Full text: Liberalisierung öffentlicher Dienstleistungen in der EU und Österreich (2)

Studie_________________________________________________________________________________________ 
5.1.2. Beschäftigungsvolumen 
Die Zahl der Beschäftigten bei der Wiengas ist seit 1996 um 21 Prozent gesunken. Das 
ist im Durchschnitt 2,3 Prozent pro Jahr. In absoluten Zahlen handelt es sich um 283 
MitarbeiterInnen oder ein Abgang von durchschnittlich 47 MitarbeiterInnen pro Jahr. 
Tabelle 5-1: Beschäftigungsentwicklung bei Wiengas 
 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 Veränderung 
1996-2002 in %
Wiengas 1.381 1.366 1.327 1.300 1.212 1.157 1.098 - 20,5 
Quelle: Geschäftsberichte 1996–2002. 
Der Beschäftigungsabbau erfolgte „sozialverträglich“, d.h. durch freiwillige Kündigun-
gen und durch Pensionierungen. Wie ein Personalvertreter/Betriebsrat bemerkt: „Durch 
den Druck der Marktöffnung werden Personalkosten ständig hinterfragt. Was man 
deutlich spürt, ist dass Dienstposten nur mehr sehr schwer nachzubesetzen 
sind“(Interview 6). 
Neu aufgenommen wurden MitarbeiterInnen mit rechtlichen oder betriebswirtschaftlichen 
Fachkenntnissen, um den Umstrukturierungsprozess zu unterstützen bzw. zu leiten. 
5.1.3. Umstrukturierung und Beschäftigung 
Mit der Ausgliederung der Wiengas und der Gründung der Wiengas GmbH wurden die 
Bediensteten per Landesgesetz (dem Wiener Zuweisungsgesetz) der neuen Gesellschaft 
zugewiesen. Durch die Zuweisung hat sich an den Beschäftigungsverhältnissen nichts 
geändert. Die Gemeinde Wien bleibt der Dienstgeber. Für „Altbedienstete“ gilt die alte 
Dienstordnung. Für alle MitarbeiterInnen, die nach dem 1. Juli 2001 aufgenommen 
wurden, gilt dagegen der neue Firmen-Kollektivvertrag, der zwischen der Gewerkschaft 
der Gemeindebediensteten (GdG) und den Stadtwerken abgeschlossen wurde. Der neue 
Kollektivvertrag sieht laut Darstellung der GdG unter anderem einen 
Einkommensverlust für „Neubedienstete“ von rund 13 Prozent vor. 
Im Moment würde nach der Einschätzung der Personalvertretung/Betriebsrat die 
Verteilung zwischen den verschiedenen Gruppen wie folgt aussehen (Interview 6): 
? 70% pragmatisierte BeamtInnen 
? 25% Vertragsbedienstete 
? 5 % Angestellte nach dem neuen Kollektivvertrag 
Der Anteil der „Altbediensteten“ wird in den nächsten Jahren kontinuierlich abnehmen. 
Der Hauptunterschied zu den „Neubediensteten“ besteht darin, dass die „Altbedienste-
ten“ unkündbar sind (außer im Falle von schweren Vergehen gegen die Dienstordnung). 
In der Folge der durch das Gaswirtschaftsgesetz 2002 verordneten Trennung zwischen 
Netz und Vertrieb, musste die Wiengas in zwei Bereiche aufgeteilt werden. Die 
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