Full text: Bittere Ernte (3)

GORLEBEN DOCH ENDLAGERSTANDORT?
 Anfang August hat das deutsche Bundesumweltmi-
nisterium die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsi-
cherheit mit einer vorläufigen Sicherheitsanalyse Gor-
leben beauftragt. Die deutsche Bundesregierung will
die ausgesetzten Erkundungsarbeiten für ein Atom-
endlager nun fortführen. Zuletzt hat sie auch Zwangs-
enteignungen erwogen. Neben dem Erkundungsberg-
werk für das so genannte „Endlager“ bestehen in Gor-
leben noch Zwischenlager u.a. für die Behälter mit ab-
gebrannten Brennelementen („Castoren“), die jährlich
im November aus der französischen Aufbereitungsan-
lage La Hague angeliefert werden. Die Entscheidung
für die Errichtung eines Endlagers ist 1977 unter dem
damaligen Bundeskanzler Kohl gefallen. Nach Bürger-
protesten wurde sie 2000 ausgesetzt. Auf Betreiben
der Oppositionsparteien tagt im deutschen Bundestag
einUntersuchungsausschuss zur Frage,warummanal-
leine auf Salz als Wirtsgesteine gesetzt habe. Schon
jetzt sehen die Kritiker bestätigt, dass die Entschei-
dung für Gorleben eine politische und keine wissen-
schaftliche war. www.bundestag.de HO
www.wirtschaftundumwelt.at
Für alle weiteren Flüge, also
etwa nach Amerika, Fernost,
Australien oder in das südliche
Afrika, werden pro Ticket künf-
tig 45 Euro fällig. DiesesModell
– umgelegt auf Österreich mit
11,3 Millionen abfliegenden
Passagieren im Jahr 2009 –
würde Steuereinnahmen von
rund 124Millionen Euro im Jahr
bringen. Da die Steuer auf
die Ticketpreise aufgeschlagen
würde, hätten dies die Fluggäste
zu bezahlen. DU
L KW -MAU T
GRÜNE MAUT
IN DER EU?
Die belgische EU-Präsident-
schaft legt einen Kompromiss-
vorschlag vor.
 Seit 2008 wird in der EU über
die „grüne“ LKW-Maut gestrit-
ten. Demnach sollen Mitglied-
staaten alle vom LKW-Verkehr
verursachten Umwelt- und Ge-
sundheitskosten bei der Maut
„einrechnen“ können. Bis De-
zember 2010 will die belgische
EU-Präsidentschaft dazu einen
Kompromiss bei den „externen
Kosten“ desLKWimEU-Rat er-
zielen. Im Prinzip unumstritten
sind Zuschläge bei Lärm, Luft-
verschmutzung und „sensiblen
Gebieten“, z.B. Bergregionen.
Längst vom Tisch sind Unfall-
folgekosten und Klimawandel,
strittig dagegen sind Staukosten.
Der belgische Vorschlag sieht
keine Mautzuschläge für Staus
mehr vor. Auf Autobahnen kön-
nen aber Tages-, Wochen- und
Jahreszeiten bis zu 500 Prozent
des Durchschnittstarifs variiert
werden, sofern keine Mehrein-
nahmen anfallen und PKW er-
 Alljährlich lassen der öster-
reichische (VCÖ) und der deut-
sche Verkehrsclub (VCD) die
umweltfreundlichsten PKW in
der Kompakt-, Familien- („5-Sit-
zer“) und Van-Klasse („7-Sit-
zer“) sowie das „klima-
beste Auto“ ermitteln. Insgesamt
350 Modelle werden nach den
drei Kategorien Spritverbrauch
und CO2-Ausstoß, Lärm und
Luftschadstoffausstoß bewertet.
Zudemwerden die Hersteller auf
ihr „Umweltengagement“ (v. a.
umweltschonende Produktion
und Qualität der umweltrelevan-
ten Information für Käufer) ab-
NACHRICHTEN
SEITE 4 WIRTSCHAFT & UMWELT 3/2010
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)
fasst sind. Weiters sollen Zu-
schläge wegen Luftverschmut-
zung nur bei alten LKWzulässig
sein, moderne LKW(„EuroVI“)
mit serienmäßigem Partikelfilter
dagegen nicht. FG
AU TO S
ÖKOTEST
FÜR PKW
Laut einer Bewertung von VCÖ
und VDC haben japanische Auto-
hersteller bei „Öko-Autos“ die
Nase vorne.
120 Stunden
So lange stehen die ÖsterreicherIn-
nen durchschnittlich pro Jahr im
Stau. SiebenMilliarden Euro im
Jahr gehen laut VCÖ dadurch ver-
loren. www.vcoe.at
Donau-Fracht
Ein einziges Donau-Frachtschiff mit
einer durchschnittlichen Ladung
von 2.000 Tonnen kann 100 LKW,
die je 20 Tonnen transportieren, er-
setzen. www.bmvit.gv.at
LU F T V E R K EHR
STEUER AUF
FLUGTICKETS
Die deutsche Regierung be-
schloss Anfang September einen
Gesetzesentwurf für eine Flug-
ticketsteuer.
 Demnach soll ab sofort auf
alle Flüge, die für das kommende
Jahr gebucht werden, eine
Ticketsteuer eingehoben wer-
den. Die Höhe des Steuerbetra-
ges richtet sich jeweils nach der
Entfernung des größten Flugha-
fens des Ziellandes vom Flugha-
fen Frankfurt am Main. Acht
Euro pro Ticket wird sie für
Flüge innerhalb Deutschlands
und Europas, nach Tunesien,
Marokko, die Kanaren und
Russland betragen. Für Mittel-
streckenflüge zwischen 2.500
und 6.000 Kilometer beträgt die
Ticketsteuer 25 Euro. Diese
Flüge reichen im Süden bis fast
zum Äquator und im Osten bis
nach Pakistan und Kasachstan.
        

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