Full text: Das Wassergeschäft (2)

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 www.ak-umwelt.atSeite 8  Wirtschaft & Umwelt  2/2018
Nachrichten
über dem Vorjahr. Dieser Anstieg 
ist aber nicht auf einen sinkenden 
Marktanteil von Diesel-Modellen 
(44,8 statt 49,9%) und einen hö-
heren Marktanteil von Benzinern 
(49,9 statt 45,8%) zurückzufüh-
ren. Grund sind vielmehr höhere 
CO2-Emissionen bei Diesel-Pkw 
(117,9 statt 116,8 g/km), während 
bei Benzinern die Emissionen mit 
121,6 g/km konstant blieben. Der 
Marktanteil von alternativen Pkw 
ist 2017 (+42%) zwar rasant an-
gestiegen, macht aber 2017 ins-
gesamt erst 1,5% aus. Wichtig 
für den CO2-Ausstoß ist auch das 
Pkw-Gewicht. Im Durchschnitt 
wogen 2017 neue Pkw 1390 kg. 
Auch hier ist der „klimafreund-
liche“ Diesel-Pkw um 283 kg 
schwerer als der Benziner, wie-
wohl letzterer 2017 um 27 kg 
zugenommen hat, während der 
Diesel-Pkw sein Gewicht halten 
konnte. FG
DEMONSTRATION
A2-Auffahrt blockiert
Seit Jahren kämpft Wiener 
Neudorf für eine Tempo-80-Be-
schränkung auf der Südauto-
bahn. Rund 500 Personen sind 
Anfang Juni dem Demonstrati-
onsaufruf der Gemeinde gefolgt 
und haben die Auffahrt Richtung 
Wien blockiert.
Die A2 vor Wiener Neudorf 
gehört zu den meistbefahrenen 
130er-Autobahnabschnitten Ös-
terreichs. Zwischen Autobahn 
und den Wohngebieten gibt es 
keine Puffer. Dementsprechend 
stark sind die Belastungen durch 
Lärm und Luftschadstoffe. Die 
vor wenigen Jahren erfolgte Ver-
breiterung der Autobahn wäre in 
einer UVP so nicht genehmigbar 
gewesen. Die Gemeindevertreter 
fühlen sich von Asfinag und Ver-
kehrsministerium hingehalten. 
„Wir wollen mit der Autobahn 
leben, aber ohne täglich 24 
Stunden einer nachweislichen 
Gesundheitsgefährdung ausge-
setzt zu sein. Das ist nur durch 
Tempo 80 und eine adäquate 
Lärmschutzwand möglich“, 
betonte der Bürgermeister. 
Die Gemeinde hat gegen die 
Säumnis des Ministeriums nun 
Beschwerde beim Verwaltungs-
gerichtshof eingebracht. HO
 
MASSNAHMEN GEFORDERT
Lärmaktionspläne 2018
Seit 6. Juni sind die Lärmkar-
ten und die meisten Entwürfe für 
die Teil-Aktionspläne unter www.
lärminfo.at  veröffentlicht und es 
können Stellungnahmen dazu bis 
zum 17. Juli 2018 bei der jeweils 
für die Erstellung zuständigen 
Behörde abgegeben werden.
Karten und Aktionspläne 
werden nun zum dritten Mal 
veröffentlicht. Die EU-Umge-
bungslärmrichtlinie 2002/49/EG 
bestimmt, dass diese alle fünf 
Jahre für vielbefahrende Stra-
ßen (mehr als 3 Mio. Kfz/Jahr), 
VOR 30 JAHREN
Neuland  
Umweltanwalt
Wirtschaft und Umwelt 
2/1988: Gegenüber 
UmweltanwältInnen 
herrschte anfangs Skep-
sis und Unzufriedenheit 
mit Beteiligungsrechten 
der BürgerInnen.      
 „Für den Bürger er-
scheint der Umweltanwalt 
vor allem als Informant 
über eingeleitete und 
beendete Verfahren. […] 
Der Umweltanwalt kann 
im Verwaltungsverfahren, 
in dem ihm kein Veto ge-
währt ist, keine Schäden 
verhindern, zumal die 
Parteistellung äußerst 
beschränkt zugestan-
den wird. Anders als die 
amerikanische Einrich-
tung der „Bürgerklage“, 
die sich unmittelbar mit 
Verwaltungshandlungen 
verbindet, ist beim Um-
weltanwalt kein zwingen-
des Mitwirkungsrecht der 
Bürger im Verwaltungs-
verfahren gegeben. Der 
Bürger bleibt im Status 
des wissbegierigen oder 
einwendungswilligen 
Bürgers. Verpflichtung, 
seine Anregungen zu be-
rücksichtigen, besteht für 
die Umweltanwaltschaft 
nicht, noch weniger 
für die Verwaltung. Die 
Suche nach Formen der 
Bürger-Mitgestaltung bei 
umweltwirksamen Eingrif-
fen, die übers „Mitspre-
chen“ hinausgehen (...) 
bleibt in Österreich auf 
der Tagesordnung.“
Leichte, kleine Pkw will wohl keiner mehr haben.
VOR 15 JAHREN
Luftbelastung  
durch Verkehr
Wirtschaft und Umwelt 
2/2003: Der Verkehr 
ist nicht nur ein Klima-
schutzproblem sondern 
vor allem auch seit 
Jahrzehnten gesund-
heitsbelastend. 
 „Die Luftreinhaltung 
war schon relativ früh 
ein Thema. Schlechte 
Luftqualität in Städten 
erregt seit dem 16. 
Jahrhundert die Gemüter. 
[…] Grenzwerte wurden 
festgelegt, geändert, 
manchmal überschritten, 
aber mit zunehmenden 
Maßnahmen auch ein-
gehalten. […] Fast alles 
scheint himmelblau zu 
sein, wären da nicht zwei 
Störenfriede, die nicht in 
das allgemeine Schema 
passen und zunehmend 
auch Probleme berei-
ten: die Partikel und 
die Belastung durch 
bodennahes Ozon. Beim 
Ozon ist die Entstehung 
sehr komplex, während 
die Partikel mitunter eine 
sehr simple Entstehungs-
geschichte haben. Man 
sollte Gemeinsamkeiten 
von Ozon- und Partikel-
belastung suchen: Beide 
verdanken ihre Entste-
hung in großem Ausmaß 
dem Verkehr. – Die bittere 
Botschaft dabei: Ange-
sichts der Verkehrspolitik 
müssen wir uns auf noch 
intimere Bekanntschaft 
mit Ozon und Partikeln 
einstellen.“
        

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