Full text: Liberalisierung öffentlicher Dienstleistungen in der EU und Österreich (2)

Studie_________________________________________________________________________________________ 
„Der Konzernvorstand weiß nicht viel vom operativen Geschäft. Denen sind Zah-
len wichtig und das sagen sie auch ganz offen: Den Rest, sagen sie, sollen wir uns 
mit unserem Vorstand ausmachen.“ (Interview 3) 
Ingesamt ist nach Einschätzung des Betriebsrates der Ton zwischen Betriebsrat und 
Vorstand etwas härter und emotionaler geworden. Der Betriebsrat empfindet das aber 
nicht nur als Nachteil, weil auf diese Weise „das ganze wieder zum Leben erweckt 
wird“ (Interview 3). 
4.3. STEWEAG – Steirische Wasserkraft- und Elektrizitäts-AG 
4.3.1. Hintergrund 
Als Reaktion auf die Liberalisierung des Strommarktes wurden im Jahr 2002 die 
Steirische Wasserkraft- und Elektrizitäts-AG (STEWEAG) und die Steiermärkische 
Elektrizitäts- Aktiengesellschaft (STEG) zur STEWEAG-STEG GmbH fusioniert. 
Gleichzeitig wurden die erzeugenden Betriebe, die kalorischen Kraftwerke und die 
Wasserkraftwerke, an die Verbundgesellschaft abgegeben, obwohl das laut Betriebsrat 
hochprofitable Betriebe waren. Durch die Fusionierung erhofft sich das Management 
deutliche Einsparungseffekte. 
Die STEWEAG-STEG ihrerseits befindet sich im Besitz der Energie Steiermark 
Holding AG (65,43 Prozent) und der Verbundgesellschaft (34,57 Prozent). Die Energie 
Steiermark Holding AG ist neben dem Strombereich auch in den Bereichen Ferngas, 
Fernwärme und in der Reststoffverwertung aktiv. 
4.3.2. Beschäftigungsvolumen 
Zwischen 1996 und 2002 wurde die Zahl der MitarbeiterInnen bei der STEWEAG bzw. 
der STEWEAG-STEG um 30 Prozent reduziert – das ist eine durchschnittliche Perso-
nalreduktion um fast vier Prozent pro Jahr. In absoluten Zahlen handelt es sich um 519 
MitarbeiterInnen die abgebaut wurden oder mehr als 60 MitarbeiterInnen pro Jahr. Laut 
Betriebsrat gibt es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Liberalisierung und 
dem massiven Personalabbau, der seit Mitte der neunziger Jahr voll zum Tragen 
kommt. 
Tabelle 4-5: Beschäftigungsentwicklung bei der STEWEAG 
Jahr 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 Veränderung 
1996-2002 in % 
Anzahl der Beschäftigten* 1.735 1.676 1.644 1.566 1.422 1.362 1.216** - 29,9 
*   Jahresdurchschnitt. 
** Fusion zwischen der STEWEAG und der STEG. 
Quelle: STEWEAG Geschäftsberichte 1997-2001; STEWEAG-STEG Geschäftsbericht 2002. 
 64
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.