Full text: Bildungserträge (78)

Bildungserträge 5 Vorwort Dass Aufwendungen für Bildung, seien es private oder mehr noch öffentlich finanzierte, getätigt werden, hat bis vor einiger Zeit keiner bzw. weniger Legitimation bedurft. Aktuelle Entwicklungen und Diskurse über Budgetzwänge und verstärkte Verteilungskämpfe bringen die Kosten und auch die Finanzierung von Bildung in den Fokus insbesondere der politischen Diskussionen. Auch für den Bildungsbereich wird mittlerweile ein Nachweis darüber erwartet, dass bereitgestellte Res- sourcen nutzenstiftend eingesetzt werden. Bildungsausgaben wird ein investiver Charakter zuge- schrieben. Diese gegenwärtigen Überlegungen stellen die Diskussionen primär in einen bil- dungsökonomischen Zusammenhang. Diese Diskurse, die sowohl für den Hochschulbereich als auch für den Bereich der beruflichen oder berufsbezogenen Weiterbildung besonders intensiv geführt werden, zeichnen sich aber durch eine sehr weite Verwendung von Begriffen und oftmals durch einen Verzicht auf empirische Fundierung aus. Diesem Umstand trägt das Österreichische Institut für Berufsbildungsforschung seit längerem Rechnung und arbeitet an einer bildungswissenschaftlichen Durchdringung dieses schillernden Fragenkomplexes. Bildungsforschung durchzieht als eine Querschnittsmaterie eine Vielzahl von wissenschaftlichen Disziplinen und wendet eine breite Palette von Methoden an. Ziel der Bildungsforschung muss es weiters sein, neben empirischer Forschungstätigkeit, isoliert und bruchstückhaft vorliegende Forschungsergebnisse aus verschiedenen Disziplinen zusammenzu- fügen und so ein umfassendes Bild der komplexen Bildungswirklichkeit zu zeichnen. Der vorliegende Bericht von Judith Veichtlbauer über die nationale und internationale wissen- schaftliche Diskussion hinsichtlich von Bildungserträgen ist ein Ergebnis dieser Auseinanderset- zung. Ziel war es, neben einer Abbildung von rein bildungsökonomischen Diskursen auch bil- dungssoziologische und in gewissen Sinne komparatistische Zugänge, hinsichtlich unterschiedli- cher traditioneller Verständnisse von Bildung, zu berücksichtigen. Diese Auseinandersetzung wurde im Rahmen eines auch mit Mitteln des Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank1 finanzierten Projektes ermöglicht. Die Arbeit reiht sich in die Forschungstätigkeit des Institutes ein, das in den letzten Jahren über Bildungsfinanzierungsmechanismen und deren Auswirkungen auf Bildungsbeteiligung, Verteilungseffekte und anderes ebenso arbeitet wie über Bildungsko- stenentwicklungen, oder die Finanzierungsstrukturen von Bildungssektoren beleuchtet. Die hier dokumentierten Ertragsdiskussionen weisen eine deutliche Bandbreite auf. Humanisti- sche Entwürfe von Bildung als Mittel zur Subjektwerdung – denen allerdings das Wort „Ertrag“ fremd scheint – stehen neben Bildungsökonomie im engeren Sinn, die den finanziellen Ertrag von Bildung auf mikro- und makroökonomischer Ebene quantifiziert und Ansätzen US-amerikanischer Provenienz, die bildungsinduzierte Faktoren wie Gesundheit und verbesserte Familienplanung als monetären Ertrag erfassen wollen. Die in der Literatur – explizit und implizit – genannten Erträge 1 Jubiläumsfondsprojekt Nr. 7424

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