Full text: Bittere Ernte (3)

den. Zudem soll die getrennte
Abfallsammlung europaweit
eingeführt werden, soweit dies
auswirtschaftlichen und ökolo-
gischen Gründen machbar ist.
In Antwort auf das Grünbuch
der EU-Kommission über die
Bewirtschaftung von Bioabfall
hat das EU-Parlament An-
fang Juli dies in einer Ent-
schließung bekräftigt. In Län-
dern wie etwa Österreich, den
Niederlanden oder Schweden
wird Bioabfall weitgehend ge-
trennt gesammelt. Doch in vie-
len anderen EU-Ländern sam-
melt man Bioabfall nach wie
vor zusammenmit anderen Re-
sten ein. Die Ablagerung in ei-
ner Mülldeponie ist zweifels-
frei die schlechteste Lösung –
dennoch landen europaweit ca.
40 Prozent des Biomülls auf ei-
ner Deponie, in Polen und Li-
tauen sind es sogar 90 Prozent.
Die Kommission soll bis Ende
des Jahres einen Richtlinien-
entwurf dazu einbringen. HO
BAHN L Ä RM
SCHIENENBONUS
ÜBERHOLT
Die Rechtfertigung des Schie-
nenbonus beruht auf alten Da-
ten und berücksichtigt nur sub-
jektive Störungen.
 Neue Untersuchungen zei-
gen, dass beim Schienenlärm
ein gesundheitliches Risiko
vor allem durch eine regel-
mäßige Störung des Schlafes
entsteht. Dieses Risiko wird
durch den Schienenbonus,
sowie Fehlen eines Grenzwer-
tes für Spitzenpegel erhöht.
Daher ist der Schienenlärm-
bonus aus wissenschaftlicher
Sicht nicht mehr haltbar.
Das ist eines der Ergebnisse
einer Studie des Uni-Klinikum
Freiburg zu den gesundheitli-
chen Folgen von Schienen-
lärm, die 119 empirische
Studien zum Thema aus-
wertete. Insbesondere die
Schlafstudien zeigen einen
starken Einfluss von Schie-
nenlärm auf das Schlaf-
verhalten, bedingt durch
die im Vergleich zum Straßen-
verkehr relativ hohen
Spitzenpegel der vorbeifah-
renden Züge. Die dabei verur-
sachte Erregung des autono-
men Nervensystems ist selbst
dann nachzuweisen, wenn
kein Aufwachen stattfindet.
Diegesetzlichen Vorgaben
zum Lärmschutz berücksichti-
gen allerdings beim Schienen-
lärm keine Spitzenpegel
und ermöglichen so auch
nachts hohe Lärmspitzen.
www.region-suedlicher-ober-
rhein.de HO
Menschenmit Behinderungen. Immer
weniger finden nachhaltig Arbeit. Jetzt
gibt es inWien im IT-Bereich ein Beispiel,
das Nachhaltigkeit im ökologischen,
ökonomischen und sozialen Sinne lebt:
„AfB - Arbeit für Menschenmit Behinde-
rungen“. Wie das geht, darüber sprach
Wilfried Leischmit Geschäftsführer
Ernst Schöny.
NACHHALTIGE CHANCE
Seit wann gibt es AfB
und welche Idee steht
dahinter?
Schöny: Seit 2004. Eine
Zukunftsperspektive zu
finden ist für behinderte
Mitmenschen oft vollkom-
men chancenlos. Unser
Konzept ist es, gebrauchte
IT- Systeme von großen
Firmen zu erhalten, daran
die notwendigen Dienst-
leistungen zu erbringen
und die Geräte wieder ko-
stengünstig mit Garantie
zu vermarkten. Ziel ist die
Schaffung von 500 zu-
kunftssicheren Arbeits-
plätzen im IT-Bereich für
Menschen mit Behinderun-
gen.
Wie viele Menschen
sind beschäftigt und
was machen sie?
Schöny: Derzeit sind an al-
len zehn Standorten mehr
als 90 MitarbeiterInnen,
davon zehn in Österreich,
beschäftigt. 2011 sollen es
hier mehr als 40 sein.
Trotz schwerer Gehbehin-
derung arbeiten sie im
Außendienstvertrieb, kauf-
männischen Bereich, Repa-
raturservice oder Lager.
Psychisch kranke Mitarbei-
terInnen reinigen ge-
brauchte Computer oder
führen Datentests durch.
Warum jetzt auch ein AfB-
Shop in Wien?
Schöny: Weil eine gelebte
soziale Kompetenz von der
Politik, aber auch von den
Menschen der Stadt und
den Wirtschaftsführern der
großen Firmen für uns die
wichtigste Grundlage für
unser soziales Konzept ist.
Die zugesagte Kooperation
der Stadt Wien ist ein we-
sentlicher Faktor und die
Grundlage für die Eröff-
nung in Wien.
Was sind die bisher
erzielten Erfolge?
Schöny: Alle MitarbeiterIn-
nen erfüllen ihre Aufgaben,
bringen dabei höchsten
Einsatz und tun es dankbar
und voller Begeisterung.
Der Durchsatz von ge-
brauchten IT-Geräten über
AfB beträgt ca. 80.000
Stück und durch die Zu-
sammenarbeit mit unseren
fünf Partnern, etwa der
Reintegra in Wien, hat AfB
bereits 50 zusätzliche Ar-
beitsplätze geschaffen.
Wie schätzen Sie
die zukünftige Entwick-
lung ein?
Schöny: Der Markt für ge-
brauchte IT-Geräte ist vor-
handen. Der Plan ist, den
Durchsatz auf mehr als
150.000 Geräte zu heben.
Alle unsere Partner sind
sich einig: die Tätigkeiten
an den gebrauchten PC
sind für behinderte Men-
schen besonders gut ge-
eignet und fördern die
Zufriedenheit der Mitar-
beiterInnen.
www.afb24.com
INTERVIEW
www.arbeiterkammer.at WIRTSCHAFT & UMWELT 3/2010 SEITE 9
Rücksichtlosigkeit im Verkehr muss als soziales
und kulturelles Problem behandelt werden und
nicht wie eines, das mit teuren Infrastrukturmaß-
nahmen zu lösen ist. David Engwicht, australischer Künstler und
Straßenphilosoph, Impulsredner zum Verkehrsforum „Mobilität für alle“, vcö-
magazin 2010-03
F
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(3
)
Ernst Schöny
200Millionen Euro ...
... oder im Schnitt 250 Euro pro Haushalt und Jahr – könnten sich laut
E-Control die ÖsterreicherInnen ersparen, würden sie den Strom-
oder Gaslieferantenwechseln. Verhinderungsgründe seien laut E-
Control u.a. mangelnde Aufklärungsarbeit der Energieversorger und
verwirrende Rechnungslegung. www.e-control.at
        

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