www.arbeiterkammer.at Wirtschaft & UmWelt  4/2012   Seite 19
Zukünftige Technologien zur 
Emissionsminderung bieten die 
Chance, das Problem der Emission 
von Luftschadstoffen durch den 
Straßenverkehr zu lösen. Leider 
bieten diese Technologien auch 
die Möglichkeit, falsch angewendet 
zu werden. So können zwar unter 
Prüfstandsbedingungen hervorra-
gende Schadstoffemissionswerte 
erreicht werden, gleichzeitig aber 
fällt die Entlastung im realen 
Leben, sprich im Fahrbetrieb, er-
heblich geringer aus. Das Problem 
ist, dass diese Zusammenhänge 
oft sehr komplex sind und die 
Aufsichtsbehörden nicht den tech-
nischen Sachverstand besitzen, 
um der Industrie gegenzuhalten. 
Ironischerweise wurde schon 
einmal gefordert, zehn Prozent der 
Abgase durch den Innenraum von 
KFZ zu leiten. Das Ergebnis wären 
wirklich saubere Fahrzeuge.
ZukuNFt 
entlAstUng dUrch 
neUe technologien?
Kosten 
Die Kosten für einen Dieseloxidationskatalysator 
betragen zwischen ca. 100 und 150 Euro,  für einen 
geschlossenen Partikelfilter ca. 250 bis 350 Euro. 
Grenzwerte
Die NO2 Emissionen eines Euro 4 Diesel-PKW liegen 
vierfach höher als die eines Euro 2 Diesel-PKW, 
obwohl die NOx Emissionen 30 Prozent niedriger 
liegen. http://www.no2-tagung2010.de/
Umweltzonen 
Die Einführung der Umweltzone mit grüner 
Plakette in Berlin hat die Rußbelastung der 
Luft in drei Jahren um mehr als die Hälfte ver-
ringert. Damit wird mehr als 500 Menschen 
im Jahr das Leben verlängert.
(NO) zu Stickstoffdioxid (NO2) im Ab-gas deutlich beschleunigt, sodass trotz 
sinkender Stickoxidemissionen (NOx) die Konzentration von Stickstoffdioxid 
(NO2) in der Luft an Straßen in den letz-ten 15 Jahren nicht gesunken, sondern 
an manchen Stellen sogar gestiegen 
ist. Und keiner soll behaupten, dies war 
nicht vorauszusehen. Das deutsche Um-
weltbundesamt hat schon 1994 vor dem 
Einsatz von Oxidationskatalysatoren bei 
der Abgasbehandlung in Dieselmotoren 
gewarnt und darauf hingewiesen, dass 
dadurch in Zukunft  mit einem Anstieg 
der NO2-Konzentrationen zu rechnen sei. Aber die Autoindustrie hat dies negiert, 
um die Kosten für den Partikelfilter zu 
sparen. 
Da die hohen Belastungen in den Städ-
ten vor allem durch Altfahrzeuge verur-
sacht werden 25 Prozent der Fahrzeuge 
verursachen 80 Prozent der Schadstoff-
emissionen ist nur schwer zu verstehen, 
warum in Österreich die Einführung von 
effektiven Umweltzonen so verzögert 
bzw. verhindert wird. 
triCkS der meSSteCHNik
Immer wieder zeigt sich jedoch ein 
Problem: die Fahrzeuge halten zwar im 
vorgeschriebenen Fahrzyklus bei 25 
Grad Celsius die Grenzwerte ein, sobald 
aber von diesen wirklichkeitsfremden 
Bedingungen abgewichen wird, steigen 
die Schadstoffemissionen deutlich an. 
Der Einsatz moderner Elektronik macht 
dies heute noch einfacher möglich als 
vor 20 Jahren, als einfache Schalter und 
Sensoren zum Einsatz kamen. So wurden 
früher z.B. die Lambdasonden, die das 
Benzin-Luftverhältnis im Abgas messen, 
bei hoher Geschwindigkeit einfach abge-
schaltet, um mehr Leistung zu erzielen, 
mit dem „Erfolg“ drastisch steigender 
Benzol- und Kohlenwasserstoffemissi-
onen. Durch Zykluserkennung mit Hil-
fe abgespeicherter Daten und Sensoren 
Verkehr ohne Emissionen, ganz ohne Nebeneffekte und Tricks
die schAdstoffbelAstUng dUrch den strAs-
senVerkehr kAnn bei konseQUenter Anwen-
dUng der VorhAndenen technik gesenkt 
werden.
        

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