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Organ der Gewerkschaftskommlsslon
Deutsch�sterretchsfQrdlefrelgewerk-
�cha'tlich organisierten Betriebsrat*
und Verttauensm�nner und fQr dl�
Beisitzer der ElnlgungsSmter tmd
M�"'�'� Gewerbegerichte �h�hh
Mitteilungsblatt der Kammern (Sr
wirtui Arbeiter und Angestellte �mm
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Erscheint jeden zweite� Dienstag
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.. Jahrgang
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Wien, 30. August 1021
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Herausgeber: Anton Hueber  Sthrifl
taitung: Eduard Straas �> Adresse
Wien I. Ebendorfsrstra�e 7 Tel�
phon 13124 � Postsparkassa 170.351
Administration und Expedition: Wleni)
EbendorferstraBe 7 m Bezugspreis!
jahrlicb 120 Kronen, hslbj�hrfitl
70 Kronen. Einzelnummer 6 Kronen
Erscheint jeden zweiten Blenstag
Nummer 12
Inhalt: Zahlen lehren � Produktionstechnische Grundlagen einer deutsch�sterreichischen Planwirtschaft � Volks�
Wirtschaft: Bilanzfibel f�r Betriebsr�te (III) � Eine kritische Studie �ber Gegenwart und Vergangenheit � Sozial-*
Politik: Akkordlohnsystem und Jugendliche � Unternehmerpresse und Gewerbeinspektionsgesetz � Technik und
W irt&chaft: Das Taylor-System (VII) � Arbeiterrecht: Zweite Ausnahmsverordnung zum Achtstundentaggesetz
� Zur �Berechnung des Dienstjahres im Arbeiteruriaubsgesetz � Arbeiterkammern: Eine Instruktorenschule f�r
Betriebsr�te � Bildung und Erziehung: Zweite Betriebsr�telehrerschule in der Tschechoslowakei � Ein deutscher
akademischer Gewerkschaftskursus.
Zahlen lehren
Die Reichsgewerkschaftskommission Deutsch�
�sterreichs hat vor wenigen Tagen einen umfang�
reichen Bericht �ber den Stand und die augenblick�
liche Entwicklung der ihr angeschlossenen Gewerk�
schaftsorganisationen vorgelegt. Von neuerlichen ge�
waltigen Erfolgen und weiterer Kr�ftigung der Or�
ganisationen wird berichtet. Was immer an Arbeits�
kr�ften in der Industrie t�tig ist, wurde von den Ge�
werkschaften organisch erfa�t. Der Proze� des Auf�
saugens ist nahezu bis zur Vollendung gediehen. Dar�
�ber hinaus sind weitere Schichten des Proletariats,
die nicht mehr in das Gebiet der industriellen T�tig�
keit fallen, zur gro�en Armee der Organisierten ge�
sto�en. Die Angestellten der verschiedensten Berufe
haben den Weg zum Anschlu� an die Gesamtheit zum
gr��ten Teil gefunden. Alle, die da wirken und
schaffen, ob mit Hand oder Hirn, sie bilden heute in
�sterreich die gro�e Gemeinde der Gleichgesinnten
und Kampfbereiten.
Mit Stolz, Genugtuung und Zuversicht mu� es
alle erf�llen, welche ihr bescheiden Teil an dem Er�
reichten beigetragen haben. Den Vertrauensm�nnern
In den Gewerkschaften, gleichviel auf welchem Posten
immer sie stehen m�gen, sind die Erfolge zu danken.
Auch die Betriebsr�te k�nnen behaupten, es ist nicht
minder ihr Werk, auch sie haben mitgeholfen, das
gro�e Geb�ude aufzurichten. Die Erfolge sind f�rwahr
dem Bienenflei� und der Werbekraft der bereits seit
langem �berzeugten Anh�nger der Gewerkschaften
zu danken. Einsicht und Erkenntnis der f�rchterlichen
Abh�ngigkeit des einzelnen Proletariers von den wirt�
schaftlichen Verh�ltnissen und gesellschaftlichen Zu�
st�nden hat freilich die Notwendigkeit strammen Zu�
sammenschlusses auch dem Gleichg�ltigsten aufge�
dr�ngt. Die schreckliche Not des Tages und die Un�
m�glichkeit, als einzelner Mensch dagegen anzu�
k�mpfen und sich selbst zu helfen, hat die heutige
Gr��e der �sterreichischen Gewerkschaftsbewegung
gebracht. 900.820 Mitglieder sind zu Ende des ver�
flossenen Jahres in den Gewerkschaften als Mit�
glieder gez�hlt worden, eine Zahl von wahrhaft
riesiger Gr��e, besonders im Hinblick auf die be�
scheidene Bev�lkerungszahl der Renuhlik.
Ohne auf die Einzelheiten der Darlegungen im
genannten Bericht der Reichsgewerkschaftskommis-
sion, wie sie in Nummer 34 der Zeitschrift �Die Ge�
werkschaft" enthalten sind, im Augenblick n�her ein�
zugehen, denn die gr�ndliche kritische Besprechung
Jener tabellarischen Darstellungen bleibt dem �Be�
triebsrat" noch vorbehalten, sei schon jetzt hervor�
gehoben, das Anwachsen der Mitgliederst�nde in den
Gewerkschaften allein, also die �u�erliche, zahlen�
m��ige Machtentfaltung, so gewaltig dieses Bild auch
erscheint, ist noch nicht der Ausdruck der St�rke der
Gewerkschaften. Angesichts der vorliegenden Zahlen
�ber den Mitgliederstand in den Gewerkschaften kann
wohl behauptet werden, diesem Zusammenballen der
Kr�fte der Arbeiter und Angestellten zu einheitlichem
Willen ist nichts �hnliches gegen�berzustellen. Die
Unternehmer, die Kapitalisten aller Art, die b�rger�
liche Klasse m�gen erkennen, wie ihnen hier ein Boll�
werk aufgerichtet ist, das sie nicht zu �berwinden
verm�gen. Hier ruht der st�rkste Tr�ger f�r den Auf�
bau einer anderen Wirtschaftsordnung. Im Befreiungs�
kampf des Proletariats werden diese Massen di�
gr��te und ausschlaggebendste Rolle spielen.
Die bedeutende wirtschaftliche Macht und def
gro�e Einflu�kreis der Gewerkschaften kommt daher
aus den trockenen Zahlenreihen im au�erordentlichen
Ma� zur Geltung. Die unaufhaltsam wachsende Be�
dr�ngnis und die zunehmende Not haben die wirt�
schaftlichen K�mpfe der Arbeiterschaft mehr denn ja
in den Vordergrund der T�tigkeit der Gewerkschaften
gebracht. K�mpfe und St�rme um die Erhaltung und
Kr�ftigung der wirtschaftlichen Stellung der Arbeiter�
schaft haben die Gewerkschaften in atemloser Span�
nung gehalten. Lohnk�mpfe auf Lohnk�mpfe folgten
einander. In vielen von ihnen kommt der Klassen�
kampf zum sch�rfsten Ausdruck. Die abgeschlossenen
Lohnvertr�ge haben den Arbeitern und Angestellten
wirtschaftliche Besserstellung eingetragen, kommen
aber freilich nicht immer in erhofftem, erw�nschtem
und notwendigem Ausma� zur Geltung. Immerhin
waren es nicht erfolglose Versuche, der Teuerung ent�
gegenzutreten. Diese Absicht konnte in der erreichten
Form nur durch gemeinsame Abmachungen �ber Ar-
beits- und Lohnbedingungen erzielt werden. Sollten
etwa einzelne Arbeiter oder Angestellte oder sogai
kleine GruDDen von ihnen der Meinung sein, durcl
        

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