*Urs Walker ist Rechtsan-
walt und Leiter der Abteilung 
Lärm und NIS im Schwei-
zerischen Bundesamt für 
Umwelt. 
 
Die Wurzeln der Lärmbekämpfung in der Schweiz finden sich im Zivilge-
setzbuch von 1912. Dieses verbietet 
«alle schädlichen und nach Lage und Be-
schaffenheit der Grundstücke oder nach 
Ortsgebrauch nicht gerechtfertigten 
Einwirkungen durch (….) Lärm, Schall, 
(…)». Bereits 1934 erließ die Bundesre-
gierung ein Verbot für den Verkehr von 
Lkw in der Nacht und am Wochenende. 
1971 beschloss das schweizerische 
Stimmvolk mit 93 Prozent Ja-Stimmen 
die Ergänzung der Bundesverfassung 
mit einer Bestimmung zum Umwelt-
schutz: Seither soll der Bund umfassend 
für den Schutz der Bevölkerung unter 
anderem vor schädlichem oder lästigen 
Lärm sorgen. Wie sich der Bund diesen 
Lärmschutz vorstellt, zeigt das Umwelt-
schutzgesetz (USG) von 1983 und die 
LärmschutzVerordnung (LSV)  von 1986. 
Ein weiterer Meilenstein in der Lärmbe-
kämpfung ist das Ergebnis einer Volks-
abstimmung von 1998: Die Schweizerin-
nen und Schweizer haben entschieden, 
für die Lärmsanierung der Eisenbahnen 
etwa 2 Mrd. € zur Verfügung zu stellen. 
Dies ermöglichte die vollständige Um-
rüstung der Eisenbahnwagen auf leisere 
Bremstechnologien. 2013 ergänzte das 
Parlament diese Regelung mit dem Ver-
bot des Zugangs von lauten Eisenbahn-
wagen zum schweizerischen Schienen-
netz ab 2020. Schließlich fließen seit 
2008 jährlich zwischen 9 und 25 Mio. € 
aus den Einnahmen der Mineralölsteu-
er an die Kantone zur Unterstützung 
ihrer Bemühungen bei der Lärmsanie-
rung von Straßen. Insgesamt verfügt die 
Schweiz damit über eine klare Regelung 
zum Lärmschutz, die demokratisch legi-
timiert ist und in Teilen über gesicherte 
finanzielle Mittel verfügt. 
Konzept	der	
Lärmbekämpfung
Neben den Anforderungen an Lärm 
erzeugende Anlagen enthält das USG 
auch Vorschriften für die Planung von 
Wohnnutzungen oder für die Erstellung 
von neuen Wohngebäuden in lärm-
belasteten Gebieten. So dürfen neue 
Wohnzonen nur dort vorgesehen wer-
den, wo die Lärmbelastung höchs-
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Die Ruhe zieht 
das Leben an
 www.ak-umwelt.atSEITE 14  WIRTSCHAFT & UMWELT  4/2018
KURZGEFASST
Seit über 45 Jahren gibt 
die Schweizerische Bun-
desverfassung dem Bund 
den Auftrag, für den Schutz 
der Bevölkerung vor Lärm 
zu sorgen. Mit einer klaren 
Grundsatzgesetzgebung, Fi-
nanzierungsinstrumenten und 
mit einklagbaren Rechten für 
die Lärmbetroffenen konnte 
seither viel erreicht werden. 
Seit 2017 zeigt ein nationaler 
Maßnahmenplan die weiteren 
Stossrichtungen auf.
Lärm beeinträchtigt unsere Lebensqualität. Er belästigt, wirkt 
negativ auf Körper und Psyche und mindert die Attraktivität von 
Wohngebieten. Aber wie soll das Problem angepackt werden? 
Ein Blick auf die Rezeptur der Schweiz.  VON URS WALKER *
Schwerpunkt
Lärmschutz 
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