1994 in der Gewerbeordnung
„die Gefährdung der Nahver-
sorgung“ durch Verordnung
des Landeshauptmannes fest-
zustellen ist, existieren in den
Ländern nicht einmal Verfah-
ren dafür.
DerBericht enthält eine um-
fangreiche rechtlicheBestands-
aufnahme und eine detaillierte
Auflistung von strukturellen
Vollzugsdefiziten. Als drin-
gendste Konsequenz empfiehlt
derRechnungshof denBundes-
ländern, verstärkt den inter-
kommunalen Finanzausgleich
gegen den sinnlosen Standort-
wettbewerb bei derAnsiedlung
von überdimensionierten Ver-
kaufsflächen anzuwenden.
Der Rechungshof,
Reihe Bund, 2007/2:
www.parlament.gv.at/PG/DE/
XXIII/III/III_00026/imfname_
073091.pdf FG
TA N K E RUNG L Ü C K
HÖCHSTSTRAFE
GEGEN TOTAL
Das Tankerunglück der „Erika“
vom Dezember 1999 war die
schlimmste Ölkatastrophe in
der Geschichte Frankreichs.
 Nun wurde der Öl-Konzern
TOTAL von einem französi-
schen Strafgericht zur Höchst-
strafe verurteilt. Weiters wur-
den auch die italienische
Schiffsregisterfirma Rina, der
Reeder sowie der Chef der
Eignerfirma verurteilt. Total
und Rina hätten durch einen
„schwerwiegenden Fehler“
den Untergang der „Erika“
mitverursacht, so das Urteil.
Zum erstem Mal hat ein fran-
zösisches Gericht auch den
ökologischen Schaden aner-
kannt und rund 200 Millionen
Euro Schadenersatz zugebil-
ligt. Erstmals hat ein Gericht
auch den Besitzer der Fracht-
ladungen, der ein Schiff an-
heuert, zum Ersatz verpflich-
tet. Normalerweise sind diese
nach internationalem Seerecht
von der Verantwortung ausge-
nommen. Dazu läuft auch ein
Vorabentscheidungsverfahren
beim Europäischen Gerichts-
hof (C- 188/07 - Commune de
Mesquer). Nach der Ölpest
hatten dutzende Fischer, Ho-
telbesitzer, Gemeinden und
Umweltschutzgruppen wie
Greenpeace Anzeige gegen
TOTAL und weitere Beteiligte
erstattet. Ihre Schadenersatz-
forderungen belaufen sich ins-
gesamt auf rund eineMilliarde
Euro. TOTAL hat gegen das
Urteil berufen, aber angekün-
digt, die zugesprochenen 200
Millionen Euro jedenfalls zu
bezahlen. Der Großteil davon
geht freilich an den französi-
schen Staat. HO
Ö KOBU S I N E S S P L A N W I E N
UMWELT HAT
IHREN PREIS
Bereits zum vierten Mal ist
Ende Februar der Umweltpreis
der Stadt Wien verliehen wor-
den.
 Vier Unternehmen wurden
für ihre Projekte ausgezeich-
net, um Energie, Abfall und
Ressourcen einzusparen.Auch
bewusstseinsbildende Maß-
nahmen oder soziale Aspekte
einer nachhaltigen Betriebs-
führung werden berücksich-
tigt. Seit nunmehr zehn Jahren
unterstützt der ÖkoBusiness-
Plan Betriebe bei der Um-
setzung von umweltrelevanten
Maßnahmen. Auch 2007
haben über 100 Unternehmen
teilgenommen.
http://www.oekobusinessplan.
wien.at. HO
Mit Beispielswirkung geht die Stadt
Wien beimKlimaschutz seit Jahren vor-
an, auch imWohnbaubereich. Jetzt wird
der Fuhrpark derMA34 - Gebäudemana-
gement auf Erdgas-Autos umgestellt.
Wie und in welchemUmfang, darüber
sprachWilfried Leischmit demWiener
Stadtrat fürWohnen, Wohnbau und
Stadterneuerung,Dr. Michael Ludwig.
ÖKOMOBIL
Warum gerade Erdgas-Au-
tos? Gibt es keine anderen
Alternativen?
Ludwig: Erdgas ist ein be-
sonders umweltverträgli-
cher Treibstoff, da es von
fossilen Energieträgern
den geringsten Kohlen-
stoffgehalt aufweist. Zu-
dem fällt bei der Verbren-
nung kein gesundheits-
schädlicher Feinstaub an.
Natürlich gibt es auch an-
dere ökologisch sinnvolle
Antriebskonzepte, wie
etwa Elektrofahrzeuge.
Diese Technologie findet
auch in anderen Bereichen
der Stadt Wien, etwa bei
der Wiener Wohnen-Haus-
betreuungs GmbH. Ver-
wendung.
Wie groß ist die Umstel-
lung und der CO2-Einspa-
reffekt?
Ludwig: Zur Zeit besteht
der Fuhrpark der MA34
aus 25 Fahrzeugen, die vor
allem im Störungs- und
Servicedienst zum Einsatz
kommen. Zu den vier Erd-
gasautos, die ab sofort in
Verwendung stehen, kom-
men bis Sommer 2008
drei weitere Fahrzeuge hin-
zu. Bis Ende 2009 sollen
dann der gesamte Fuhr-
park auf den umwelt-
freundlichen Erdgasan-
trieb umgestellt sein. Allei-
ne durch die Umstellung
der MA34-Flotte können
wir pro Jahr über zehn
Tonnen CO2 einsparen.
Und die weiteren ökologi-
schen Vorteile?
Ludwig: Erdgasbetriebene
PKWs emittieren im Ver-
gleich zu benzinbetriebe-
nen PKWs bis zu 80 Pro-
zent weniger Kohlenmono-
xid (CO) und um rund 21
Prozent weniger Kohlendi-
oxid (CO2). Zudem wird die
Emission von Stickoxiden
(NOx) beinahe vollständig
vermieden. Im Vergleich zu
einem dieselbetriebenen
PKW wird der Ausstoß, der
für die Ozonbildung ver-
antwortlichen NOx-Emis-
sionen um bis zu 90 Pro-
zent reduziert.
Welche Beispielswirkung
erhofft sich die Stadt Wien
von dieser Maßnahme?
Ludwig: Wir fördern mit
den Mitteln der Wohn-
bauförderung in den Berei-
chen Neubau und Sanie-
rung von Wohnhäusern
eine Vielzahl ökologisch
sinnvoller Maßnahmen,
etwa den Umstieg auf al-
ternative Energieträger
wie Fernwärme, Biomasse
oder Sonnenkraft. Mir ist
aber wichtig, dass auch die
Stadt Wien in ihrem Be-
reich mit gutem Beispiel
voran geht. Mit dem Um-
stieg auf Erdgasautos kön-
nen wir auch alternative
Treibstoffe bekannter ma-
chen und aufzeigen, dass
diese dieselbe Leistung er-
bringen wie PKW mit Ben-
zin- oder Dieselantrieb.
INTERVIEW
www.arbeiterkammer.at WIRTSCHAFT & UMWELT 1/2008 SEITE 9
Erste globale Meereskarte
Sie zeigt, dass nur noch vier Prozent derWeltmeere vomMenschen
weitgehend unberührt, 40 Prozent dagegen stark angegriffen sind .
Vor allemKorallenriffe sind laut Studie der American Association for
the Advancement of Science (AAAS) bedroht. www.aaas.org
„80 Prozent des Wassers in der EU nutzt die
Landwirtschaft. Dort könnten wir 40 Prozent
einsparen. ImVergleichzuHaushaltenzahlendie
Landwirte einen Bruchteil, was zur Verschwen-
dungverleitet“. (ÖVP-EU-ParlamentarierRich-
ardSeeber; Kurier, 4.März2008)
F
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T
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(3
)
Michael Ludwig
        

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