Full text: Der Betriebsrat - 1922 Heft 06 (06)

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tfittailungsblatt der Kammern für
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Erscheint jedes zweiten Dienstag
2.Jahrgang Wien, 6. Juni 1922
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Herausgeber: Anton Kiieb*r <* Schrift-
ieitung: Ed. Straas und Br.l. Hznnak
Adresse: Wien I, EöendmtostraBe 7
Telephon 15124 Postspsrkassf
170.355 «i Mmmistrattoa und Expa-
ditien: Wien I, Efcendorfsrstraßa 1
Brüugsprels: halbjährlich ICyQKronss
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erscheint jedan zweiten Dienstag
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Mitteilung dar Verwaltung &*•» V»
Das Abonnement au! den „Betriebsrat" kann Jeder¬
zeit. auch während des laufenden Jahrganges, entgegen¬
genommen werden. Neueintretende Abonnenten erhalten
' sämtliche bisher erschienenen Nummern nachgeschickt.
Wir fordern alle Betriebsräte auf, für ihr Blatt eine lebhafte
Werbeaktion einzuleiten, damit uns ermöglicht wird, durch
.Vermehruni: der Auflagenziffer die Mittel zu einer Aus¬
gestaltung und Fortführung des Blattes auf dem bisherigen
hohen geistigen Niveau zu erlangen. Jeder neue Abonnent
bedeutet einen Gewinn auch für die bisherigen
Leser des Blattes, denen ledes materielle Er¬
trägnis des Blattes durch dessen weiteren
geistigen Ausbau zugute kommt.
Gleichzeitig teilen wir mit, daß vom ersten Jahrgang
eine Anzahl broschierter und gebundener Exemplare vor¬
rätig ist. Preis des broschierten Exemplars 1600 K, des
"gebundenen Exemplars 2500 K.
Inhalt w» «** W» MMM to-1 b>1MV3 tot V«
Das Arsenal als gemeinwirt-iWilhelm Ellenbogen:
schaftlicher Betrieb.
Karl Renner: Proletarische Geldwirtschaft
Viktor Stein: Der erste offene Angriff gegen die Betriebs¬
räteverfassung.
Volkswirtschaft. Otto Leichter: Wirtschaftliche Rund¬
schau.
Gewerkschaftliches. Otto Bach (Berlin): Achtstundentag
und Arbeitsleistung.
Technik und Wirtschaft Alois B e r g e r (Knittelfeld): Das
Taylor-System (XXIV).
BetrlebsrätUch8 Praxis. Hugo Dag: Die Anwendung des
Punktierungssystems beim Personalabbau.
Arbeiterrecht J. Freundlich: Dienstzeit und Urlaubs¬
anspruch der Angestellten. — Rudolf Feldmann:
Wählerlisten und Betriebsratswahl. — Richard
- Fränkel: Die Kündigungsfrist ist in die zehnmonatige
Dienstzeit einzurechnen. — Die Gesetzesausgabe der
Wiener Arbeiterkammer.
Bildung und Erziehung. Fritz Brilgel: Ein unbrauchbares
Handbuch für Leser.
Ärbelterkammern: Förderung des Arbeitsrechtes durch die
Wiener Arbeiterkammer. — Die Antialkoholaktion der
Arbeiterkammer.
Biicherschau. J. Hannak: Soziahvissenschaitliche
Literatur. — Eingelaufene Bücher,
Obs Arsenal als gememsrtschafilichg!
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Keine Gelegenheit lassen die österreichischen
Industriellen vorübergehen, ohne gegen die gemein-
wirtschaftlichen Betriebe, darunter vor allem das
Arsenal, das ihnen am meisten verhaßt ist, eines der
Vergehen zu verüben, die in dem neu zu schaffenden
Gesetz über den unlauteren Wettbewerb mit schwerer
Strafe bis zu einem Jahr oder einer Geldbuße bis zu
einer Million Kronen bedroht werden. Sie verbreiten
lügenhafte Mitteilungen über die angebliche Mißwirt¬
schaft in diesen Unternehmungen, alle bürgerlichen
Zeitungen füllen sie vorurteilslos mit ihren
Verleumdernachrichten, Abgeordnete stellen sich in
freiwilliger Selbstentmannung den hochmögenden
Industriemagnaten bei ihrer destruktiven (zerstören¬
den), den Staat schädigenden Tätigkeit zur Ver¬
fügung, und es verschlägt diesen Herren, die sich
gern Industrie„barone" nennen lassen und sich feudale
Manieren zuzulegen pflegen, durchaus nichts, ge¬
legentlich auch ganz unkavaliermäßige, das heißt un¬
ehrenhafte Mittel in diesem Kampf anzuwenden, wie
zum Beispiel Denunziantcndienste für die Repara¬
tionskommission zu leisten.
Dieser Haß ist erklärlich und erfüllt uns mit
großer Genugtuung, denn er beweist, daß unser
zähes und unbeirrbares Fortschreiten auf dem Gebiet
der Gemeinwirtschaft ein Schuß ins Schwarze Ist.
daß wir damit den Kapitalismus an seiner verwund¬
barsten Stelle treffen, nämlich dort, wo wir ihn als
überflüssig erweisen. Alle Verwünschungen
über seine Unvernünftigkeit, über die Anarchie seiner
Produktion, über das Massenelend, das er erzeugt,
über den Fiuch, den er über die Menschheit mit dem
Massenmord des Krieges bringt, alle Anklagen von
durch die Maschine verkrüppelten Arbeitern, von an
Tuberkulose hinsterbenden Frauen und Kindern lassen
ihn kühl bis ans Herz hinan, denn mit Moral baut man
bekanntlich keine Eisenbahnen und keine Industrie¬
königreiche. Aber zeigt ihr, daß man auch ohne
Privatprofit produzieren kann, dann rührt ihr an
sein Heiligstes, dann ist die göttliche Weltordnung in
Gefahr, da werden die Herren Kapitalisten rasend,
verlieren ihre Contenance (Selbstbeherrschung), ver¬
gessen ihre gute Erziehung und steigen zu den
schmutzigsten und verächtlichsten, zu den plebeji¬
schesten Kampfmethoden herab.
Zu diesen Methoden gehört unter anderem auch,
daß man systematisch und allen wiederholten Richtig¬
stellungen zum Trotz die gemeinwirtschaftiichea
        

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