Full text: Beschäftigung und Arbeitslosigkeit im tertiären Sektor Wiens in den achtziger und neunziger Jahren (77)

Abschließend sei nochmals darauf verwiesen, daß aufgrund des beschränkten Untersuchungszeitraumes Aussagen über die mittel- bis langfristige Entwicklungsdynamik der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse nur hypothetischen Charakter haben. Sollte sich aber das für die beiden Jahre registrierte Wachstum als nachhaltig herausstellen, entstehen mit Sicherheit gravierende sozialpolitische Probleme. Sowohl für die davon unmittelbar betroffenen Personen als auch für die Regelungsmechanismen des Sozialstaates. Einerseits resultieren nach wie vor massive sozialstaatliche Benachteiligungen aus atypischen Beschäftigungsformen (Tälos 1997). Andererseits entziehen sie in zunehmenden Maße dem Wohlfahrtsstaat seine finanzielle Grundlage. In beiden Fällen besteht jedenfalls unmittelbarer Handlungsbedarf. 5. Die Wiener Beschäftigung nach Berufen 5.1 Vorbemerkungen Mit der Analyse der Wiener Wohnbeschäftigung auf beruflicher Ebene soll die bisher nur auf sektoraler Ebene (Wirtschaftsklassen) durchgeführte Untersuchung systematisch fortgesetzt werden. Dabei wird der in den vorhergehenden Abschnitten verwendete, etappenweise gestaltete Untersuchungsablauf im wesentlichen beibehalten. In einem ersten Schritt soll ein schemenhafter Überblick der Entwicklung der Beschäftigung nach den jeweils ausgeübten Tätigkeiten (primäre, sekundäre, tertiäre) skizziert werden. Die daran anschließende Berufsanalyse auf Basis der international vergleichbaren ISCO-Klassifikation (30 Berufsklassen) umreißt auf mittlerer Aggregationsebene sowohl die Verteilung der Wiener Wohnbeschäftigung als auch die Entwicklung in den einzelnen Berufsklassen. Beide Analysen setzten nur auf eindimensionaler (Berufs-)Ebene an. Eine mehrdimensionale Auswertung soll dann der im nachfolgenden Abschnitt dargelegte Entwurf der Wiener Berufslandschaft leisten. Die Einbeziehung verschiedener außerberuflicher Merkmale sollte eine systematische Betrachtung der wichtigsten beruflichen Rahmenbedingungen der Wiener Wohnbeschäftigung ermöglichen. Für beide Abschnitte (5 und 6) wurden Volkszählungsergebnisse als Datengrundlage herangezogen, da der Datenbestand des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger keine Zuordnung der Beschäftigten nach Berufen erlaubt. Der Vergleich von Volkszählungsdaten mit Daten des Hauptverband der Sozialversicherungsträger (die Datengrundlage der vorhergehenden Abschnitte) ist jedoch aus mehreren Gründen nicht ganz unproblematisch. Übersicht 1 faßt daher die wesentlichen Unterschiede sowie die geschätzten Abweichungen (bezogen auf die Volkszählung) zusammen. 48

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