Full text: Chemie global (3)

Verkehrslärm macht krank     
In Wien fühlen sich laut Statistik Austria  755.500 Menschen 
durch Lärm in ihrem Wohnumfeld beeinträchtigt, davon 
geben 350.000 den Straßenverkehr als Hauptursache an. 
Dauerhafter Verkehrslärm macht krank. www.vcoe.at
www.arbeiterkammer.at Wirtschaft & UmWelt  3/2011   Seite 9
Im Mittelpunkt der Vorschläge 
von Arbeiterkammer, Land-
wirtschaftskammer, Wirt-
schaftskammer und Österrei-
chischem Gewerkschaftsbund 
stehen die Attraktivierung von 
Mehrwegflaschen, die Steige-
rung der Recyclingquoten und 
die Bekämpfung des Wegwer-
fens von Müll in öffentlichen 
Räumen und in der Natur. 
Damit erfüllen die Sozialpart-
ner das Ersuchen des Parla-
ments vom Jänner 2011, zu 
diesen seit Jahren umstrittenen 
Themen Konsensvorschläge 
vorzulegen. Hand in Hand 
mit dem Sozialpartnerbericht 
wurde eine Selbstverpflich-
tung der Wirtschaft, insbe-
sondere des Handels und der 
Industrie, entwickelt, die die 
Basis für die Umsetzung aller 
vorgeschlagenen Maßnahmen 
bietet. AK Direktor Werner 
Muhm: „Wird unser Maßnah-
menbündel umgesetzt, ist eine 
Trendumkehr Richtung Mehr-
weg möglich.“ Schließlich 
sprechen sich die Sozialpart-
ner auch für mehr Wettbewerb 
in der Verpackungsentsor-
gung und für eine Öffnung 
des Marktes für haushaltsnahe 
Sammelsysteme aus. Konkret 
soll die Bundeswettbewerbs-
behörde Abstimmungsge-
spräche zwischen den auf 
den Markt drängenden Anbie-
tern und dem derzeit beste-
henden ARA-System in Gang 
setzen. ho
eu-AGrArpolitik 
gegrünte 
lAndwirtschAft
Ab 2013 werden von den 
Bauern mehr Umwelt-
leistungen gefordert als 
bisher.
Dies sieht der Entwurf zur 
Reform der „Gemeinsamen 
Agrarpolitik“ vor, der unter 
anderem die Förderungen für 
Landwirte für die Zeit von 
2013 bis 2020 regelt. Die Di-
rektzahlungen werden nun in 
allen Mitgliedstaaten gleich 
geregelt. Entgegen den Erwar-
tungen hat die Kommission 
nun die Umweltleistungen als 
Verpflichtung, nicht nur als 
Option, ausgestaltet. Drei Be-
dingungen müssen die Bauern 
erfüllen, wenn sie Direktzah-
lungen erhalten wollen: Sie 
müssen mindestens drei ver-
schiedene Feldfrüchte anbauen 
(Verbot von Monokulturen), 
der Betrieb muss über eigene 
Grünlandflächen verfügen, 
und mindestens sieben Pro-
zent der Ackerfläche müssen 
ungenutzt bleiben (Wiederein-
führung von Brachflächen). CS
*DI Martin Blum ist Kulturtechniker, 
leitete die Abteilung Verkehrspolitik 
im Verkehrsclub Österreich (VCÖ) 
und wird ab 1. November 2011 
Radverkehrs-Beauftragter Wiens. 
Wird das Rathaus zum 
Radhaus?
Blum: Wien hat sich 
für die internationle 
VeloCity-Konferenz im 
Jahr 2013 beworben. Bei 
der Konferenz kommen 
ExpertInnen, Wissen-
schafterInnen, Mitarbei-
terInnen von Stadt- und 
Regionalverwaltungen, 
die Fahrradbranche sowie 
NGO-VertreterInnen 
mit dem Schwerpunkt 
Radfahren zusammen. 
An den Konferenztagen 
könnte das Wiener 
Rathaus tatsächlich 
symbolisch zum Radhaus 
werden.
Viel Geld gibt es für 
die neue Stelle ja nicht 
– also nur ein grüner 
Gag?
Blum: Mit dem Radver-
kehrs-Beauftragten gibt 
es erstmals eine Person, 
bei der alle Belange 
des Radfahrens in Wien 
zusammenlaufen. Das 
ist ein großer Fortschritt, 
denn Radverkehrsförde-
rung passiert nicht von 
alleine. Das Team besteht 
aus drei Personen, neben 
mir noch Susanne Reich-
ard und Peter Eschberg. 
Wir drei werden fürs 
Radfahren in Wien kräftig 
zupacken.
Wo liegen die Heraus-
forderungen?
Blum: Wie wir täglich 
unterwegs sind, ist viel 
Gewohnheit. Es wird 
darum gehen, die Wiener 
und Wienerinnen zum 
Radfahren einzuladen, 
das Radfahren schmack-
haft zu machen. Gute 
Radverkehrsinfrastruktur 
ist ein Baustein dafür.  
Um Menschen zu ge-
winnen, sind aber auch 
Kommunikation und 
Öffentlichkeitsarbeit 
unverzichtbar. Mir ist 
ein zentrales Anliegen 
das Miteinander im Stra-
ßenverkehr zu stärken. 
Derzeit entsteht vielfach 
der Eindruck eines Ge-
geneinanders. Das gilt es 
zu ändern.
Was haben Sie konkret 
vor?
Blum: Bei mir sammeln 
sich schon zig Ideen, die 
ich gerne umsetzen will. 
Jetzt geht es in einem 
ersten Schritt darum, 
zu schauen, was schon 
alles geplant ist, und was 
möglich ist und dann  
geht es an die Umset-
zung. Ein Internetportal 
als zentrale Anlaufstelle 
fürs Radfahren in Wien 
einzurichten ist mir ein 
erstes Anliegen.
iNterView mit mArtiN blum
wiener rAdZUkUnft
Immer mehr Wiener und Wienerinnen fahren mit 
dem Rad. Konflikte häufen sich, Lösungen sind 
gefragt. Ab 1. November 2011 bekommt Wien einen 
Radverkehrs-Beauftragten.
NACHRiCHteN
Schlechte Performance
Wirtschaft & Umwelt 
ist umgezogen!
Sie finden uns im 
Web nun unter der 
neuen Adresse: 
www.ak-umwelt.at
        

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