Full text: Nachhaltiger Tourismus (3)

3/2004 Wirtschaft & Umwelt • 31www.wirtschaftundumwelt.at also meist in Raumecken, Fensterleibungen und angrenzenden Wandbereichen, an. Die bauphysikalische Problematik liegt in den Temperaturdifferenzen zwischen Innen- und Außenbereich, dem mangelnden Luftaus- tausch und einem enormen Anfall an Innen- raumfeuchtigkeit, bedingt auch durch unse- re „moderne“, feuchtigkeitsintensive Le- bensweise. Schimmel wird nicht nur durch unzurei- chendes Lüften und kalte Räume begünstigt. Auch bauliche Mängel, wie aufsteigende Mauerfeuchte bei nicht oder nicht ausrei- chend gegen das Erdreich isolierten Gebäu- den, oder sogenannte Wärmebrücken in der Außenhaut von Gebäuden können die Ursa- chen sein. In kälteren Ecken, Nassräumen hinter Möbeln, Bildern oder schweren Vor- hängen an Außenwänden, in der Dämm- schicht von Zwischenwänden und ab- gehängten Decken kann sich Schimmelpilz einnisten. Nicht nur alte Gebäude, auch frisch bezo- gene Häuser werden oft im ersten Winter von Schimmelpilzen heimgesucht. Hier ist die Ursache in der mangelnden Austrock- nung des Rohbaus zu finden. Aus finanziel- len Gründen lassen die Bauträger den Neu- bau über den Winter meist nicht austrocknen, und es kann sogar bei optimalem Benutzer- verhalten zu Schimmelbefall kommen. Andere Ursachen für Schimmelbefall kön- nen Bauschäden wie eine undichte Dachrin- ne oder Wasserleitung oder ein defektes Dach, sein. S o mancher hätte gegen ein so genügsa- mes „Haustier“ wie Schimmel nichts einzuwenden, wären da nicht die unan- sehnlichen schwarzen Flecken an Wänden und Möbeln, der muffige Geruch, der von den abgesonderten Stoffwechselprodukten des Pilzes herrührt, und die massive Ge- sundheitsgefährdung, die vor allem von den Pilzsporen ausgeht. In Innenräumen kann das Einatmen der Schimmelsporen zu Er- krankungen führen. Schimmel kann in den Schleimhäuten des Menschen , in seinem Nervensystem und seinem Immunsystem gesundheitsgefähr- dend wirken, vor allem durch Allergien und Atemwegserkrankungen. Er tritt besonders häufig in Badezimmern auf, doch wegen der kurzen Zeit, die wir uns dort aufhalten, ist das Gesundheitsrisiko im Bad gering. In Wohn-, Schlaf- oder Kinderzimmern ist je- doch bei Schimmelbefall akuter Handlungs- bedarf gegeben. Risikopersonen sind vor al- lem Kinder, ältere und kranke Menschen so- wie Allergiker. Was tun, wenn ich Schimmel in meiner Wohnung habe, werden Sie nun fragen. Bei Verdacht auf Schimmel kann zunächst ein- mal eine Sporenmessung durch Mess-Insti- tutionen, etwa durch das Mess- und Bera- tungsservice des „Österreichischen Instituts für Baubiologie“ Auskunft über mögliche Gesundheitsgefährdung geben. Schimmel- bekämpfung muss immer Ursachenbekämp- fung sein, nur oberflächliche Kosmetik ist zu wenig. Wird die Feuchtigkeitsursache nicht beseitigt, kommt der Schimmel mit Garantie immer wieder! Bei bautechnischen Mängeln helfen auf Schimmelbekämpfung spezialisierte Fir- men, da Sanierungen oft nicht einfach durch- zuführen sind und viel Erfahrung und Fach- wissen voraussetzen. Bei der Verwendung von pilzabtötenden chemischen Substanzen auf Basis von Chlor, Stickstoff, Schwefel oder Zinnverbindungen ist Vorsicht geboten, da diese zwar den Schimmel abtöten, gleich- zeitig aber Umwelt und Gesundheit belasten. Sogenannte Hausmittel wie Sodalauge, Al- kohol oder Wasserstoffperoxid sind empfeh- lenswert, da gesundheitlich unbedenklich und doch wirkungsvoll.   Leben Pilze aus dem Wald: schön anzusehen und schmackhaft auf dem Teller. Schimmel- pilze in der Wohnung hingegen sind lästig und gesundheitsgefährdend. FO TO : M A R K A /C O N TR A ST - M R K M F0 32

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