Full text: Liberalisierung öffentlicher Dienstleistungen in der EU und Österreich (2)

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4.2. Verbundgesellschaft 
4.2.1. Hintergrund 
Basierend auf dem Verstaatlichungsgesetz aus dem Jahr 1947 hatte die Verbundgesell-
schaft bis zur Liberalisierung Mitte der 1990er Jahre ein Monopol auf den Stromhandel 
mit dem Ausland. Darüber hinaus hatte sie den Auftrag für Österreich die Stromver-
sorgung sicherzustellen (darin enthalten war die Sicherstellung einer 20prozentigen 
Reserve im Falle von Stromengpässen). Die Landesgesellschaften waren durch lang-
fristige Verträge verpflichtet, von der Verbundgesellschaft den Strom zu beziehen. Die 
gesetzliche Grundlage änderte sich mit Österreichs Beitritt zur EU. Österreich hat sich 
in der Folge für ein Liberalisierungsmodell mit Regulator entschieden. 2001 wurde auf 
Basis des Elektrizitätswirtschafts- und –organisationsgesetzes (ElWOG) ein 
österreichischer Stromregulator eingerichtet. 
In der Folge wurde die Verbundgesellschaft neu organisiert. Die Verbundgesellschaft 
wurde zu einer Holding bestehend aus verschiedenen eigenständigen 
Aktiengesellschaften umgewandelt. Dabei wurden vier Bereiche gebildet: 
? Erzeugung 
? Handel/Vertrieb 
? Übertragung 
? Neue Geschäfte/Beteiligungen 
Der Bereich Erzeugung wiederum wurde in die Wasserkrafterzeugung und thermische 
Erzeugung mit jeweils eigenständigen Aktiengesellschaften unterteilt (AHP – Austrian 
Hydro Power AG; ATP - Austrian Thermal Power AG). Für den Netzbereich ist die 
Austrian Power Grid AG und für den Vertrieb die Austrian Power Trading GmbH 
zuständig. 
Das Personal wurde den einzelnen Aktiengesellschaften zugeteilt. 
4.2.2. Beschäftigungsvolumen 
Bei der österreichischen Verbundgesellschaft wurden seit 1996 39 Prozent des 
Personals abgebaut. Das sind im Durchschnitt 6,5 Prozent pro Jahr (von 2001 auf 2002 
betrug die Personalreduktion sogar 7,4 Prozent). In absoluten Zahlen sind das 1.817 
MitarbeiterInnen oder ein Abgang von durchschnittlich 302 MitarbeiterInnen pro Jahr. 
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