Full text: Das Wassergeschäft (2)

sind. Zudem wurde in der eben erst be-
schlossenen Klima- und Energiestrate-
gie der Bundesregierung festgehalten, 
bis 2030 Strom zu 100 Prozent aus 
Erneuerbaren Energien zu gewinnen. 
Dazu wird auch die Wasserkraft ihren 
Beitrag leisten.  
Trinkwasser	in	Österreich		
ist	nitratbelastet
Die WRRL verlangt auch, dass das 
Grundwasser der Mitgliedsstaaten bis 
2027 einen „guten ökologischen Zu-
stand“ aufweist. In Österreich gibt es 
acht Grundwasserkörper in den intensiv 
landwirtschaftlich genutzten Gebieten, 
die derzeit diese Vorgabe nicht erfüllen. 
In Österreich wird das Trinkwasser 
fast zur Gänze aus geschützten Grund-
wasservorkommen gewonnen. Daher 
sind laut Wasserrechtsgesetz alle Ge-
wässer – einschließlich des Grund-
wassers – so zu schützen, dass die 
Gesundheit von Mensch und Tier nicht 
gefährdet wird. Gemäß dem Österrei-
chischen Lebensmittelbuch – Codex-
kapitel  Trinkwasser – ist grundsätzlich 
für den menschlichen Verzehr nativ ein-
wandfreies Wasser einem aufbereiteten 
Wasser vorzuziehen, auch wenn die Er-
schließungs-, Schutz- und Transport-
kosten dadurch höher sind. Rund 90 % 
des Trinkwassers werden über öffent-
liche Wasserversorger an die Konsu-
mentInnen abgegeben. Rund 10 % der 
Wassernutzung auf Grundlage eines 
langfristigen Schutzes der vorhande-
nen Ressourcen. Mit der Richtlinienum-
setzung soll ein Beitrag zur Minderung 
der Auswirkungen von Überschwem-
mungen und Dürren geleistet werden. 
Die Mitgliedsstaaten sollen bis spä-
testens 2027 für alle Gewässer einen 
guten ökologischen Zustand bzw. ein 
gutes ökologisches Potenzial erreicht 
haben. Wie die Länderberichte der Mit-
gliedsstaaten zeigen, wird dieses Ziel 
nur sehr schwer erreichbar sein. Die 
Kommission geht davon aus, dass 2015 
EU-weit noch rund 50 Prozent der eu-
ropäischen Oberflächengewässer noch 
keinen guten ökologischen Zustand er-
reicht hatten. Auch die Überwachung 
des chemischen Zustandes ist laut EU-
Berichten so lückenhaft, dass dieser 
für 40 Prozent der Oberflächengewäs-
ser nicht bekannt ist. 10 Prozent der 
Oberflächengewässer und 20 Prozent 
derGrundwasserkörper sind aufgrund 
von exzessiver Wasserentnahme stark 
betroffen. 
In Österreich müssen laut Nationa-
lem Gewässerbewirtschaftungsplan 
2015 (NGP 2015) noch 58 Prozent der 
Fließgewässer sowie acht Grundwas-
serkörper in einen guten ökologischen 
Zustand gebracht werden. Die im NGP 
2015 vorgeschlagenen Maßnahmen 
werden wohl insgesamt nicht ausrei-
chen, um diese Ziele für alle Gewässer 
und Grundwasserkörper zu erreichen. 
Im ersten NGP wurden für diese Sa-
nierung von 2009–2015 seitens des 
Bundes 140 Mio. Euro an Förderungen 
für gewässerökologische Maßnahmen 
zur Verfügung gestellt, die voll ausge-
schöpft wurden. Für den Zeitraum von 
2016 – 2021 genehmigte der Finanzmi-
nister diese Fördergelder nicht mehr. 
Dies ist nicht nachvollziehbar, da für die 
Zielerreichung der WRRL weitreichen-
de Revitalisierungsmaßnahmen bereits 
bestehender Kraftwerke erforderlich 
?
*
Unser Standpunkt
Dafür steht die AK:
?		Keine Liberalisierung und Privatisierung der  
Wasserversorgung. 
?		Wasser als Menschenrecht in EU-Gesetzen umsetzen. 
?		Trinkwasser ohne Aufbereitung – vorsorgender  
Grundwasserschutz. 
?		Agrarförderungen an einen strengeren  
Grundwasserschutz knüpfen.
Schwerpunkt
Wasser 
 www.ak-umwelt.atSeite 12  Wirtschaft & Umwelt  2/2018
Auwälder sind ein wichtiger Teil eines gesunden Wasserhaushalts.
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