Full text: Liberalisierung öffentlicher Dienstleistungen in der EU und Österreich (2)

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Osten gebe es andere Traditionen und daher einen hohen Anteil von Frauen in 
sogenannten typischen Männerberufen. 
Die ILO fasst die Phasen der Beschäftigungsentwicklung im Zuge der Restrukturierung 
des Postwesens folgendermaßen zusammen: 
„After this initial period of economic change and the often massive reduction of the 
workforce comes a second phase, which consists of a change in the nature itself of 
employment. In this phase (…) permanent adjustments and redeployment follow 
one another at a brisk pace according to the changing structure of markets and 
alliances between operators. There is no longer any sudden broad reduction in 
employment but a continuous renewal. Workers must adapt to emerging techniques 
and the new demand through permanent training and the updating of their skills. 
They must manage their internal and external employability which (…) contributes 
to their general job security.“ (ILO 1998:64) 
Die von Price Waterhouse Coopers (Price Waterhouse 1999) für die EU-Kommission 
angefertigte Studie zur Entwicklung der Beschäftigung im Postsektor in Europa 
korrespondiert alles in allem mit der obigen Darstellung zur Entwicklung der Beschäf-
tigten im Postsektor, wird jedoch nicht müde auf neuentstandene Arbeitsplätze bei 
neuen Anbietern hinzuweisen. Aber nicht einmal die Angaben dieser Studie legen den 
Schluss nahe, dass dadurch der Verlust bei den ehemaligen Monopolisten ausgeglichen 
werden könne Der Bericht von Price Waterhouse weist keine detaillierten Daten zum 
Beschäftigungswachstum bei privaten Anbietern im Postbereich aus. Der Anstieg der 
Beschäftigung bei den privaten Anbietern in der EU zwischen 1990 und 1995 wird mit 
46% angegeben. In absoluten Zahlen bedeutet dies ein Wachstum von 35.500 auf 
52.000 im Untersuchungszeitraum. Für Deutschland weist Price Waterhouse für diesen 
Zeitraum ein Wachstum bei den privaten Anbietern von 40% aus. Detaillierte Zahlen 
werden in diesem Bericht nicht präsentiert. Weitaus optimistischer schätzt hingegen 
PLS RAMBOLL Management A/S (2002) die Beschäftigungstrends im europäischen 
Postsektor ein. So weist diese Studie für Deutschland in der zweiten Hälfte der 1990er  
Jahre ein Beschäftigungswachstum um 3,74% aus, was sich aber v.a. aus einer 
niedrigeren ausgewiesenen Zahl der Beschäftigten im Jahr 1995 ergibt. Die 
optimistische Einschätzung ergibt sich aus dem Versuch mittels Modellrechnung die 
induzierten, wie auch indirekten Beschäftigungseffekte des Postsektors zu errechnen, 
was zu der Behauptung führt, dass EU-weit die Beschäftigung in diesem Sektor 
zwischen 1995 und 2000 um 4% gestiegen sei (allein 11,29% Zuwachs bei indirekten 
Beschäftigungseffekten). Bis 2005 wird sogar ein Wachstum der indirekten 
Beschäftigung um 20,85% angenommen. D.h. PLS RAMBOLL erwartet eine Zunahme 
der Beschäftigung durch die Liberalisierung und Privatisierung des Postsektors bei 
Regulatoren, bei finanziellen und handelsbezogenen Dienstleistungen der 
Postunternehmen, die nicht der direkten Beschäftigung des Sektors zugerechnet werden, 
sowie bei sogenannten ‚up- and downstream industries’ die entweder direkte wirtschaft-
liche Inputs an den Postsektor geben oder von diesem erhalten. PLS RAMBOLL zählt 
dazu einerseits die Papier und Maschinenbauindustrien (Drucker und 
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