Volltext: Das österreichische Gesundheitswesen (89)

AK-Forderungen 
6 Fakten und Forderungen aus ArbeitnehmerInnensicht 
Im vorliegenden Papier wurden eine Vielzahl von Fakten und daraus resultierende 
Reformvorschläge genannt. Im folgenden werden die wichtigsten dieser Fakten und 
Forderungen nochmals zusammengefasst. Zur näheren Ausführung der jeweiligen 
Argumente wird auf die entsprechenden Abschnitte verwiesen. 
6.1 Die wichtigsten Fakten 
20 Mrd Euro werden im Jahr in Österreich für Gesundheit ausgegeben, 70% davon 
von der öffentlichen Hand. Damit werden knapp 7% des BIP für öffentliche 
Gesundheitsausgaben aufgewendet (Abschnitt 2.2). 
Der wichtigste Financier ist dabei die Sozialversicherung, gefolgt von Ländern und 
Gemeinden. Der Bund trägt relativ wenig der unmittelbaren Gesundheitskosten. 
Etwa 45% der öffentlichen Ausgaben gehen in den stationären Bereich 
(Krankenanstalten), 35% gehen in den ambulanten Bereich (niedergelassene 
ÄrztInnen) und etwas unter 20% werden für Arzneimittel und andere medizinische 
Erzeugnisse ausgegeben. 
Im internationalen Vergleich dürfte Österreich sowohl bei den gesamten als auch bei 
den öffentlichen Ausgaben im Mittelfeld liegen. Allerdings weist Österreich bei den 
meisten Bereichen ein höheres Ausgabenwachstum als der internationale 
Durchschnitt auf. 
Knapp 5 Mrd Euro im Jahr kosten die Spitäler, 75% der Ausgaben für die Fonds-
Spitäler werden über die LKF-Erlöse gedeckt, der Rest wird von den Ländern je zur 
Hälfte über Zuschüsse und Beihilfen (maastricht-wirksam) und über Darlehen und 
Rücklagenauflösungen (maastricht-unwirksam) abgedeckt (Abschnitt 3.1). 
Von den ca 40.000 ÄrztInnen in Österreich sind etwa 60% niedergelassene 
KassenärztInnen. Damit hat Österreich eine niedrigere Ärztedichte als zB Frankreich 
und Deutschland – im OECD-Vergleich liegt Österreich allerdings über dem 
Durchschnitt (Abschnitt 3.2). 
Bei den Arzneimitteln wirkt vor allem der Preiseffekt ausgabensteigernd. Dieser 
dürfte nur zum Teil auf hohe Innovationskosten zurückzuführen seien, zum anderen 
auf Marketingkosten. Österreich hat zusätzlich auch international hohe 
Handelsspannen (Abschnitt 3.3). 
Das Defizit der Krankenversicherungen lässt sich in erster Linie durch die 
Beitragseinnahmenerosion erklären – die Ausgaben im Gesundheitswesen steigen 
etwas stärker als das BIP, die Beiträge steigen hingegen wesentlich langsamer 
(Abschnitt 5.1). 
60
        

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