Full text: Die Rolle von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion - institutionelle Voraussetzungen für eine europäische Wirtschaftspolitik (74)

VORWORT
Dem Arbeitskreis für ökonomische und soziologische Studien gehören Vertreter der
Wirtschaftskammer Österreich, der Bundesarbeitskammer, des Österreichischen
Gewerkschaftsbundes und der Vereinigung Österreichischer Industrieller an. Ziel des
Arbeitskreises ist die Durchführung wissenschaftlicher Untersuchungen zu Fragen,
denen eine längerfristige Bedeutung für Österreichs Wirtschaft beizumessen ist und
welche die Aufgabenstellungen der genannten Organisationen berühren.
Hintergrund
Im Zuge der EU-Integration verlieren einige wirtschaftspolitische Instrumente der na¬
tionalen Regierungen zunehmend ihre Wirksamkeit, andere stehen überhaupt nicht
mehr zur Verfügung. Gleichzeitig jedoch eröffnen sich auf europäischer Ebene neue
Handlungsspielräume und Chancen für wirtschaftspolitische Koordination. Insbeson¬
dere unter den Bedingungen der Wirtschafts- und Währungsunion gilt es, diese stär¬
ker als bisher auszunützen.
Der Arbeitskreis faßte den Beschluß, zu Themen, die vor diesem Hintergrund in den
nächsten Jahren besondere politische Relevanz haben werden, eine wissenschaftli¬
che Tagung ,Institutionelle Voraussetzungen für eine europäische Wirtschaftspolitik'
abzuhalten. Diese fand am 4. und 5. September 1998 in den Räumlichkeiten der
Wirtschaftskammer Österreich in Wien statt.
Themen der wissenschaftlichen Tagung .Institutionelle Voraussetzungen für
eine europäische Wirtschaftspolitik'
Namhafte Ökonomen, Sozial- und Politikwissenschafter aus dem EU-Raum analy¬
sierten die Stärken und Schwächen des europäischen Wirtschafts- und Wohlfahrts¬
modells im globalen Wettbewerb:
Welche Anpassungen und Weiterentwicklungen des Modells sind im Hinblick auf die
ErhaltungA/erbesserung der Wettbewerbsfähigkeit notwendig?
In welchen wirtschaftspolitischen Feldern besteht Handlungsbedarf auf europäischer
Ebene? Besteht ein gesamteuropäisches Steuerungserfordernis im Bereich des Ar¬
beitsmarktes?
Einen zweiten Schwerpunkt bildeten die institutionellen Voraussetzungen derartiger
politischer Strategien und Maßnahmen auf europäischer Ebene und die Rolle der
Sozialpartnerverbände im europäischen Entscheidungsprozeß:
Wie ist es um die Organisationsfähigkeit der nationalen und europäischen Verbände
der Unternehmer und Arbeitnehmer bestellt? Wie sehen die Interessen der Verbände
bezüglich der Gestaltung europäischer Arbeitsbeziehungen aus? Welche Mechanis¬
men der europaweiten Koordinierung im Arbeitsmarktbereich existieren bereits, wel¬
che Szenarien der Weiterentwicklung erscheinen realisierbar?
Welche Funktionen könnten/sollten den europäischen Arbeitgeber- und Arbeitneh¬
merverbänden hinsichtlich der Erstellung von Rahmenbedingungen auf den europäi¬
schen Arbeitsmärkten zukommen? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen
diesen Rahmenbedingungen und anderen wirtschafts- und sozialpolitischen Hand¬
lungsfeldern? Welche Rolle könnten/sollten die Verbände in der makroökonomischen
Politik auf EU-Ebene spielen?
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.