Full text: Beschäftigung und Arbeitslosigkeit im tertiären Sektor Wiens in den achtziger und neunziger Jahren (77)

1997 waren in Wien etwas mehr als 87.000 Personen teilzeitbeschäftigt. Somit teilen sich die gesamten Beschäftigungszunahmen in Wien zu etwa je der Hälfte auf neue Teil- und Vollzeitzeitbeschäftigte auf. Dabei fluktuierte die Zahl der Teilzeitbeschäftigten (relativ gesehen) in etwas stärkerem Ausmaß als die der Vollzeitbeschäftigten. Über den gesamten Untersuchungszeitraum betrachtet, weist die Teilzeitbeschäftigung natürlich (aufgrund der weitaus niedrigeren Ausgangsbasis) erheblich höhere Wachstumsraten auf. Einer Gesamtbeschäftigungsausweitung von etwa 7% steht ein Teilzeitwachstum von 34% gegenüber. Dementsprechend erhöhte sich die Teilzeitquote von 9,8% auf 12,3% (Abbildung 27). Im Vergleich zur österreichweiten Teilzeitquote (1997: 11,8%) liegt Wien damit über dem Durchschnitt. Etwas überraschend stellt sich der Entwicklungsverlauf der Teilzeitbeschäftigung in den letzten Untersuchungsjahren (von 1994-1997) dar: Die Kurve flacht stark ab, und 1997 geht die Teilzeitbeschäftigung sogar leicht zurück (Abbildung 24). Dem wäre schon alleine aufgrund der im Zeitverlauf immer wieder auftretenden kurzen Stagnationsphasen keine besondere Aufmerksamkeit beizumessen (ein ähnliches Muster ist auch in der Periode 1989-1993 festzustellen). Zwei Besonderheiten sollten jedoch diesbezüglich zumindest erwähnt werden. Erstens liegt Wien mit diesem Ergebnis eindeutig gegen den Trend aller anderen Bundesländer und somit auch entgegen dem bundesweiten Verlauf. Exemplarisch läßt sich das am Entwicklungsverlauf der Frauenteilzeitquoten für die neunziger Jahre darstellen (Abbildung 28). Während in Wien die Teilzeitkurve - eher erratisch - zu- und dann wieder abnimmt, zeigt die entsprechende Kurve für Gesamtösterreich eine eindeutig aufwärtsgerichtete Tendenz; die sich ab 1996 öffnende Schere ist klar zu erkennen. 1997 betrug der Unterschied immerhin schon 3 Prozentpunkte. Demgegenüber entwickelte sich die Gesamtbeschäftigung weitgehend parallel. Zweitens weist Wien für die letzten beiden Jahre einen deutlich überproportionalen Zuwachs der geringfügigen Beschäftigung auf (insbesondere bei den Frauen; für 1996/97 Ö: +11,7%, W: +16,3%). Aus diesem Grund wurde in Abb. 4 für die Jahre 1994-1997 die Voll- und Teilzeitbeschäftigungsentwicklung auch auf Grundlage des im Mikrozensus neu übernommenen Labour-Force-Konzepts (LFK) dargestellt. Dabei werden alle Personen, die in der letzten Woche vor der Befragung zumindestens eine Stunde gearbeitet haben, als erwerbstätig gezählt. Somit werden mit diesem Konzept auch alle geringfügig Beschäftigten erfaßt. Entsprechend höhere Werte weisen ab 1994 beide Zeitreihen auf. Es zeigt sich dabei, daß die auf Grundlage des LFK erstellte Verlaufskurve der Teilzeitbeschäftigung (gesamt) deutlich steiler ansteigt und für 1997 eine positive Entwicklung ausweist. Diese Entwicklung deutet zumindest vage auf mögliche Substitutionsprozesse zwischen Teilzeitarbeit und geringfügiger Beschäftigung hin. Die geschlechtsspezifische Analyse zeigt mit einer ausgeprägten Dominanz der Frauen im Teilzeitbereich ein durchaus erwartbares Ergebnis (Abbildung 29). Über drei Viertel aller Teilzeitbeschäftigten waren 1997 Frauen. Damit ist zwar der Anteil verglichen mit 1981 (ca. 88%) deutlich zurückgegangen, was allerdings nichts daran ändert, daß Teilzeitarbeit auch in Wien nach wie vor hauptsächlich Frauensache ist. Trotzdem ist es nicht unerheblich, darauf hinzuweisen, daß die Teilzeitquote der Männer in Wien (1997: 4,9%) weit über dem österreichischen Durchschnitt (1997: 2,8%) liegt und sich der Abstand tendenziell vergrößert. Daß Wien 1997 im Bundesländervergleich noch immer eine der höchsten Gesamtteilzeitquoten ausweist (12,3%), liegt maßgeblich 77

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