Full text: Klima & Energie (1)

Baustellenzugang. Auf 
Baustellen sind zwangs-
läufig viele Akteure tätig, 
die arbeitsteilig und isoliert 
voneinander arbeiten. Über-
blick und Kontrolle hat de 
facto nur ein „Baustellen-
portier“, der jeden Eintritt 
auf das Baustellengelände 
registriert. Dies trifft auch 
für bau- und umweltrecht-
liche Auflagen zu. Das 
Verlassen der Baustelle von 
Lkw mit verschmutzten 
Reifen ist hier anzuführen. 
Aber auch Behördenaufla-
gen zur Minimierung von 
Lkw-Fahrten bleiben totes 
Recht, sofern der Zugang 
nicht kontrolliert wird. Die 
Schaffung einer solchen 
Stelle scheitert in der Praxis 
aber an betriebswirtschaft-
lichem Kalkül. 
Ein verstärktes Vorgehen 
gegen Sozialbetrug und Ver-
stöße gegen Arbeitsrecht auf 
der Baustelle könnte dies 
aber ändern. Das impliziert, 
dass tagtäglich die Arbeit-
nehmerInnen von Subauf-
tragunternehmern und ihre 
Personaldokumentation auf 
ihre Korrektheit hin über-
prüft werden. Der Wiener 
Krankenanstaltenverbund 
(KAV) wollte aus seinem 
Selbstverständnis heraus 
dies auf einer Baustelle beim 
Krankenhaus Rudolfstif-
tung sicherstellen. Deshalb 
kam auf der Baustelle ein 
System namens ISHAP mit 
einer Zutrittskontrolle zum 
Zug, bei der Eintretende 
sich durch Ausweis mit 
Barcode identifizieren müs-
sen und der Baustellenpor-
tier sie mit einem Scanner 
überprüft. Durch tägliches 
Abgleichen der Datensätze 
mit der Sozialversicherung 
wird sichergestellt, dass alle 
Arbeitsverhältnisse auf der 
Baustelle den gesetzlichen 
Bestimmungen entspre-
chen. 
SyNergieeffekte
Aus Sicht der Arbeitneh-
merInnen ändert dies zwar 
nicht die Notwendigkeit, 
die öffentliche Kontrolltä-
tigkeit beim Bau generell 
auszubauen, das vorherr-
schende Lohndumping 
stärker zu bekämpfen und 
die Unterauftragnahme im 
Rahmen der öffentlichen 
Auftragsvergabe  zu be-
schränken. Sind aber solche 
Systeme zur Steuerung und 
Kontrolle von Baustellen 
einmal installiert, können 
in der Folge dem „Portier“ 
andere baustellenlogistische 
Aufgaben übertragen und 
Synergieeffekte für Um-
welt und AnrainerInnen 
erschlossen werden. 
Eine durchdachte Bau-
stellenlogistik kann zu 
erstaunlichen Ergebnissen 
führen. Verfolgt man öf-
fentliche Diskussionen mit 
ähnlicher Problemstellung 
(z.B. Verringerung der 
Luftbelastung in städtischen 
Umweltzonen), würde man 
Projekten mit einer „Um-
weltbilanz Baustelle“ einen 
größeren Stellenwert wün-
schen. ?
betrieb
Kleine Ladungen von ver-
schiedenen Firmen sammeln 
und dann mit voll ausge-
lastetem Lkw die Baustelle 
beliefern ist die Devise des 
London Construction Con-
solidation Centre (LCCC). 
Mit Fördermitteln 2006 ins 
Leben gerufen, arbeitet das 
Vorzeigeprojekt inzwischen 
eigenwirtschaftlich. Vor-
nehmlich werden Baustellen 
mit ortskundigen Fahrern in 
innerstädtischen Lagen zu 
einem vereinbarten Zeitfens-
ter mit einem Erdgas-Lkw 
beliefert. 
Bauherren ordern diese 
Dienstleistung auch, weil 
Diebstahl, fragile Materialien 
und knappe Lagerflächen auf 
Baustellen ein Problem sind. 
Ist die Lieferung erfolgt, wird  
der Lkw auf der Baustelle 
gleich mit Abfall beladen und 
ausgelastet ins Sammelzent-
rum zum Recyceln zurückge-
schickt. Laut Betreiber sinkt 
die Zahl der Lkw-Fahrten 
in die staugeplagte Stadt 
um rund 70 Prozent.  www.
wilsonjames.co.uk
baukaSteN ii  
sAmmeln Und 
bündeln
?
Lärm lässt niemanden kalt. Die Akzeptanz bei AnrainerInnen steht und 
fällt daher mit vorbeugenden Maßnahmen. Über die gesetzlichen Be-
stimmungen (v.a. Arbeitszeit und Emissionsgrenzwerte von Maschinen) 
hinaus sollte eine frühzeitige Information der betroffenen Bevölkerung 
durch den Bauherrn stehen. Lärmintensive Arbeiten sollten zusam-
mengelegt und nicht vor 7.00 Uhr und nach 18.00 Uhr erfolgen. Den 
konkreten Wirkungsgrad von Maßnahmen listet  eine Studie der Tech-
nischen Fachhochschule Berlin auf, wobei eine Pegelminderung  um 10 
dB(A) einer Halbierung des Lärms gleichkommt. An der Spitze stehen: 
Abschirmung und Schallschutzwände mit 20 dB(A), Gummiauskleidung 
von Mulden mit 15 dB(A) sowie lärmarme und gut instandgehaltene 
Baumaschinen mit 5 dB(A) bis 10 dB(A).
 www.ak-umwelt.atSeite 28  Wirtschaft & UmWelt  1/2014
 
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lärm am bau:  wirkungsgrad von Schutzmaßnahmen
        

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