Full text: Liberalisierung öffentlicher Dienstleistungen in der EU und Österreich (2)

Studie ________________________________________________________________________________________ 
Die Gewerkschaft TRANSNET (TRANSNET 1996:36) hebt hervor, dass es ihr 
gelungen sei, den BeamtInnenstatus zu sichern und die Weiterbeschäftigung zu 
gewährleisten. Damit  wurde zumindest eine Gewährleistung der Besoldung und der 
Laufbahnentwicklung verbunden sowie die Sicherung des Vorruhestandes bei 
Umstrukturierungsmaßnahmen. Im Tarifrecht wurde nicht mehr zwischen Arbeiter und 
Angestellten unterschieden. 
Wie aber mehrere Studien gezeigt haben (Frey/Nickel 2001, Nickel et al. 1999) wurde 
auf die Belegschaft zumindest informell Druck ausgeübt, das Unternehmen – meist mit 
einer Abfindung – freiwillig zu verlassen. Dem kamen Frauen stärker nach als Männer. 
3.2.3. DB Vermittlung – eine betriebsinterne Arbeitsvermittlung der Deutschen Bahn 
Um mit den personalpolitischen Auswirkungen der in den verschiedenen Schritten der 
Bahnreform vorgesehenen Umstrukturierungen umzugehen und weil die Stärke der 
Gewerkschaften bei der Deutschen Bahn, wie auch die Kündigungsbeschränkung eines 
großen Teils der Beschäftigten, , Personalabbau über Kündigungen ausschloss, 
versuchte die Unternehmensführung, in Umsetzung des konzerneigenen Bündnisses für 
Arbeit, einen inneren Arbeitsmarkt zu gründen. Dieser sollte den Arbeitskräfteeinsatz 
innerhalb der Deutschen Bahn optimieren helfen und die Beschäftigten durch 
Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen bei der beruflichen ‚Neuorientierung’ 
innerhalb des Konzerns, aber auch darüber hinaus, unterstützen (Deutsche Bahn 2003). 
Im Jahr 2003 basiert der Konzernarbeitsmarkt auf drei Bereichen, dem JobService, der 
DB Vermittlung und der DB Zeitarbeit. Der JobService steuert die Besetzung freiwer-
dender Stellen innerhalb des Konzerns. MitarbeiterInnen, deren Arbeitsplätze ‚wegfal-
len’, erhalten Beratung über individuelle berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. 
Obwohl es nach eigenen Angaben der DB AG Ziel des JobService ist, Beschäftigte auf 
einen neuen Arbeitsplatz innerhalb des Konzerns zu vermitteln, gelang dies im Jahr 
2002 anscheinend nur bei jedem zweiten von insgesamt 4.300 Betreuungsfällen 
(Deutsche Bahn 2003). 
Die DB Vermittlung GmbH ist mit der Betreuung von sogenannten ‚kündigungsbe-
schränkten’ Beschäftigten betraut, die durch JobService nicht vermittelt werden können. 
Insbesondere Maßnahmen der Qualifizierung durch Praktika und ‚On the Job’-Ausbil-
dungen, die dazu dienen, die Beschäftigten auf gewissen Tätigkeiten innerhalb der Bahn 
vorzubereiten bzw. sie ‚fit für den Arbeitsmarkt’ zu machen (Deutsche Bahn 2003), 
werden von der Deutschen Bahn hervorgehoben. Nach Angaben des Themendienstes 
der Deutschen Bahn (Deutsche Bahn 2003) seien 2002 4.300 Mitarbeiter von der DB 
Vermittlung betreut worden. 650 hätten innerhalb der Konzerns eine neue berufliche 
Perspektive gefunden, 600 seien ‚sozialverträglich’ ausgeschieden. 
Der im Jahr 2001 abgeschlossene Tarifvertrag für die DB Vermittlung sieht einige 
bemerkenswerte Regelungen vor (GdED 2001). So wird im Arbeitsvertrag mit dem/der 
Beschäftigten keine konkrete Tätigkeit vereinbart, wohl aber festgelegt, dass die 
Anstellung zur beruflichen Neuorientierung erfolgt, die durch bestimmte Mitwirkungs-
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