Full text: Chemie global (3)

ür LKW über 3,5 
Tonnen (t) gilt auf 
Autobahnen ein ge-
setzliches Tempolimit von 80 
km/h. Darüber hinaus ist für 
LKW über 7,5 t die Höchst-
geschwindigkeit in der Nacht 
(zwischen 22 und 5 Uhr) mit 60 
km/h im Gesetz festgelegt, auf 
den Wiener Stadtautobahnen 
sogar Tag und Nacht. Fahrzeuge 
über 12 t müssen seit 1994 
mit einem Geschwindigkeits-
begrenzer, der die maximale 
Geschwindigkeit des Fahr-
zeugs mit 90 km/h limitiert, 
ausgestattet sein. Bei Fahrzeu-
gen zur Güterbeförderung über 
3,5 t besteht diese Ausrüstungs-
pflicht erst ab 1. Jänner 2005. 
Derartige Fahrzeuge, die ab 
dem 1. Oktober 2001 erstmals 
zugelassen wurden, müssen 
spätestens seit 1. Jänner 2007 
entsprechend nachgerüstet sein.
Zu SCHNell
Grundsätzlich wurde erho-
ben, dass 91 von 100 LKW 
auf Österreichs Autobahnen 
schneller fahren als es die 
Straßenverkehrsordnung er-
laubt. Die genaue Analyse 
des Geschwindigkeitsverhal-
tens verdeutlicht das hohe 
Temponiveau der zweiach-
sigen LKW. Vor allem LKW 
über 3,5 t und bis 7,5 t über-
schritten das höchst zulässige 
Tempo von 80 km/h deutlich: 
Rund 95 Prozent beachteten 
das gesetzliche Geschwindig-
keitslimit nicht, die mittlere 
Geschwindigkeit lag bei fast 
94 km/h, immerhin 15 Prozent 
der Fahrzeuge überschritten 
106 km/h. Besonders hoch ist 
das Geschwindigkeitsniveau 
bei den zweiachsigen LKW 
aller Gewichtsklassen an der 
Zählstelle Lieboch (A2): (15 
Prozent der LKW über 3,5 t bis 
7,5 t überschritten 116 km/h; 
15 Prozent der LKW über 7,5 t 
fuhren schneller als 110 km/h). 
Aus diesen Daten wird auch 
deutlich, dass die Regelung 
über den Geschwindigkeitsbe-
grenzer unzureichend ist. 
Durchschnittstempo der 
zweiachsigen LKW über 7,5 t 
betrug bei allen Zählstellen ge-
samt fast 88 km/h, der Anteil der 
Überschreiter des gesetzlichen 
Geschwindigkeitslimits betrug 
91 Prozent. 92 Prozent der Sat-
telzüge überschritten die zuläs-
sige Höchstgeschwindigkeit, 
im Schnitt fuhren sie 86 km/h. 
Bei den LKW mit Anhänger 
fiel der Anteil der Überschreiter 
mit 89 Prozent etwas geringer 
aus, ihre mittlere Geschwindig-
keit lag bei 85 km/h. In den Ge-
schwindigkeitsniveaus in- und 
ausländischer LKW über 3,5 t 
bestanden kaum Unterschiede.
Auffällig war die Zählstelle 
Hallein: Trotz LKW-Überhol-
verbot und Tempobeschrän-
kung (100 km/h nach IG-L) gab 
es am ersten Fahrstreifen unter 
den zweiachsigen LKW über 
3,5 t je nach Richtungsfahrbahn 
99 Prozent bzw. 98 Prozent 
Überschreiter der gesetzlichen 
Höchstgeschwindigkeit von 80 
km/h, am zweiten (!) Fahrstrei-
fen je nach Richtungsfahrbahn 
*Mag. Richard Ruziczka ist Jurist 
und Mitarbeiter der Abteilung 
Umwelt & Verkehr in der AK Wien. 
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) hat im Auftrag von AK-Wien und 
ASFINAG das Tempo von LKW gemessen. Auf Basis dieser Daten ermittelte 
das Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Thermodynamik der TU-
Graz die Auswirkungen eines Tempolimits von 80 km/h auf Autobahnen für 
LKW über 3,5 t auf Abgas- und Lärmemissionen. VON RICHARD RUZICZKA*
f
o
t
o
s
: 
 s
c
h
U
h
 (
1)
, 
l
e
is
c
h
 (
1)
POLitik 
LKW – Tempo und Emissionen  
Dazu sind zwei AK-Studien über die AK-Wien Homepage abrufbar 
unter: http://wien.arbeiterkammer.at/bilder/d154/Verkehr_und_Infra-
struktur_44.pdf und http://wien.arbeiterkammer.at/bilder/d154/Informa-
tionen_zur_Ulweltpolitik_184.pdf 
ZuSAmmeNFASSuNG:
91 Prozent der LKW fahren 
auf Österreichs Autobah-
nen schneller als gesetz-
lich erlaubt. Das zeigt eine 
Studie des KfV im Auftrag 
der AK-Wien. Die Kosten 
für die Übertretungen trägt 
die Allgemeinheit: Erhöhte 
Unfallgefahr, Schäden 
durch zusätzlichen CO2-
Ausstoß und durch Lärm. 
Die TU-Graz erhob das 
Einsparungspotenzial an 
Emissionen, wenn die 
gesetzliche Höchstge-
schwindigkeit eingehalten 
würde.
lKW:  Weniger Gas – 
mehr Klimaschutz
F
 www.ak-umwelt.atSeite 10  Wirtschaft & UmWelt  3/2011
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.