Full text: Nachhaltiger Tourismus (3)

www.wirtschaftundumwelt.at3/2004 Wirtschaft & Umwelt •   15
 Nachhaltiger Tourismus
Produkte geben den Tourismusregionen
dafür ein unverwechselbares Image. 
Tourismus lebt vom Interesse der Rei-
senden am Erleben und der Vermittlung re-
gionalspezifischer („authentischer“) Kul-
tur der Destinationen. Tourismus lässt sich
dabei rücksichtsvoll in die lokale, sich dy-
namisch weiterentwickelnde Kultur inte-
grieren, ohne sich an touristische, klischee-
hafte Bedürfnisse anzubiedern.
Hohe Qualität der touristischen Dienst-
leistungen verlangt kontinuierliche Investi-
tion in Weiterbildung und die soziale Absi-
cherung der Beschäftigten im Gastgewer-
be. Schließlich sind es die Menschen, die
als Betroffene der Tourismuspolitik im
Mittelpunkt stehen. In modernen Pla-
nungsprozessen hat die gesamte Bevölke-
rung Zugang zu allen Informationen und ist
gleichberechtigt in alle Entscheidungspro-
zesse mit eingebunden. Über partner-
schaftliche Entwicklung von Projekten
wird Identifikation und unternehmerische
Innovation erzeugt.
In die neuen Netzwerke, wie zum Bei-
spiel „Alps Mobility“ sind auch die Touris-
mus-Quellgebiete der Ballungsräume di-
rekt eingebunden und übernehmen Mitver-
antwortung für die Auswirkungen des Tou-
rismus in den Destinationen. 
Politische Rahmenbedingungen können
die Regionen in ihren Nachhaltigkeitsam-
bitionen unterstützen – oder behindern.
Wenn die internationale Liberalisierung
der Dienstleistungen gewisse Ausmaße
nicht überschreitet, haben die Staaten und
Regionen weiter die Möglichkeit, Len-
kungsmaßnahmen im Sinne einer Nachhal-
tigen Entwicklung durchzuführen. Einige
alpine Beispiele sollen in der Folge zeigen,
wie ein „Tourismus auf gutem Weg“ ausse-
hen kann. 
So steht seit einigen Jahren Käse als tra-
ditionelles landwirtschaftliches Produkt im
Mittelpunkt des touristischen Marketings
des Vorarlberger Bregenzerwaldes. Auf die
Idee der „Käsestraße Bregenzerwald“ kam
man durch eine Initiative des Gastgewer-
bes und der Landwirte, die den ersten Vor-
arlberger Käsegipfel veranstalteten. Aus-
gangslage waren die zurückgehenden Gä-
stezahlen sowie die Probleme der Berg-
landwirtschaft. Heute laden Schaukäserei-
en die Gäste zum Zusehen, Kosten, Kaufen
und auch zum selbst Käse-Herstellen ein.
Es gibt Käsewanderungen und Almfest-
spiele. Ein Urlaub im Bregenzerwald be-
fasst sich so mit der Region und ihren wirt-
schaftlichen und ökologischen Hintergrün-
den. Von anderen Produktstraßen wie den
bekannten Wein- und Moststraßen unter-
scheidet sich der Bregenzerwald durch die
Partizipation der Bevölkerung und die
Komplexität der Maßnahmen. Die Ent-
wicklung der Angebote für die Gäste wur-
de mit unterschiedlichen Weiterbildungs-
maßnahmen für die Bevölkerung ver-
knüpft. Seit 1999 zeitigt die Käsestraße Er-
folge. Die regionale Käseproduktion ist auf
Tourismus verkehrt ’rum? Wer sich rechtzeitig umschaut, wird sich vom
bloßen Massen- und Ferntourismus verabschieden. 
FO
TO
: H
A
D
ER
ER
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.