IM JAHR 2014 WURDE „TRADITIONELLER SAMENBAU UND  
SAATGUTGEWINNUNG“ VON DER UNESCO ALS IMMATERIELLES  
KULTURERBE ERKLÄRT.   
Wissen für Jedermann
Die Umweltberatung bietet umfassende Informationen, wo 
Biosaatgut und Biojungpflanzen in Österreich verfügbar 
sind sowie nähere Infos auf www.biologischgaertnern.at
Nach einer Schätzung der Welternährungsorganisation 
FAO ist die Vielfalt der um 1.900 
verfügbaren Sorten in den letzten 
100 Jahren um rund drei Viertel 
verloren gegangen. Die Biodiver-
sität hat folglich nicht nur am frei-
en Feld sondern auch im Garten 
Schaden genommen. Daher sind 
„alte Sorten“ oder „Landsorten“ 
für die Zukunft der Kulturpflan-
zenvielfalt wichtig und ist es 
sinnvoll diese im eigenen Grün 
anzubauen. Landsorten oder alte 
Sorten sind samenfeste Sorten, 
welche die Eigenschaften ihrer 
Mutterpflanzen von Jahr zu Jahr 
weitergeben. Die Pflanzenzüch-
tung im Biolandbau setzt auf 
regional angepasste, samen-
feste Sorten und achtet auch auf 
Qualität und Geschmack. Auch 
gentechnische und biotech-
nologische Methoden sind im 
Biolandbau nicht erlaubt. Viele 
Bio-Betriebe bieten Sorten an, 
die früher traditionell angebaut 
wurden, aber heute kaum mehr 
erhältlich sind. Landsorten sind 
meist in Bioqualität erhältlich 
und dementsprechend mit dem 
Biozeichen gekennzeichnet. 
Samenfeste Sorten können von 
Jahr zu Jahr im Garten selbst ver-
mehrt werden, wenn das Wissen 
dazu vorhanden ist. In Öster reich 
setzt sich der Verein ARCHE 
NOAH seit über 30 Jahren für den 
Erhalt der Kulturpflanzenvielfalt 
ein. Er bietet unter anderem Kur-
se und Bücher rund um das Wis-
sen Vermehrung im Garten auch 
für HobbygärtnerInnen an. 
Bei konventionellem Saatgut 
hingegen, ist die Wahrschein-
lichkeit sehr hoch, dass es sich 
dabei um Hybridsamen han-
delt. Hybridsamen werden so 
gezüchtet, dass sie die besten 
Eigenschaften einer Sorte her-
vorbringen. Allerdings verlieren 
sie diese Eigenschaften für das 
nächste Jahr.  Die Expertin An-
drea Heistinger beschreibt sie 
als „Einmalsorten“. Sie können 
daher im Hausgarten nicht sinn-
voll weitervermehrt werden und 
müssen jährlich neu eingekauft 
werden.  Wird eine Hybridsorte 
weiter vermehrt, spaltet sie sich 
in verschiedene Formen auf; die 
Sorte als solche ist nicht bestän-
dig. Darin liegt ein Vorteil für die 
Firmen. Die Hybridtechnik kann 
als eingebautes „copyright“ einer 
Sorte bezeichnet werden. 
Bio-Saatgut	und	
Jungpflanzen	
Saatgut, Jungpflanzen und 
Topf-Kräuter in Bio-Qualität sind 
inzwischen auch in Supermärk-
ten oder Gartenmärkten erhält-
lich, aber auch im Versandhandel 
gibt es gute Qualitäten.  Das 
biologische Angebot in Öster-
reich deckt heute viele Wün-
sche für den Garten ab, sei es 
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Erkenntnis im Garten: 
Mit der Saat beginnt´ s
Mit dem Frühling verbringen wir wieder mehr Zeit im Garten. In Zei-
ten des Rückgangs der Artenvielfalt bieten umweltfreundliche Gär-
ten wichtige Lebensräume für Bienen und Insekten. Alte Landsorten 
bereichern die Vielfalt im Garten sowie den Speiseplan. Umso wichti-
ger ist der Erhalt des Saatgutes dieser Pflanzen. VON IRIS STRUTZMANN * 
Leben
KURZGEFASST
Immer mehr Men-
schen pflanzen eigenes 
Gemüse und Obst an. 
Auch in der Stadt boo-
men Gemeinschafts-
gärten, Dachterrassen 
und Balkonpflanzen. 
Für Private ist es leicht 
möglich auf umwelt-
freundliche Produktion 
und biologischen Pflan-
zenschutz umzustellen. 
Dies beginnt mit der 
Auswahl des Saatgutes: 
Für gesundes Gemüse 
sind Bio-Samen und 
Bio-Jungpflanzen der 
beste Start dafür. Damit 
sich die Nützlinge gut 
im Garten vermehren 
können, benötigen sie 
ausreichend blühende 
Pflanzen, keinen Einsatz 
von Pestiziden und 
geeignete Plätze. 
 www.ak-umwelt.atSeite 26  Wirtschaft & Umwelt  1/2018
TIPP
*Iris Strutzmann ist
Agrarwissenschafterin und
Mitarbeiterin der Abteilung
Umwelt & Verkehr der AK
Wien.
        

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