che „AnrainerInnencafé“ im
Klopsteinpark statt, zu welcher
der Bezirksvorsteher einlud.
Weiters wurde der Prozess durch
denVortrag „Kinderbeteiligung“
von ÖISS für die VS und das
SPZ (Sonderpädagogisches
Zentrum) Petrusgasse oder
durch eine Exkursion zu bereits
umgesetzten Mehrfachnut-
zungsmodellen in Wien-Hernals
und Wien-Floridsdorf voran ge-
trieben.
Im Beteiligungsverfahren für
Kinder in den beiden Volksschu-
len nahmen über 350Kinder teil!
Das Resultat war eine Liste der
„Top10“derKinderwünsche. Im
Beteiligungsverfahren für Er-
wachsene wurden im ersten Teil,
der „Planungswerkstatt“, die Be-
dürfnisse nachNutzerInnengrup-
pen unterschieden und gesam-
melt. Im zweiten Teil, der „Zu-
kunftswerkstatt“, gab es Infor-
mationen über Prozesse und Pla-
nung für Laien und wurden die
„Top 10“ der NutzerInnenwün-
sche der Erwachsenen heraus ge-
arbeitet, die später verbindliche
Vorgaben für das umsetzende
Planungsbüro wurden! In zwei
PlanerInnenworkshops ging es
schließlich darum, wie diese Lis-
te umgesetzt werden kann.
SOZIALER MEHRWERT
Gelungen ist die Realisierung
dieses bisher größten Agenda-
Projektes in der kurzen Zeit von
nur vier Jahren unter der Beteili-
gung von 800 Menschen. Für
Hans Emrich, Koordinator der
LA 21 in Wien-Landstraße, ist
das Schönste das entstandene
Wir-Gefühl: „Das ist unser
Park“. Der Park wurde um 700
m? erweitert und so mehr Bewe-
gungs- und Freiraum für Kinder
auf Kosten eines kleinen Um-
wegs für Autos geschaffen. Da-
bei wurden die Öffnung des
Schulhofs der angrenzenden
Volksschule und die ge-
schlechtssensible Parkgestal-
tung unter besonderer Berück-
sichtigung der Bedürfnisse von
Mädchen mit berücksichtigt. Im
Laufe des Prozesses kam es zu
einer kontinuierlichen Zusam-
menarbeit von BürgerInnen, Be-
zirkspolitik und BeamtInnen so-
wie verschiedener Institutionen.
Die Ergebnisse des intensiven
Beteiligungsprozesses wurden
zu 100 Prozent in die Parkpla-
nung mit einbezogen und an die
300.000 Euro in die Neugestal-
tung investiert.
„Das Projekt zeigt, wie kon-
krete Zusammenarbeit zwischen
Bezirkspolitik und engagierten
Agenda-Aktiven erfolgreich
funktioniert“, freut sich Thomas
Ritt, Vorsitzender der Steue-
rungsgruppe der Lokalen
Agenda Wien Landstraße und
des Umweltausschusses der Be-
zirksvertretung. „Seitens desBe-
zirkes wurden die erforderlichen
Mittel für die geschlechtssensi-
ble Neugestaltung des Klop-
steinplatzes durch die MA42 si-
chergestellt. Im Rahmen des ko-
operativen Planungsprozesses
brachten sich viele BewohnerIn-
nen mit ihren Ideen ein. Ich
glaube, das Ergebnis kann sich
sehen lassen.“
Bei der Auszeichnung als ei-
nes der Best-Practice-Beispiele
beimWettbewerb „Stadt fair tei-
len–Beispiele für den fair geteil-
ten öffentlichen Raum“ kam die
Jury zum Schluss: „Prämiert
wurde der Klopsteinplatz (Joe-
Zawinul-Platz), weil Platz,
Straße und Schulhof gemeinsam
in den Blick genommen wurden
und für dieNutzerInnen eine ein-
heitliche Lösung gefunden
wurde.“
Zur Eröffnung des Parks er-
schien „die halbe Landesregie-
rung“, wie Bezirksvorsteher Er-
ich Hohenberger erfreut fest-
stellte. Bürgermeister Michael
Häupl betonte in seiner Anspra-
che die Qualität des Beteili-
gungsprozesses: „Dieser Park ist
eine Benchmark! Wir werden
das ab jetzt immer somachen.“
Qualitätshandbuch
DasHandbuch zuStrukturen,
Grundsätzen,Regeln undMethoden
desWienerModells der LA21. Down-
loadunter:www.LA21wien.at
Studien
Unter diesemLink findenSie diverse
Studien zur LokalenAgenda21 und zur
Beteiligung: http://la21wien.at/la-21-
nachlesen/studien-zur-la-21-wien
Welt(en)reise
AusgehendvomdrittenBezirk inWienwurdedas in-
terkulturelle LA21-Projekt „Reise durchdieWelt(en)“
inWien initiiert.Mehr unter www.agenda-wien3.at
(LAGWeltenreise) und www.weltenreise.at
SEITE 28 WIRTSCHAFT & UMWELT 2/2009 www.wirtschaftundumwelt.at
POLITIK BETRIEB LEBEN
ZEITPLANUNDPROZESSABLAUF
Mai 2005 Start der LA21 Landstraße
November 2005 Gründung der Agendagruppe „Gender-Plattform“
September 2006
Einstiegs-Workshop: Vor-
trag „Kinderbeteiligung“
für Volksschulen und Kin-
dergarten durch ÖISS /
Juvivo / MA18
Erstinformation Anrai-
nerInnen:
- Aushang in allen an-
grenzenden Wohnhäu-
sern
- AnrainerInnencafé mit
BV Hohenberger am
Klopsteinplatz: Befra-
gung nach Wünschen
durch Agendagruppe
- Interviews mit Ju-
gendlichen: Befragung
nach Wünschen durch
Jugendzentrum
Nutzungswünsche Ju-
gendliche
Oktober 2006
Exkursion Mehrfachnutzung mit 50 Interessierten,
MA18 und Parkbetreuung
November 2006
Beteiligungsverfahren
Kinder:
- Workshop-Einführung
für PädagogInnen
- Workshops mit über 350
Kindern
Nutzungswünsche Kinder
Beteiligungsverfahren
Erwachsene:
- Planungswerkstatt:
Bedürfnisse der Nutze-
rInnengruppen
Nutzungswünsche Er-
wachsene
Jänner 2007
Sounding Board mit Resonanzgruppe: Bezirk, MA42,
Agendagruppe
Februar 2007
Zukunftswerkstatt mit Bezirk, MA 42, MA 56, Anraine-
rInnen und Agendagruppe
Nutzungswünsche gesamt: Top 10 vom Klopsteinplatz
Juni 2007
Präsentation der Ergebnisse beim Schulfest am Klop-
steinplatz durch Agendagruppe; Straßensperre und
Bespielung durch Parkbetreuung
Ende 2007
Budgetplanung und Planungsbeauftragung der MA 42
durch Bezirk
Februar 2008
Moderierte Gespräche zur Kommunikation mit Bezirk,
MA 42, MA 56, Schulen, Agendagruppe
Feb – Mai 2008
5 Planungsbesprechungen mit MA 42, Bezirk und
Agendagruppe
Juni 2008
Präsentation der Planungen beim Schulfest am Klop-
steinplatz durch Agendagruppe und Agenda Wien
Landstraße
November 2008 Baubeginn
Juni 2009 Fertigstellung und Eröffnungsfest am 3. Juni 2009
        

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