www.arbeiterkammer.at WIRTSCHAFT & UMWELT 1/2008 SEITE 5 ARA diese Überschüsse auch dazu verwendet, die Gewerbeta- rife weitaus mehr zu senken als die Haushaltstarife, wo sie über ein Monopol verfügt, umMitbe- werber im Gewerbebereich vom Markt zu verdrängen. Wenn ARAdieVorwürfe nicht entkräf- ten kann, werde ein Antrag ans Kartellgericht folgen, so ein Sprecher der BWB. HO D EU TS C H L AND ATOMKONSENS BESTÄTIGT Neuerlich hat ein Verwaltungs- gericht die Beschwerde eines AKW-BetreibersgegendenDeut- schenAtomkonsensabgewiesen.  Um eine Laufzeitverlänge- rung des ältesten derzeit in Deutschland noch betriebenen AKWs zu erreichen, hatte der RWE-Konzern im September 2006 die Zustimmung zu einer Übertragung von Strommengen des stillgelegten AKW Mül- heim-Kärlich auf dasAKWBib- lis A beantragt. 2007 hatte das deutscheBundesumweltministe- riumdiesenAntrag abgelehnt, da dies das deutsche Atomgesetz nicht vorsehe. Die Bestimmun- gen gehen auf den deutschen Atomkonsens vom Juni 2000 zurück. Regierung und AKW- Betreiber haben dieÜbertragung von Reststrommengen auf kos- tengünstigereAKWs dort so ver- „Laut InternationalerEnergieagentur (IEA) seien allein für die Energieinfrastruktur bis 2030 welt- weit Investitionenvon16.000MilliardenUSDollar nötig.“ (Michael Paula, Innovationsministerium bei den„WorldSustainableEnergyDays“ inWels. Kurier, 14.März2008) VON RUUD KLEIN KOMMENTAR Vor etwa einemJahr erregte derUmweltmi-nister die Gemüter, als er zumVerzicht auf Fernreisen mit dem Flugzeug aufrief. Immerhin ist der Flugverkehr der Bereich derMobilität, in dem die Emissionen am rasantesten wachsen, auch wenn er immer noch weit hinter dem Au- toverkehr rangiert. Wie jeder Aufruf zumMäßi- gung blieb natürlich auch dieser wirkungslos – angesichts der verlockenden Angebote der Bil- ligflieger völlig verständlich. Nein, statt Verzicht gibt es heute modernere Mittel der Gewissensberuhigung. Der Ökofundi, der rasch nach Bali jetten muss und der dabei so viel CO2 in die Luft bläst wie ein Durch- schnittsbürger in einem ganzen Jahr, spendet ein wenig Geld für ein Windkraftprojekt in Ma- dagaskar – und presto: schon ist das schlechte Gewissen wie weggeblasen. Eine immer größe- re Zahl an Organisationen bieten mittlerweile solche Projektbeteiligungen an, mit unter- schiedlichenPreisenundunterschiedlichenAn- sprüchen an die Qualität der Projekte. Den Menschen ist nach so einer Spende das gute Gewissen billig – undmir ist es Recht. Was mich ärgert, ist die Feigheit von PolitikerInnen, die auf fromme Appelle setzen, statt Entschei- dungen zu treffen. Noch immer profitiert der Flugverkehr von Privilegien aus der Zeit seiner Kindertage: keine Mineralölsteuer auf Kerosin, keineMehrwertsteuer auf Tickets. Und die Ver- teidiger dieser Vorteile werden nicht rot, wenn sie die Beibehaltung dieser Begünstigungen begehren, da sonst die zweistelligen Zuwachs- raten im Flugverkehr einknicken könnten. Der Ablasshandel hingegen ist ihnen willkommen – er gefährdet das Geschäft nicht. DR . C H R I S TO PH ST R E I S S L E R * ABLASS FÜR’S ABGAS? *Dr. Christoph Streissler ist Chemiker und Mitarbeiter der Abtei- lung Umwelt & Verkehr in der AK Wien.

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