Full text: Liberalisierung öffentlicher Dienstleistungen in der EU und Österreich (2)

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Insbesondere bei den privaten, hier v.a. den französischen Anbietern, kommen HRM 
(Human Ressource Management) Strategien zur Steigerung der Motivation der 
Beschäftigten zur Anwendung. Gleichzeitig bringen diese Unternehmen ihr eigenes 
Managementpersonal mit und versuchen eigene Haustarifvereinbarungen 
abzuschließen. 
Nach Auskunft von ver.di gibt es kaum atypische und prekäre Beschäftigung im 
Bereich Wasserwirtschaft in Deutschland. 
2.3.2. Arbeitszeit 
Insgesamt ist nach Auskunft von ver.di eine Flexibilisierung des Personaleinsatzes 
derzeit wenig feststellbar. Im Verwaltungsbereich gibt es zwar Gleitzeitmodelle, dort 
wo Schichtbetrieb notwendig ist, gibt es aber weiterhin eine klare Bindung der Arbeits-
zeit. Es gibt jedoch, so ver.di, verschiedene Modelle der Arbeitszeit-Gestaltung, die 
auch auf eine Verkürzung der Arbeitszeit (und eine Kürzung des Lohnes) abzielen, was 
über betriebliche Vereinbarungen geregelt werde. 
Da es aber durch den Personalabbau nicht zuletzt im Schichtbereich starke Kürzungen 
gibt, kann es zu Problemen bei höheren Krankenständen bezüglich der personellen 
Besetzung kommen. Dies führt zu höheren Überstunden, die je nach Vereinbarung in 
Freizeit oder Entgelt abgegolten werden. Im Tarifvertrag öffentlicher Dienst wurde 
versucht, einen Maximalbetrag an Überstunden in Freizeit auszugleichen. Es bleibt aber 
zum Großteil abhängig von betrieblichen Vereinbarungen, wie das gemacht wird. 
Die Frage der Arbeitszeit ist für die Gewerkschaften und Betriebs- bzw. Personalräte im 
Bereich Wasserwirtschaft trotzdem ein wichtiges Thema. So wird auf das Problem einer 
anvisierten Ausdehnung der Regelarbeitszeit auf Zeiten zwischen 5:30 und 20:00 in 
allen dienstleistungsorientierten Arbeitsbereichen, auf Einführung versetzter Arbeitszei-
ten und Wechselschichtdienste, sowie die Wiedereinführung des Samstag als Regel-
arbeitstag verwiesen. 
Ver.di betont daher, dass es durch die Umstrukturierungen zu Leistungsverdichtungen 
und damit höheren Stressbelastungen komme, da der Druck auf die Beschäftigten 
größer werde. Jeder Arbeitsplatz ist potentiell bedroht. Nach ver.di werden die 
Leistungsverdichtungen durch höhere Aufgabenstellungen bewirkt. Früher sei die 
Arbeit von mehr Personen erledigt worden. So hätten die Berliner Wasserbetriebe 
Anfang der 90er (nach der Vereinigung zwischen West und Ost) an die 8.000 
Beschäftigte gehabt, jetzt nur noch 5.300. 
Die steigende Unsicherheit hat Auswirkungen auf die Arbeitszeit. Die Leute bleiben 
länger und leisten Überstunden – auch unbezahlt. 
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