bei Fahrverboten geben. Bis auf
Ausnahmen sindFahrverbote für
umweltschädliche PKW und so-
gar gewerblichen LKW-Verkehr
möglich. Auch der Traktor
außerhalb von landwirtschaftli-
chen Tätigkeiten ist nicht mehr
Tabu. KFZ-Umweltplaketten
werden zudem Polizisten die
Kontrollen erleichtern. In den
EU-Staaten gibt es eine ganze
Palette von unterschiedlichen
Umwel t zonen -Mode l l en .
www.lowemissionzones.eu/inde
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MOB I LT E L E FON
INTERPHONE-
STUDIE
Handynutzung: Die Ergebnisse
der so genannten Interphonestu-
die sind Anfang Juni präsentiert
worden.
 Von einer durchschnittlichen
Handynutzung, so das Ergebnis,
gehe keine Gefahr aus. Im Hin-
blick auf Handynutzer, die be-
sonders häufig telefonieren, sind
die Resultate unklar. Die Inter-
phone-Studie sollte mit epide-
miologischen Methoden mögli-
che Gesundheitsrisiken auf-
spüren. Daran waren Forscher
aus ganz Europa, Australien, Is-
rael, Japan, Kanada und Neusee-
land beteiligt. Die „International
Agency for Research on Cancer
(IARC)“ in Lyon hatte die Koor-
dination. Zwischen 2000 und
2003 wurden insgesamt 2.765
Gliom- und 2.425 Meningeom-
Patienten sowie 7.658 gesunde
Vergleichspersonen zu ihren Te-
lefonier-Gewohnheiten befragt.
Damit ist Interphone die bisher
größte Fall-Kontrollstudie, die
Handygebrauch und Tumorrisi-
ken untersucht hat. Sie erfasste
vor allem kurzzeitige Handynut-
NACHRICHTEN
 Die langsamen Mühlen
der Justiz: Mehr als 25
Jahre nach einem der größ-
ten Chemieunfälle der Ge-
schichte wurden die ersten
Urteile über die Verantwort-
lichen gefällt. Am 3. Dezem-
ber 1984 wurden bei einer
Explosion in einer Chemie-
fabrik der Firma Union Car-
bide im indischen Ort Bho-
pal vierzig Tonnen Methyli-
socyanat freigesetzt. Min-
destens 3.500 Menschen
starben unmittelbar an dem
Gift, etwa 15.000 an den
Folgewirkungen. Acht Ver-
antwortliche wurden An-
fang Juni von einem Gericht
in Bhopal zu je zwei Jahren
Haft verurteilt, einer von ih-
nen posthum. Von Organi-
sationen der Opfer werden
diese Urteile als viel zu spät
und zu milde angesehen.
 Zertifizierung von Bio-
kraftstoffen: Die Richtlinie
über erneuerbare Energien
aus 2009 sieht vor, dass
2020 zehn Prozent der
Treibstoffe im Verkehr aus
erneuerbaren Quellen stam-
men. Damit Biokraftstoffe
für diese Ziel anrechenbar
sind, müssen sie nachhaltig
erzeugt worden sein. Die
Europäische Kommission
hat nun Kriterien vorgelegt,
nach denen sie Zertifizie-
rungssysteme für die Nach-
haltigkeit der Biokraftstoffe
anerkennt. Weiters sieht die
Richtlinie in einem ersten
Schritt vor, dass durch den
Einsatz der Biokraftstoffe
35 Prozent weniger an
Treibhausgasen emittiert
werden als beim Einsatz
fossiler Kraftstoffe. In ei-
nem Leitfaden der Kommis-
sion wird nun dargelegt, wie
diese Einsparung zu be-
0 90 180 270 360 450 540
Österreich-Schnitt  522
20. Innsbruck-Stadt 441
19. Wien Donaustadt  440
18. Wien Wieden  420
17. Wien Döbling  418
16. Wien Floridsdorf  399
15. Wien Alsergrund  395
14. Wien Penzing 384
13. Wien Mariahilf  384
12. Wien Währing 369
11. Wien Simmering 368
10. Wien Neubau 367
9. Wien Josefstadt  356
8. Wien Meidling  352
7. Wien Favoriten 351
6. Wien Hernals 341
5. Wien Leopoldstadt  332
4. Wien Margareten  329
3. Wien Ottakring  327
2. Wien Brigittenau  312
1. Wien Rudolfsheim-Fünfhaus  308
Die 20 Bezirke Österreichs mit dem niedrigsten Motorisierungsgrad
(PKW pro 1.000 Einwohner)
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zer, aber auch eine Anzahl von
Personen, die bereits vor 1994
begannen, mobil zu telefonier-
ten. www.iarc.fr HO
V E R K EHR
ÖKOLOGISCHES
SORGENKIND
Trotz großer Fortschritte durch
technologische Innovationen
bleibt der Verkehr ein umweltpo-
litisches Sorgenkind.
 Das ist der Tenor des zehnten
TERM-Berichtes der EU-Um-
weltagentur, der mit seinen 40
Indikatoren eine Bestandsauf-
nahme der EU-Verkehrspolitik
vornimmt. Vor allem längere
Reisen von Personen und noch
mehr der Transport von Gütern
machen jede CO2-Einsparung
durch technische Verbesserun-
gen (z.B. EU-Vorgaben bei CO2-
Ausstoß von KFZ) zunichte.
Verstärkt wird dieser Trend
durch überproportionale Mark-
tanteilzuwächse bei klimaineffi-
zienten Verkehrsträgern auf der
Straße und in der Luft zulasten
vonBahn undBinnenschifffahrt.
Auch bei Luftverschmutzung
und Lärm ist technischer Fort-
schritt kein Allheilmittel. Ob-
wohl vor allem schwefelfreier
AUTOFREIHAUSHALTEN
Unter den Top 20 Regionen Österreichs mit dem niedrigsten Motorisierungsgrad bele-
gen Wiener Bezirke die ersten 19 Plätze. Rudolfsheim-Fünfhaus gewinnt vor Brigitten-
au und Ottakring. Doch auch in Wien sind die Unterschiede groß: Die größte PKW-Dich-
te inWien gibt es inWien-Liesing, das imÖsterreich-Ranking an41. Stelle liegt.Während
auf 1.000 EinwohnerInnen in Rudolfsheim-Fünfhaus 308PKWkommen, sind es inWien-
Liesing 510 PKW. Liesing ist damit der Bezirk mit dem höchsten Motorisierungsgrad
und der einzige Bezirk in Wien, der im Österreich-Schnitt (522 PKW) liegt. Die Ergeb-
nisse beweisen, dass man auch ohne Auto gut leben und überall gut hinkommen kann.
Vorausgesetzt, es gibt eine gute öffentliche Verkehrsanbindung. Das ist besonders für
einkommensschwache Schichten von Bedeutung. Für Planer- und PolitikerInnen be-
deutet das: will man erreichen, dass die Menschen weniger Auto fahren, sind die Öffis
auszubauen. LEI
SEITE 6 WIRTSCHAFT & UMWELT 2/2010 www.wirtschaftundumwelt.at
AUF EINEN BLICK: EU & EUROPA …
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