Full text: Beschäftigung und Arbeitslosigkeit im tertiären Sektor Wiens in den achtziger und neunziger Jahren (77)

Beschäftigung und Arbeitslosigkeit im Wiener
Dienstleistungssektor
Peter Prenner
1. Einleitung
Spätestens seit Beginn der neunziger Jahre ist Wien mit erhöhtem
arbeitsmarktpolitischen Problemdruck konfrontiert. Ein Großteil der einschlägigen
Arbeitsmarktindikatoren deuten in diese Richtung. Gleichzeitig vollzog und vollzieht
sich in der Bundeshauptstadt ein wirtschaftlicher Strukturwandel, der nachhaltig auf
die Beschäftigung einwirkt. Dabei steht - wie für Metropolen nicht anders zu
erwarten - der Dienstleistungssektor im Zentrum. Ziel des vorliegenden Beitrages ist
es daher, den beschäftigungsstrukturellen Wandel, mit Schwerpunktsetzung auf dem
Dienstleistungssektor, mehrdimensional zu untersuchen und dem die strukturelle
Entwicklung der Arbeitslosigkeit gegenüberzustellen.
1.1 Übersicht
Nach einigen kurzen Anmerkungen zu den der Untersuchung zugrundeliegenden
Datensätzen (Kapitel 1) und einer überblicksartigen Darstellung des Wiener
Arbeitsmarktes (Kapitel 2), wird in Kapitel 3 der sektorale Strukturwandel analysiert.
Dabei wird sowohl auf den - in Wien am weitesten vorangeschrittenen -
Tertiärisierungsprozeß, als auch auf den Strukturwandel innerhalb des
Dienstleistungssektors selbst Bezug genommen. Da seit Mitte der 90er Jahre auch
die Zahl der geringfügig Beschäftigten offiziell erhoben wird, werden im
nachfolgenden Kapitel Dienstleistungsbereiche identifiziert, für die diese prekäre
Beschäftigungsform von besonderer Bedeutung ist.
Im nächstfolgenden Abschnitt steht dann der Wandel der Wiener Berufslandschaft im
Mittelpunkt der Untersuchung. Zuerst wird eine überblicksartige und daher nur auf
die Dimension der Berufe beschränkte Beschäftigungsanalyse durchgeführt (Kapitel
5). Daran anschließend wird in Kapitel 6 unter Zuhilfenahme einer
mehrdimensionalen Analyse - die Merkmale Alter, Geschlecht, Qualifikation und
Staatszugehörigkeit bilden hier den Kern - eine Berufslandschaft für die
Bundeshauptstadt entworfen. Ein Berufsüberblick für die 90er Jahre schließt diesen
Teil der Studie ab.
Den Schwerpunkt der Strukturanalyse bezüglich der Beschäftigungsformen bildet die
Untersuchung der Teilzeitbeschäftigung in Wien (Kapitel 7). Hier kann, wiederum
nach einer überblicksartigen Darstellung der Teilzeitentwicklung, sowohl auf
sektorale als auch auf berufliche Aspekte Bezug genommen werden. Interessante
Ergebnisse liefert schlußendlich auch die durchgeführte Altersstrukturanalyse der
Teilzeitbeschäftigung.
Der letzte Teil der Studie befaßt sich abschließend mit der Struktur des Wiener
Arbeitsmarktes (Kapitel 8). Hier werden, aufbauend auf Arbeitslosenstatistiken des
Arbeitsmarktservice, die Auswirkungen des Strukturwandels der Beschäftigung mit
denen des Arbeitsmarkts verglichen. Dabei wird zusätzlich noch auf die
Vormerkdauer (zur Untersuchung der Langzeitarbeitslosigkeit) und auf die Zahl der
offenen Stellen zurückgegriffen. Letztendliches Ziel dieses Abschnittes ist es aber,
arbeitsmarktpolitische Problembereiche zu identifizieren.
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