Full text: Nachhaltiger Tourismus (3)

NA, WIE WAR ER, DER URLAUB? Natürlich
schön – muss er auch. Das ganze Jahr
freut man sich drauf – dann soll er auch
Spaß machen. Doch seit geraumer Zeit
legen sich düstere Schatten auf das gute
Urlaubsgefühl. Da ist zuerst der
Ökoschatten: Für zwei Wochen Strand-
feeling rund 12.000 Kilometer nach
„Domrep“ (Sonderangebot)  geflogen –
und ein schlechtes Ökogewissen bekom-
men. Na gut, in diesem Fall konnte man
durch „intensiv-Mülltrenning“ übers Jahr einen gewissen Ablass
erreichen. Doch nun legen sich die dunklen Nachhaltigkeitsschat-
ten über die ganze Branche: Nicht nur ökologisch, sondern auch
wirtschaftlich vernünftig und sozial verträglich soll der Urlaub
sein. Also nicht nur für den Urlaub zahlen, sondern sich auch
noch interessieren, was man mit seinem
Geld anrichtet – na sonst noch was! 
Das ist eine Sichtweise. Eine ganz
andere Sichtweise ergibt sich, wenn man ei-
nige Dinge in Frage stellt. Zum Beispiel: Ist
es wirklich notwendig, als österreichischer
Tourist in Griechenland deutsches Joghurt
zu verspeisen? Man könnte sich auch fra-
gen, ob – nicht nur in exotischen Ländern – zwischen Touristen
und Gast eine andere Beziehung als zwischen „Massa“ und
„Boy“ möglich ist. Interessant ist auch, ob man in eine Region in
20 Jahren noch einmal kommen will. Bei halbwegs ehrlicher Be-
antwortung solcher Fragen liegt eine Erkenntnis sehr nah: Von
nachhaltigem Tourismus hat man auch selbst etwas.  
INTERN: Mühselig ist das Los der Zeitungsmacher. Sie
sitzen in ihrer Redaktion, machen ihr Blättchen und hoffen, dass es
gelesen wird, dass es gefällt, Diskussionen auslöst, vielleicht zu
Widerspruch reizt und den LeserInnen etwas nützt – und, dass sie
auch davon erfahren. Doch hier hapert’s. Viel zu oft stürzen die ge-
neigten LeserInnen uns hoffnungsfrohe Zeitungsmacher in eine
tiefe Sinnkrise – durch vorsätzliches Nichtkommunizieren! Das
muss ein Ende haben! Jetzt gibt es keine Ausreden mehr. In der
Heftmitte finden Sie die Rückantwortkarte unserer Leserbefra-
gung. Also: Ausfüllen und herschicken! Und wenn Sie es nicht für
uns machen, dann tun Sie es wegen der tollen Preise, die es zu ge-
winnen gibt! Die Zeitungsmacher werden es Ihnen danken.  
Thomas Ritt
IMPRESSUM:
Medieninhaber, Herausgeber: Bundes-
arbeitskammer, Prinz-Eugen-Str. 20-22,
1041 Wien, Tel. (01) 501 65; Redaktion:
Mag. Thomas Ritt (Leitung, DW 2629),
Dr. Wilfried Leisch (Redakteur); Sekre-
tariat: Inge Lipsky (DW 2424); 
Grafische Konzeption: Jakob Fielhauer;
Layout: Michael Haderer; Fotograf: 
Erwin Schuh, www.photoschuh.com; 
Coverfotos: Schuh; Infografik: Haderer
Design; Druck: MANZ, 1050 Wien. Die in
Wirtschaft & Umwelt veröffentlichten Ar-
tikel geben nicht notwendigerweise die
Meinung der Bundesarbeitskammer wie-
der.  ISSN 1028-4664; 
E-Mail: wirtschaft.umwelt@akwien.at
http://www.wirtschaftundumwelt.at
3/2004 Wirtschaft & Umwelt   •   3www.wirtschaftundumwelt.at
EDITORIAL
JA, MASSA!
Urlaub! Nicht nur er-
holsam, sondern auch
ökologisch, wirtschaft-
lich vernünftig und so-
zial verträglich kann
er sein. 
 Vorspann
UMWELTPOLITIK Seite 10
ALLES 
RAPS
Klimaschutz ist wichtig und in
aller Munde. Doch was zur Re-
duzierung der Treibhausgas-
emissionen wirklich beiträgt, ist
oft strittig. Geht es nach dem
Umweltministerium, sollen bald
hohe Mengen von Biokraftstof-
fen im österreichischen Verkehr
zur Verringerung des CO2-Aus-
stoßes zum Einsatz kommen.
Doch bei genauer Analyse des
Vorhabens zeigt sich, dass der
Vorschlag unausgegoren ist und
der Einsatz von Biosprit ineffi-
zient und teuer ist. Versteckt
sich dahinter bloß eine neue
Landwirtschaftsförderung?
THOMAS RITT
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