang zu postsekundaren Ausbildungen
Für den Erwerb der allgemeinen Studienberechtigung gibt es grundsätzlich
drei Möglichkeiten: Neben den 5jährigen Schulen fllr Berufstätige (AHS,
BHS) werden im Bereich der BHS Autbaulehrgänge bzw. im AHS-Bereich
Aufbaugymnasien und Autbaurealgymnasien angeboten. Diese Bildungsgänge
sind Teile des öffentlichen Schulsystems.
Für jede Schultype, die es im Regelschulwesen gibt, kann die ReifeprUfung
auch als ExternistenprUfung abgelegt werden.
Auch StudienberechtigungsprUfungen eröffnen Zugänge zu postsekundären
Ausbildungen: die universitäre StudienberechtigungsprUfung (vier TeilprUfun-
gen können an den öffentlich geförderten Erwachsenenbildungseinrichtungen
oder den WIFI-Fachakademien, der fllnfte Teil an der Universität selbst abge-
legt werden) ermöglicht den fachlich eingeschränkten Zugang zu einer Studi~
enrichtung, die StudienberechtigungsprUfungen nach dem SchOG den Zugang
zu KolIegs und Akademien. Der Zugang zu den Fachhochschulen kann über
die universitäre StudienberechtigungsprUfung oder je nach individueller Fest-
legung fllr den einzelnen FH-Studiengang unter BerUcksichtigung der Berufs-
ausbildung und der damit verbundenen QualifIkationen (Lehrabschluß) er-
reicht werden.
Die bestehenden Möglichkeiten im zweiten Bildungsweg halten sich oft-
mals noch an traditionelle schulische Lernformen und sind regional auf die
Ballungszentren konzentriert.
Im Zusammenhang mit dem Autbau eines umfassenden Weiterbildungssy-
stems wird auch die Rolle der Schulen fllr Berufstätige neu zu positionieren
sein. Dies gilt auch fllr alle Formen der Erlangung der Studienberechtigung.
2.4.3. Berufsreifeprüfung
Unbestritten ist, daß berufliche Bildung in unserer Gesellschaft einen höhe-
ren Stellenwert als bisher erhalten sollte. Beruflichen Bildungsgängen (das
trifft sowohl auf die Aus- als auch auf die Weiterbildung zu) wird allgemein
noch immer nicht jene Bedeutung beigemessen, die sie tatsächlich fllr den Le-
bensweg des einzelnen besitzen.
In den beiden letzten Jahren fand zwischen den zuständigen Ministerien
(BMUkA, BMWFK) in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern eine intensive
Diskussion statt, die zu einer grundsätzlichen Einigung über die Etablierung
einer "BerufsreifeprUfung" in Österreich geftlhrt hat. Derzeit wird die konkrete
Umsetzung dieses Konzeptes verhandelt. Die "BerufsreifeprUfung" soll fllr
Personen ohne Matura (z. B. abgeschlossene Berufsausbildung bzw. berufsbil-
dende mittlere Schule) den allgemeinen Hochschulzugang eröffnen.
Dabei können die Qualifikationsnachweise über die als notwendig festge-
legten Fächer an den verschiedensten Bildungseinrichtungen in modulartiger
Weise erbracht werden. Bereits in anderen Bildungsgängen (z. B. Werkmei-
sterschulen, MeisterprUfungen) absolvierte Inhalte sollen angerechnet werden.
        

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