www.ak-umwelt.at
www.arbeiterkammer.at Wirtschaft & UmWelt  4/2013   Seite 3
f
o
t
o
s
: 
 s
c
h
U
h
 (
5
)
editoRiAl
aseinsvorsorge 
soll  Dienst-
leistungen und 
Infrastrukturen allen 
Menschen gleicher-
maßen zu leistbaren 
Preisen und in hoher 
Qualität zur Verfügung 
stellen. Dahinter steckt 
der öffentliche Auftrag, 
für das Dasein der 
Menschen im Sinne des 
Gemeinwohls und für 
sozialen Ausgleich zu 
sorgen. Niemand soll 
von Trinkwasser, Mobi-
lität, Energie, Kommuni-
kation oder  Bildung und 
Krankenversorgung und 
anderen öffentlichen 
Dienstleistungen aus-
geschlossen werden. 
Die Daseinsvorsorge 
soll ein Bereich sein, der 
nicht der kurzfristigen 
Profitmaximierung, son-
dern einem langfristig 
orientierten demokrati-
schen Auftrag gehorcht. 
Diesem müssen auch 
Arbeitsbedingungen 
und Einkommen in 
diesem Sektor genügen. 
Die konkreten Formen 
der Daseinsvorsorge 
sind nicht in allen Berei-
chen und EU-Ländern 
gleich. Aber das Be-
kenntnis zu öffentlichen 
Dienstleistungen als 
Aufgabe des Staates 
ist ein gemeinsames 
europäisches Erbe. 
Oder doch nicht? Die 
Liberalisierungs- und 
Privatisierungswellen 
versuchen, die Daseins-
vorsorge den Märkten 
zu unterwerfen und pri-
vaten Anlegern Zugang 
zu öffentlichem Eigen-
tum zu verschaffen.
Die Daseinsvorsorge 
ist ein verlockendes 
Gebiet für private Un-
ternehmen: Gesicherte 
Aufträge, gesicherter 
Absatz, gesicherte 
Finanzierung und ein 
riesiges Auftragsvolu-
men.  Der ehemalige 
EU-Kommissar Franz 
Fischler spricht dabei 
von einem jährlichen 
Volumen von mehr als 
100 Milliarden Euro. 
Ein lukratives Geschäft! 
Die EU begründet 
ihre Liberalisierungs-
Forderungen mit Kos-
teneffizienz und mehr 
Transparenz. Dagegen 
ist dann schwer  etwas 
einzuwenden, wenn es 
in Fällen der Daseins-
vorsorge in öffentlicher 
Hand daran mangelt. 
Aber die realen Erfah-
rungen mit Liberalisie-
rung und Privatisierung 
verfehlen das Ziel: Leis-
tungen werden teurer, 
langfristige Investitionen 
unterbleiben, und 
gespart wird vor allem 
zulasten der Beschäftig-
ten. Lösung: Öffentliche 
Dienstleistungen in 
öffentlicher Hand trans-
parenter machen und 
die demokratische Kon-
trolle stärken, sonst wird 
öffentliches Eigentum 
verkauft und zerstört 
und das europäische 
Sozialstaatsmodell ver-
liert eine unverzichtbare 
Säule. Sylvia Leodolter
Öffentlich 
VerkaUft
iNhAltSVeRzeichNiS
iMpressUM
Medieninhaber und Herausgeber Bundes arbeits kammer, 
Prinz-Eugen-Str. 20–22, 1040 Wien Telefon 01/501 65-DW 
E-Mail wirtschaft.umwelt@akwien.at Redak tion Mag. Sylvia 
Leodolter (Chefredakteurin), Dr. Wilfried Leisch (Redakteur) 
Sekretariat Christine Schwed (DW 2698) Grafisches Konzept 
Jakob Fielhauer, www.fielhauer.at Layout & Infografik Michael 
Haderer Coverfoto Zacarias da Mata/Fotolia.com Druck 
 Ueberreuter Print und Digimedia, 2100 Korneuburg. Die in Wirtschaft 
& Umwelt ver öffentlichten Artikel geben nicht notwendi gerweise 
die Meinung der Bundesarbeitskammer wieder. ISSn 1028-4664
betrieb 
QUarzstaUb
Quarzstaub verursacht im 
Bergbau und bei anderen 
Berufen Silikose und Lun-
genkrebs. Auch heute noch. 
Das muss sich ändern. Zum 
bestehenden Sozialpartne-
rabkommen könnte ein EU-
weiter Arbeitsplatz-Grenzwert 
beitragen.             Seite 26
leben
MobilfUnk
Können die elektromagneti-
schen Felder des Mobilfunks 
die Gesundheit von Menschen 
beeinträcht igen? Derzei t 
können nur Präventionsmaß-
nahmen und ein vernünftiger 
Handy-Gebrauch vor even-
tuellen Gesundheitsrisiken 
schützen!   Seite 30
Kommt eine neue Libera-
lisierungs- und Privatisie-
rungswelle im Bereich der 
Daseinsvorsorge auf uns zu? 
Alles würde dadurch besser, 
schneller und billiger für alle 
Menschen, sagen die Betrei-
ber. Ist das wirklich so? Zweifel 
sind angebracht.         Seite 13
schwerpunkt DaseinsVorsorge
UZ-Platz-
halter
D
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.