Full text: Der Betriebsrat - 1922 Heft 09 (09)

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genossen Radek oder durch Otto Bauer (Der Baikau¬
krieg und die deutsche Weltpolitik, Verlag Vorwärts,
Berlin 1912, 52 Seiten), Karl Renner („Kampf", Jänner
1915) und andere, von Hilferdings Meisterwerk, dem
Schlußabschnitt seines „Finanzkapitals" (Zur Wirtschafts¬
politik des Finanzkapitals) gar nicht zu reden, aus ganz
anderem Holz geschnitzt.
Ein Spezialproblem der imperialistischen Epoche be¬
handelt Professor Robert L i e f m a n n in dem bekannten,
soeben in fünfter erweiterter und verbesserter Auflage er¬
schienenen Werk „Kartelle und Trusts und die Weiter¬
bildung der volkswirtschaftlichen Organisation" (Verlag
Ernst Heinrich Moritz, Stuttgart 1922, 311 Seiten, 40 Mk.).
Wenn auch der Verfasser kein sozialistischer Parteimann
ist, sondern auf dem Boden der bürgerlichen Weltauffassung
fußt, kann sein Buch dennoch auch in den Reihen der Be¬
triebsräte mit Gewinn gelesen werden, 'tveil es, ohne ein¬
gehendere volkswirtschaftliche Kenntnisse vorauszusetzen,
lehrreiche Einblicke in das Wesen und Werden der Kartelle
and Trusts gewährt, auf deren wachsende Bedeutung ia
auch in diesem Blatte erst kürzlich von Benedikt
K a u t s k y in einem lungeren Aufsatz hingewiesen worden
Ist. (..Betriebsrat", 2. Jahrgang, Nr. 5, Seite 73 f.)
Ein anderes, gerade in unseren Tagen wieder höchst
Aktuelles Problem ist das Gebiet der Steuern. In ihrem
Sammelwerk „Ausgewählte Lesestiicke zum Studium der
politischen Ökonomie" widmen denn auch Karl Diehl und
Paul M o m b e r t den kürzlich erschienenen Band XIII den
„Grundsätzen der Besteuerung" (G. Braunscher Verlag,
Karlsruhe, 208 Seiten, 40 Mk.). Das Büchlein stellt sich zur
Aufgabe, zu zeigen, wie sich geschichtlich die wichtigsten
steuerrechtlichen Prinzipien herausgebildet haben. Zunächst
werden die älteren steuerrechtlichen Anschauungen des
38. Jahrhundert expliziert, dann folgen die Lehren der
klassischen Nationalökonomie, vorgetragen von deren be¬
rufensten Vertretern Ricardo und John Stuart Mi II,
die wieder abgelöst werden von den sozialkonservativen
Anschauungen eines Adolf Wagner — über dessen Ver¬
hältnis zum Sozialismus übrigens eine aus bürgerlicher
Feder stammende Schrift (Walter Schneider: Adolf
Wagners Beziehungen zum Sozialismus, Verlag Hubert
Moerke, Neubrandenburg 1921, 111 Seiten, 18 Mk.) bei uns
eingelaufen ist — und schließlich gipfeln in dem vortreff¬
lichen Referat, .das der verstorbene deutsche Genosse
Emanuel Wurm 1913 auf dem Jenaer Parteitag der
deutschen sozialdemokratischen Partei erstattet hat. Die
bunte Fülle historisch und politisch wechselnder Betrach¬
tungsweise gibt dem Büchlein Lebendigkeit und Farbe, so
tlaß es geeignet ist, ein anregender Wegweiser in diesem
komplizierten Problem zu werden.
Eine fast noch aktuellere Frage hat sich Alfred
Braunthal in seiner Broschüre „Geld und Valuta"
«Verlag Gewerkschaftskartell, Leipzig 1922, 55 Seiten,
4 Mk.) zum Vorwurf gewählt. Schon der Titel der Bro¬
schüre sagt alles. In gründlicher Untersuchung werden die
Probleme der inneren und äußeren Geldentu ertung, das
Währungsproblem einerseits und das Valutaproblem ander¬
seits zergliedert. Jedes der beiden Teilgebiete zerfällt
wieder in Unterkapitel, deren Aufzählung die Reichhaltig¬
keit des Buches am besten zu illustrieren vermag. (I. Das
Währungsprob 1 em: 1. Die Entstehung des Geldes;
2. Der Geldwert; 3. Scheidemünze und Banknote; 4. Die
Papiergeldwährung; 5. Die Ursachen der Geldentwertung;
6. Wirkungen der Geldentwertung; 7. Der Steuerkampf..
II. Das Va 1 u t ap r ob 1 e in: 1. Der internationale
Zahlungsverkehr; 2. Die Ursachen der heutigen Valuta¬
differenzen-; 3. Wirkungen der Valutadifferenzen; 4. Der
Heilungsprozeß.)
Zum Abschluß der heutigen Betrachtung sei auf das
im Verlag Reimar Mobbing, Berlin, herausgekommene
„Jahrbuch der Berufsverbände" (127 Seiten, 160 Mk.), be¬
sonders aufmerksam gemacht. In diesem hochwichtigen,
vom Reichsamt für Arbeitsvermittlung bearbeiteten Material
ist die Entwicklung aller Berufsverbände sowohl der Unter¬
nehmer als auch der Arbeiter und Angestellten bis in die
allerjiingste Zeit verfolgt. Die überwältigende Menge
statistischer Daten, das Adressenverzeichnis- und Register
der Verbandspresse machen die Veröffentlichung auch für
den österreichischen Gewerkschaftspraktiker zu einem
wertvollen Hand- und Nachschlagebuch. Wir werden uns
mit dem ausgezeichneten Werk in nächster Zeit noch, aus¬
führlicher beschäftigen. j. h.
Eingelaufene Bücher
Eberhard Buchner: Im Zeichen der roten Fahne,
Revolutionsdokumente, I. Band (Deutsche Verlagsgesell«
schaft für Politik und Geschichte, Berlin 1921, 400 Seiten,
14 Mk.).
Karl Dieh 1—Paul Mombert: Ausgewählte Lesestiicke
zum Studium der politischen Ökonomie (Band 13: Grund¬
sätze der Besteuerung, 208 Seiten, 40 Mk.; Band 14:
Sozialpolitik, 192 Seiten, 40 Mk.; Verlag G. Braun,
Karlsruhe 1922).
Alpha Omega: Die Feiertage der Christen und Juden
(„Arbeiterwille", Graz 1922, 120 Seiten, 1300 K).
G. Ssemjonow (Wassiliew): Die Partei der Sozial¬
revolutionäre in den Jahren 1917—1918 (Verlag Karl
Hoym, Hamburg 1922, 85 Seiten, 3 Mk.).
A. Losowsky: Die russischen Gewerkschaften unter den
neuen Verhältnissen (Verlag der Roten Gewerkschafts-*
internationale „Phöbus-Verlag", Berlin 1922, 34 Seiten,
8 Mk.).
Die Rote Gewerkschaftsinternationale, Nr. 3 (14), März
1922 (Phöbus-Verlag, Berlin).
Emil Leder er: Grundziige der ökonomischen Theorie
(I. C. B. Mohr, Tübingen 1922, 184 Seiten, 75 Mlc., ge¬
bunden 105 Mk.).
I. Ward in: Die Partei der Menschewiki in der russischen
Revolution (Verlag Karl Hoym, Hamburg 1922, 60 Seiten).
Franpesco Nitti: Das friedlose Europa (Sozielätsdruckerei.,
Frankfurt am Main 1922, 283 Seiten, Broschiert 45 Mk.,
gebunden 58 Mk.).
Walter Kaskel: Rechtsfälle aus dem Arbeitsrecht zum
Gebrauch bei Übungen (Verlag Julius Springer, Berlin
1922, 50 Seiten, 18 Mk.).
H. See holzer: Raymond Poincare (Artistisches Institut
Orell FüSli, Zürich 1922, 66 Seiten, 25 Mk.).
N. Lenin: Der Imperialismus als jüngste Etappe des
Kapitalismus (Verlag Karl Hoym, Hamburg 1921,
136 Seiten, 4 Mk.).
Hugo Sinzheimer: Die Fortbildung des Arbeitsrechts
(Allgemeiner freier Angestelltenbund, Berlin 1922,
20 Seiten, 8 Mk.).
Internationales Aktionsprogramm der Sozialist. Partei
Argentiniens (Partido Socialista, Buenos Aires 1921,
16 Seiten).
A. Losowsky — H. Brandler: Der Kampf der Kom«
munisten in den Gewerkschaften. (Verlag der Roten Ge-<.
werkschaftsinternationale. Berlin 1922. 36 Seiten. 4 Mk.)]
Protokoll vom I. Gewerkschaftskongreß des Allgemeinen
freien Angestelltenbundes in Düsseldorf. (Verlag „Afa".
Berlin 1922. 136 Seiten. 25 Mk.)
25. Bericht über die Geschäftslage in der Textilindustrie.
(Verlag des Deutschen Textilarbeiterverbandes. Berlin,
Juni 1922. 75 Seiten.)
Bericht des Bundesvorstandes an den Kongreß in Leipzig
1922. (Verlag des A. D. G. B„ Berlin 1922. 207 Seiten.),'
Karl Kautsky: Mein Verhältnis zur U. S. P. (Verlag
Tony Bre(tscheid. Berlin 1922. 20 Seiten. 3 Mk.)
Robert Danneberg: Der Vertrauensmann. (Vierte um*
gearbeitete Auflage. Volksbuchhandlung. Wien 1922.
96 Seiten. 400 Kr.)
Friedrich Weiß: Sozialisierung, Wege und Ziele. Ein Lehr->
buch für Arbeiterschulen. (Volksbuchhandlung. Wien 1922.
95 Seiten. 400 Kr.) „
Siegmund Kaff: Die wirtschaftspolitische Gesetzgebung
Österreichs. (Volksbuchhandlung. Wien 1922. 104 Seiten.
1000 Kr.)
Julius Braunthal: Vom Kommunismus zum Imperia¬
lismus, Bilder aus . dem bolschewistischen Georgien.
(Volksbuchhanlung. Wien 1922. 64 Seiten. 375 Kr.)
Alfred Braunthal: Geld und Valuta. (Gewerkschafts-:
, kartell. Leipzig 1922. 55 Seiten. 5 Mk.)
Walter Schneider: Adolf Wagners Beziehungen zum
Sozialismus. (Verlag Hubert Moerke. Neu-Brandetiburg
1921. 111 Seiten. 17 Mk.)
Jahrbuch der Berufsverbände im Deutschen Reiche. (Her-,
ausgegeben vom Reichsamt für Arbeitsvermittlung. Verk¬
lag Reimar Hobbing. Berlin 1922. 127 Seiten. 160 Mk.).
Sämtliche der vorstehend genannten
Bücher sind zu beziehen durch die V o W Sr
b u c h h a n d 1 u n g, Wien VI, Gumpendorfe r*
Straße 18.
Druck: „Vorwärts". Wien V-
        

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