Full text: Liberalisierung öffentlicher Dienstleistungen in der EU und Österreich (2)

Studie_________________________________________________________________________________________ 
Tabelle 1-4: Beschäftigungsentwicklung laut Hauptverband der österreichischen Sozialver-
sicherungsträger: pragmatisierte Bedienstete 
Wirtschaftsklassen 2000 2001 2002 2003 Veränderung 
2000-2003 in % 
Energieversorgung 211 320 300 288 + 36  
Landverkehr 44.239 42.202 40.856 39.418 - 10,9 
Nachrichtenübermittlung 40.769 38.078 34.090 28.558 - 30,0 
Quelle: Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger. Stichtag ist jeweils der 30. März. 
1.1. Einkommensentwicklung 
Die Suche nach Einkommensdaten für die von uns untersuchten Wirtschaftsbereiche 
war leider nicht erfolgreich. Beim Hauptverband gibt es keine Daten für vierstellige 
NACE-Codes, und die Einkommensberichte des Rechnungshofes stellten sich leider als 
unbrauchbar heraus, weil sie von unterschiedlichen AuftragnehmerInnen erstellt wurden 
und die veröffentlichten Daten keinen Vergleich zulassen. Trotz der fehlenden Daten 
lassen aber Informationen aus den weiter unten präsentierten Fallstudien durchaus den 
Schluss zu, dass es im Zuge der Liberalisierung sehr wohl zu Einkommensverlusten für 
die Beschäftigten gekommen ist. 
? Einkommensverluste durch Änderungen in Kollektivverträgen: Ein Beispiel sind die 
Wiener Stadtwerke, wo MitarbeiterInnen die nach dem 1. Juli 2000 in das Unter-
nehmen eingetreten sind, einen Einkommensverlust von 13 Prozent gegenüber den 
„Altbediensteten“ in Kauf nehmen müssen. Darüber hinaus werden ihnen keine 
Vordienstzeiten angerechnet und sie springen nur alle vier anstatt wie zuvor alle 
zwei Jahre in eine höhere Gehaltsstufe. Nicht zuletzt können sie auch dadurch 
finanzielle Nachteile erleiden, dass sie nur eine beschränkte Anzahl von Überstunden 
machen dürfen, während für „Altbedienstete“ keine Überstundenbeschränkungen 
gelten (siehe Fallstudien Wiengas und Wiener Linien) 
? Einkommensverluste durch Änderungen/Kündigungen von Betriebsvereinbarungen: 
In diese Kategorie fällt die Verbundgesellschaft, wo MitarbeiterInnen seit 2001 
freiwillig auf betriebliche Sozialleistungen verzichten, weil sich das Unternehmen im 
Gegenzug dazu verpflichtet hat, von betriebsbedingten Kündigungen abzusehen. 
Nach Auskunft des Betriebsrates haben die freiwilligen Sozialleistungen 
(ursprünglich in Form von kostenlosem Strom, später als monetäre Leistungen) 
zwischen acht und zehn Prozent des Entgeltes ausgemacht (siehe Fallstudie 
Verbundgesellschaft). 
? Bei den Innsbrucker Verkehrsbetrieben hat das Unternehmen einseitig alle Betriebs-
vereinbarungen für Beschäftigte, die nach dem 31. 7. 1999 eingetreten sind, gekün-
digt. Nach Einschätzung des Betriebsrates, machen diese Zulagen rund ein Drittel 
 30
        

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