www.arbeiterkammer.at Wirtschaft & Umwelt  4/2018   Seite 3
Editorial
Lärmschutz verschlafen 
Während die Menschen entlang der großen Verkehrs-
adern wegen des Lärms oft nur schlecht schlafen und 
damit Gesundheitsgefahren ausgesetzt sind, schlum-
mert die Politik im Bereich des Lärmschutzes seit 
Jahrzehnten im Tiefschlaf. Zwar wird alle fünf Jahre 
– zuletzt 2018 – der Zustand der Lärmbelastung er-
hoben und ein neuer Lärmaktionsplan veröffentlicht. 
Es werden in den Plänen auch Maßnahmen genannt 
und es werden entlang von Schienen und Straßen 
Lärmschutzwände und -fenster errichtet. Aber ein 
echtes System, ein klarer Plan mit Prioritäten, der 
publiziert und öffentlich zur Diskussion gestellt wird, 
existiert nicht. Vor allem wenn es um die rechtlichen 
Grundlagen in den Verkehrsgesetzen und die Rechte 
der Bevölkerung geht, tut sich kaum etwas. Das muss 
nicht so sein, wie das Beispiel der Schweiz zeigt. Dort 
gibt es klare Regeln für den Lärmschutz und auch die 
Finanzierung ist weitgehend geklärt. In der Schweiz 
sind der Schutzanspruch der Bevölkerung, die Pflicht 
zur Vorsorge durch den Bund und die Kostentragung 
durch die Verursacher in der Verfassung verankert. 
Das ist eine brauchbare Basis, auf der dann auch 
klare Regeln für den Neubau und die Sanierung der 
bestehenden Verkehrswege aufbauen. Auch was die 
Rechte der BürgerInnen betrifft, geht die Schweiz an-
dere Wege. Dort können Lärmbetroffene Schutzmaß-
nahmen bei Grenzwertüberschreitungen sogar vor 
Gericht einfordern. Österreich ist – leider – anders: 
Bei uns wurde erst vor wenigen Jahren gesetzlich 
verankert, dass Gebäude deren AnrainerInnen bei der 
Neuerrichtung von Straßen – aus welchen Gründen 
auch immer – dem Einbau von Lärmschutzfenstern 
nicht zustimmen, als saniert gelten. Wir leben also 
in einer Welt der Schutzfiktion statt in einer Welt des 
Lärmschutzes. Seit kurzem gibt es neue Erkennt-
nisse der Weltgesundheitsorganisation WHO, die zu 
neuen Richtlinienwerten für den Lärmschutz geführt 
haben. Vor allem die negativen Gesundheitsfolgen 
von Schlafstörungen durch Verkehrslärm sind Anlass 
genug zum Überdenken der Schwellenwerte und des 
Lärmschutzregimes in Österreich. Aufwachen ist an-
gesagt!   
 
Sylvia Leodolter 
Chefredakteurin
Leiterin der Abteilung Umwelt & Verkehr der AK Wien
Verkehrslärmschutz  
Bei Aktionsplänen und Lärmschutz-
recht besteht Handlungsbedarf.   
 Seite 10
Schweizer Vorbild  
Im westlichen Nachbarland sorgt 
der Bund für mehr Ruhe im Land.   
 Seite 14
Neue WHO-Leitlinien
Diskussion über Grenzwerte und 
Gesundheit ist nötig.        Seite 18
 
Infineon geht grüne Wege 
Projekt Green Way soll die Mobilität 
der Mitarbeiter revolutionieren.   
 Seite 22
Gift im Spielzeug
Die Umweltberatung gibt Tipps für 
den Spielzeugkauf ohne „Neben-
wirkungen“.   Seite 26
Gesunde Luft 
Was muss die Politik tun, dass die 
Atemluft in Österreich sauberer 
wird und bleibt?  Seite 28
Dekarbonisierung
Eine Studie erhebt Finanzbedarf für 
Dekarbonisierung des öffentlichen 
Verkehrs in Landeshauptstädten 
samt Umland.
 Seite 34
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