Full text: Berufstätige, Beschäftigte und Arbeitslose in der Agglomeration Wien (69)

Vorwort
Die internationale Beschäftigungskrise setzt Herausforderungen besonderer Art auch
in Wien. Mit fast 70.000 arbeitslosen Personen zu Beginn des Jahres 1998 hat die
offiziell ausgewiesene Arbeitslosigkeit einen neuen Höchststand erreicht. Diese
drastische Zunahme markiert jedoch noch nicht den Endpunkt: Seit über zehn
Jahren hat sich die Arbeitslosigkeit in Wien in mehreren Schüben erhöht, ohne daß
in Zeiten besserer Konjunktur ein Abbau der Arbeitslosigkeit erreicht wurde.
Alarmierend ist jedoch nicht allein das Ausmaß der Arbeitslosigkeit. Auch ihre
veränderte Struktur nimmt immer bedrohlichere Züge an: Das Risiko, arbeitslos zu
werden, hat sich in allen sozialen Schichten, Berufs- und Altersgruppen deutlich
erhöht. Angesichts der Arbeitsmarktsituation in Wien ist eine entschlossenere
Hinwendung zu Bemühungen um einschneidende und anhaltende Verbesserungen
der Beschäftigungslage eine der dringlichsten wirtschaftspolitischen
Herausforderungen für das nächste Jahrzehnt. Dabei zeigt sich allerdings, daß es
angesichts der Verfestigung des Arbeitslosigkeitsproblems, seiner verschiedenen
Wurzeln und gruppenspezifischen Auswirkungen sowie der neuen und ungewissen
weltwirtschaftlichen Tendenzen keine einfachen und erprobten Rezepte zur
Überwindung oder Milderung der Arbeitslosigkeit geben kann.
Dieser Materialband ist die gekürzte Version einer von der Kommunalpolitischen
Abteilung der AK Wien in Auftrag gegebenen Studie „Arbeitsmarktbilanz für die
Agglomeration Wien" von Heinz Fassmann-Ursula Reeger und Ulrike Schermann-
Richter. Der Materialienband wurde jedoch durch umfangreiche statischen Tabellen
und Abbildungen ergänzt, die es ermöglichen sollen, sich rasch und umfassend
einen guten Überblick über die Arbeitsmarktlage in der Agglomeration Wien zu
verschaffen.
Josef Schmee
        

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