FISCHFANG: DIE MEERE SIND LEER
MitdemweltweitenFischbestandgehtes rapideber-
gab. Zu Zeiten der Segelschifffahrt waren die Erträge
britischer Flotten viermal so groß wie heute.
Schon 2009 hat die EU-Kommission 90 Prozent der
Fischbestände für überfischt gehalten. Doch Schlepp-
netzfischerei gibt es schonviel länger als die dabei her-
angezogenenDaten.BritischeForscherhabennunSta-
tistiken bis zurück nach 1889 für eine Bestandsauf-
nahme verwendet. „Unsere Studie zeigt, dass der Zu-
stand der britischen – und implizit der gesamten eu-
ropäischen – Fischerei viel schlimmer ist, als selbst die
pessimistischsten Schätzungen zeigen“, so Callum
Roberts, einer derAutoren.Der FischbestandderWelt-
meere wurde seit 1900 durch die kontinuierliche Über-
fischung massiv reduziert, Forscher gehen von einem
Rückgang von 90 bis 95 Prozent aus. Die ökologische
Krise istmittlerweile auch eine ökonomische: Bis in die
1950er Jahren stiegen die Fangquoten. Seither gehen
sie rapide zurück und liegen heute unter dem Niveau
von 1889. Auch derAufwand ist imSchnitt umden Fak-
tor 17 gestiegen. HO
www.wirtschaftundumwelt.at
tuelleEU-Vorstoß sieht zwarvor,
der Gentechnik gegenüber kriti-
sche Länder wie Österreich den
Anbau national leichter verbie-
ten zu lassen. Umgekehrt heißt
das aber, dass Staaten, die die
Gentechnik befürworten, deut-
lich einfacher GVO-Saatgut ein-
setzen könnten,wodurch derAn-
bau europaweit steigen würde.
Ein einschlägiges Beispiel dafür
ist die lange Zeit unentdeckt ge-
bliebene Aussaat von Genmais
in gleich sieben deutschen Bun-
desländern. Überdies ist noch
nicht endgültig geklärt, ob natio-
nale Verbote überhaupt den Re-
geln der Welthandelsorganisa-
tion WTO standhalten können.
Erst wenn die Risikoabschät-
zung auf EU-Ebene verbessert
wird, kann darüber nachgedacht
werden, ob nationale Anbauver-
bote sinnvoll sind oder nicht. HO
I G - LU F T 1
LUFTREINHALTUNG
IN ROT-WEISS-ROT
Österreich wird weiterhin nomi-
nell strengere Grenzwerte für
Feinstaub (PM 10) und Stickoxide
(NO2) haben als es die EU vor-
schreibt.
 Dies sind 25 Tagesgrenzwert-
überschreitungen bei Feinstaub
(PM 10) ab 2010 und einen Jah-
resmittelwert von30mgbeiNO2
ab2012.De facto zählen aber nur
die EU-Grenzwerte. Dies ist das
Fazit der Novelle des Immissi-
onsschutzgesetzes-Luft (IG-L),
die am 15. Juni 2010 im Mini-
sterrat beschlossen wurde. Mit
der Novelle wird nämlich bei der
Neugenehmigung von gewerbli-
chen Anlagen und Straßen nur
mehr auf die EU-Grenzwerte,
also 35 Tagesgrenzwertüber-
I G - LU F T 2 :
UMWELTMINISTER
AM ZUG
Bisher war beim IG-L der Um-
weltminister fein raus. Der jüng-
ste IG-L-Beschluss ändert dies
ein wenig.
 Die Landeshauptleute dürfen
derzeit das Bundesgesetz IG-L
vollziehen, jedoch nur einge-
schränkt, weil bundeseinheitli-
che Regelungen (z. B. KFZ-Um-
weltplaketten) fehlen oder an-
dere Bundesgesetze (z. B. Ge-
NACHRICHTEN
SEITE 4 WIRTSCHAFT & UMWELT 2/2010
F
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U
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(3
)
schreitungen bei PM 10 und ei-
nen Jahresmittelwert von 40 mg
bei NO2 abgestellt.Weil aber der
EU-Umweltmusterschüler
Österreich schon enorme
Schwierigkeiten mit den EU-
Grenzwerten hat und EU-
Rechtsverletzungsverfahren vor
der Tür stehen, räumt das neue
IG-L auch den zuständigen Lan-
deshauptleuten bessere Hand-
lungsmöglichkeiten ein. Diese
können bis dato sakrosankteAlt-
anlagen bei Überschreiten der
EU-Grenzwerte auf den letzten
Stand der Technik bringen. FG
180.000 Tonnen
Soviele Tonnen CO2 werden durch
die biologische Bewirtschaftung in
Österreich eingespart.
www.umweltberatung.at
CO2-Killer Gemüse
Die Herstellung von einemKilogramm
Rindfleisch erzeugt 6.450Gramm
CO2, die Herstellung von einemKilo-
gramm Gemüse jedoch nur 150
Gramm. www.umweltberatung.at
G EN T EC HN I K
MEHR ANBAU
VON GVO?
DerAnbauvongentechnischver-
änderten Organismen (GVO) soll
künftig von den EU-Staaten
selbst entschieden werden dür-
fen.
 Dieser Vorschlag der EU-
Kommission würde in Zukunft
eindeutig zu mehr Anbau von
GVO inEuropa führen, kritisiert
Greenpeace. Nachdem der Han-
del mit Saatgut und Lebensmit-
teln grenzüberschreitend statt-
findet, würde die Gefahr von
Verunreinigungen in Österreich
deutlich steigen. „Da kommt ein
Wolf im Schafspelz auf uns zu,
denn Gentechnik macht an kei-
ner Landesgrenze halt. Die EU-
Kommission sollte endlich die
vom EU-Umweltrat geforderte
Verbesserung derRisikoabschät-
zung umsetzen“, so Philipp
StrohmvonGreenpeace. Der ak-
        

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