Full text: Bittere Ernte (3)

www.wirtschaftundumwelt.atSEITE 2 WIRTSCHAFT & UMWELT 3/2010
INHALTSVERZEICHNIS
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GRÜNSTICHIG.Monika
Langthaler, Ex-Grüne und
Consultant bei Unterneh-
men für unzählige hoch-
bezahlte CSR-Berichte,
hat Problememit Ar-
beitslosen bei ihremGa-
strobetrieb: „Die meisten
bitten bloß um einen
Stempel,“ andere sagen
„'Schauen S', ich krieg
Sozialhilfe, daneben geh
ich pfuschen. Da verdien
ich dochmehr, als wenn
ich bei Ihnen angestellt
bin!'" (Standard, 15.9.10).
Wir wissen nicht, was Ga-
stro-Langthaler Arbeits-
losen bezahlt. Wir wissen
aber, dass 744 Euro So-
zialhilfe nicht nachhaltig
zum Leben reichen.
SIBIRIEN KOMMT, das
Waldviertel entrückt. Die
russische Breitspurbahn
soll bis Wien verlängert,
die Transportzeit von
Westeuropa nachWladi-
wostok von 25 auf 15
Tage verkürzt werden
und so in Österreich jähr-
lich 170.000 LKW-Fahr-
ten ersetzen. Na da fällt
es wohl kaum ins Ge-
wicht, dass NÖ-Lan-
desonkel Erwin gerade
viele Bahnlinien einstellt.
Nastrowje!
STROMWÄSCHE.Geld-
wäsche kennt man, Ge-
hirnwäsche auch. Strom-
wäsche verbindet beides.
Wie? Über Nacht kauft
man deutschen Atom-
strom, pumpt damit Was-
ser in Österreichs Spei-
cherkraftwerke und lie-
fert untertags „guten“
Ökowasserstrom. Profi-
table Ökogehirnwäsche.
FAIRHEIRATEN? Jetzt
gibt’s Trauringe aus fai-
rem Gold amMarkt.
Währendman sich so
fairheiratet, vergoldet
sich der Juwelier seine
Nase. Sich so zu fairei-
nigen kostet stolze 650
Euro. Fairtrauen ist gut,
Preiskontrolle besser.
CO2-BETRUG.Der be-
trügerische Handel mit
CO2-Emissionsrechten
hat laut Europol zu Steu-
erverlusten von rund
fünf Milliarden Euro ge-
führt. Steuerfrei impor-
tierte Verschmutzungs-
rechte wurdenmit Mehr-
wertsteueraufschlag
weiter verkauft, die
Steuer aber nicht abge-
liefert. In etlichen Staa-
ten sollen bis zu 90 Pro-
zent der Verschmut-
zungsrechte auf Betrug
zurückgehen. Für man-
che ist schon der CO2-
Handel als solches eine
Augenauswischerei.
KILLERHAMSTER.Die
Arktis schmilzt, der
Wettlauf um den Roh-
stoffabbau unterm „ewi-
gen“ Eis hat voll einge-
setzt. Doch was ist das
alles gegen die Klimage-
fahr von Hamster & Co.?
So entspricht der Öko-
Abdruck zweier Hamster
demWert eines Plasma-
fernsehers, der einer
Katzemit 0,15 Hektar
nur unbedeutend weni-
ger als der eines VW
Golf. Autofahrenmacht
so wieder Spaß, bleibt
aber wegen des „Fut-
ters“ trotzdem teurer.
FAZIT GRAU IN GRAU
DAS WUM-OMETER
UMWELTPOLITIK
ABWEGIG?
 Das Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-
L) soll den Feinstaubausstoß begrenzen.
Abseits der Straße verwendete Geräte
und Maschinen waren bis dato davon aus-
genommen. Dies wurde jetzt geändert.
Auch die Rollen von Umweltminister und
Landeshauptleuten beim IG-L hat sich ge-
wandelt. Seite 10
RUBRIKEN
Nachrichten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
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Umwelt EU – Europa – Welt . . . . . . . . . 6
Aktuelles Interview . . . . . . . . . . . . . . . . 9
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Medien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
Gerechtigkeit muss sein . . . . . . . . 32–33
Vor 15 Jahren, AK-Studien . . . . . . . . 34
ATMOSPHÄRE
Die Behandlung von ar-
beitsmarkt- und sozialpoli-
tischen Fragen in Nachhaltig-
keitskonzepten entspricht oft-
mals nicht den häufig geäußer-
ten Vorstellungen von Nachhal-
tigkeit als Dreieck von Ökologie-
Ökonomie-Soziales und kommt
zu kurz. Durch die Konzentration
auf ökologische Fragestellungen
entsteht der Eindruck, als ob die
Verfolgung ökologischer Ele-
mente bereits die Grundlage ei-
ner sozial gerechten, lebenswer-
ten und auch arbeitsmarktpoli-
tisch heilenWelt verspräche.
Herbert Tumpel
        

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