Full text: Chemie global (3)

treten. Zum Vergleich: Neue 
LKW (Euro V) emittieren um 
das zehn- bis 20-fache weniger 
an Feinstaub als Traktoren mit 
alten Emissionsgrenzwerten 
(III A). Traktoren haben jedoch 
u.a. Dank laxer Abgasvor-
schriften beim Anschaffungs-
preis die Nase vorne. FG
klimASCHutZGeSetZ 
sYmbolische
politik
Noch als Landwirtschafts-
minister schickte Josef 
Pröll den Entwurf für ein 
„Klimaschutzgesetz“ in 
Begutachtung.
Zweck: die Verantwortlichkeit 
für die Erreichung der Klima-
ziele sollte endlich gesetzlich 
verankert werden. Die dama-
lige Version wurde von den 
Ländern abgelehnt, da sie fi-
nanzielle Belastungen auf sich 
zukommen sahen. Der nun 
trAktoreN
fleXibel 
stinken
Bessere Abgaswerte 
für Traktoren bleiben 
weiterhin in der EU-Warte-
schleife.
Traktoren wiesen bis dato keine 
strenge Abgastechnik aus. Ab-
hilfe hätte der EU-Abgasgrenz-
wert III B schaffen sollen, der 
gestaffelt nach kW-Kategorien 
zwischen 1. Jänner 2011 und 
1. Jänner 2013 im EU-Binnen-
markt verbindlich geworden 
wäre.  Der Übergang auf III B 
hätte vor allem den Feinstaub-
ausstoß um den Faktor 10 ver-
mindert. Dies wird nun durch 
eine „Flexibilitätsklausel“ für 
weitere drei Jahre verwässert. 
Die EU-Landwirtschaftsminis-
ter einigten sich darauf am 19. 
Juli 2011 nach erster Lesung 
im EU-Parlament. Demnach 
dürfen Hersteller 40 Prozent 
ihrer Traktoren-Produktion auf 
Basis des Durchschnitts der 
letzten fünf Jahre weiterhin mit 
veralteter Abgastechnologie 
auf den Markt bringen. Prob-
lematisch ist dabei, dass diese 
abseits der Landwirtschaft zu-
nehmend im Gewerbebereich 
auch mit LKW in Konkurrenz 
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nachrichten
Traktoren stinken länger
Ruderboot: Kein Problem mit den Abgasen
FreiZeitboote
Ökologisch übers wAsser?  
Motorboote für Sport und Freizeit mit einer 
Rumpflänge bis zu 24,5 Meter sowie Jet Skis sollen 
die Belastung für die Umwelt mindern. Dies sieht ein 
im Juli beschlossener Richtlinienvorschlag der EU-
Kommission („Sportboot-Richtlinie“) vor. Demnach 
soll durch die Harmonisierung mit US-Standards der 
Ausstoß von Kohlenwasserstoffen und Stickoxiden 
um 20 Prozent und bei Partikeln um 34 Prozent ge-
senkt werden. Allerdings bekommen Hersteller eine 
„Milderung“ von bis zu sechs Jahren nach Inkrafttre-
ten der Richtlinie in Form einer „Flexibilisierung“ der 
Abgaswerte zugestanden. Bei den Lärmemissionen 
konnte sich jedoch die EU-Kommission zu keinen 
strengeren Werten durchringen, um Herstellern „un-
verhältnismäßige“ Entwicklungskosten zu ersparen. 
Sie verweist auf die Möglichkeit für Mitgliedstaaten, 
eine Lärmreduzierung durch abgestimmte Maßnah-
men (z. B. Tempolimits) in bestimmten Regionen 
erzielen zu können. FG
Verpackungssammlung
eu ermittelt  
GeGeN ArA
Die EU-Kommission hat ein 
förmliches Missbrauchs-
verfahren gegen das 
Verpackungssammelsystem 
ARA eröffnet. Der Vorwurf: 
ARA könnte Wettbewerber 
daran hindern, in die Märkte 
für das Management von 
Haushaltsverpackungsabfall 
und von gewerblichem Ver-
packungsabfall einzutreten 
bzw. ihre dortigen Positionen 
auszubauen.  http://europa.
eu/rapid   ho 
 www.ak-umwelt.atSeite 4  Wirtschaft & UmWelt  3/2011
amtierende Landwirtschafts-
minister hat dem Entwurf die 
letzten Zähne gezogen und ihn 
in den Nationalrat eingebracht. 
Im Wesentlichen bestimmt das 
Gesetz, dass Bund und Länder 
Verhandlungen über Maßnah-
men zur Erreichung der Kli-
maziele aufnehmen müssen; 
die Länder müssen für die 
Verfehlung des Kyotoziels 
aber nichts zahlen. Zwei neue 
Beiräte werden geschaffen, 
und die Sozialpartner bemü-
hen sich, in dem gewichtigeren 
der beiden Sitz und Stimme 
zu bekommen. Während der 
Landwirtschaftsminister das 
Gesetz als wirksames Mittel 
zur Eindämmung der Treib-
hausgasemissionen sehen will, 
fürchten manche, dass es sich 
als wirkungsloses Placebo he-
rausstellen wird.  CS
Wirtschaft & Umwelt ist umgezogen!
Sie finden uns im Web nun unter der neuen  
Adresse: www.ak-umwelt.at
        

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