Full text: Nachhaltiger Tourismus (3)

www.wirtschaftundumwelt.at
 Nachrichten
3/2004 Wirtschaft & Umwelt •  5
UVP-Gesetz durchzusetzen.
Bisher hatte er das Recht, bis
zum VfGH zu gehen. 
Ein aktuelles Erkenntnis
des VfGH besagt nun: Vor-
aussetzung für den Zugang
zum VfGH ist, dass jemand in
„subjektiven öffentlichen
Rechten“ verletzt sei, das
heißt, dass diese Rechte zu-
mindest auch bestimmte pri-
vate Interessen schützen sol-
len. Das kann aber – so der
VfGH – beim Umweltanwalt
nicht der Fall sein, weil er ja
„nur“ Umweltinteressen und
nicht seine eigenen schützt
(VfGH G/04 u.a. vom 16. 6.
2004).
„Die Umwelt selbst hat
keine Stimme, das benachtei-
ligt sie erheblich gegenüber
den Rechten einzelner Perso-
nen, aber auch gegenüber
Wirtschaftsinteressen“, sagen
die AK- Umweltschützer. Ge-
rade letztere spielen aber in
UVP-Verfahren eine wichtige
Rolle.  mi
A ARHU S - KON V EN T I O N  
RATIFIZIERUNG
VORGESEHEN
Das UN-ECE-Übereinkom-
men von Aarhus über den
Zugang zu Informationen,
Öffentlichkeitsbeteiligung
an Entscheidungsverfahren
und Zugang zu Gerichten in
Umweltangelegenheiten
soll ratifiziert werden.
Österreich hat die Aarhus-
Konvention zwar schon 1998
unterzeichnet, aber bisher
noch nicht ratifiziert. Nun
wurde die Ratifizierung die-
ses Übereinkommens zur Be-
gutachtung vorgelegt. Das
Übereinkommen hat zum
Ziel, den Zugang zu Um-
UNKONVENTIONELLER 
KLIMASCHUTZ
KOMMENTAR
RUUD KLEIN 
DAS STANDBEIN meiner Tätig-
keit ist das Verfassen von Stel-
lungnahmen zu Gesetzes- und
Verordnungsvorschlägen. Das
Spielbein ist das Schreiben des
Kommentars in diesem er-
lauchten Blatt. Üblicherweise
nehme ich dabei eine Person
aufs Korn, doch das ist diesmal anders: mein Un-
wohlwollen richtet sich heute gegen den Zweitakt-
motor.
Jüngst zu begutachten: ein Vorschlag über Emissi-
onsvorschriften für „mobile Maschinen und Geräte“
– Rasenmäher, Kettensägen, Notstromaggregate
etc. Meine Fehlersuche wurde rasch belohnt: Für
kleine Zweitaktmotoren lagen die Grenzwerte für
das giftige Kohlenmonoxid (nicht zu verwechseln
mit dem klimaschädlichen Kohlendioxid) und für
Kohlenwasserstoffe, die als Vorläufersubstanzen für
Ozon gefürchtet sind, um Größenordnungen falsch.
Anderenfalls hätte das bedeutet, dass der Großteil
des Benzins unverbrannt entweicht, der Rest un-
vollständig zu Kohlenmonoxid verbrannt wird.
Eine leichte Irritation kam auf, als ich entdeckte,
dass auch in der zu Grunde liegenden EU-Richtlinie
die selben Grenzwerte zu finden waren. Einige Te-
lefonate später war ich besser informiert – und er-
schüttert. Ja, Zweitaktmotoren haben einen abenteu-
erlich niedrigen Wirkungsgrad, ja, der größte Teil
des verwendeten Benzins kommt beim Auspuff un-
verbrannt heraus und ja, die Emissionen von Koh-
lenmonoxid sind tatsächlich grauenerregend.
Mein Trost ist jetzt nur, dass bei einer derart
schlechten Verbrennung der Ausstoß an klima-
schädlichem Kohlendioxid verschwindend gering
ist. Christoph Streissler
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.