Full text: Grünes Reisen (2)

www.ak-umwelt.atSeite 6  Wirtschaft & Umwelt  2/2019
Nachrichten GLYPHOSAT 2
Glyphosatfreie  
Gemeinde
Das umstrittene Pestizid Gly-
phosat wird als Unkrautvernich-
tungsmittel in Gemeinden vor 
allem in der Park- und Straßen-
pflege eingesetzt um unwillkom-
mene Gräser zu beseitigen. Die 
Umweltorganisation Greenpeace 
lädt seit über zwei Jahren Ge-
meinden dazu ein, auf Glyphosat 
bei der Pflege von Parkflächen 
und Straßen zu verzichten und 
erfasst dazu Daten. Mit Ende 
April verzichteten österreichweit 
bereits mehr als 700 Gemeinden, 
also jede dritte Gemeinde, auf 
den Einsatz von Glyphosat. Dabei 
führt im Bundesländerranking 
Niederösterreich mit 61 Prozent 
glyphosatfreier Gemeinden, vor 
Kärnten und Voralberg – jeweils 
mit 36 Prozent glyphosatfreier 
Gemeinden. Das Schlusslicht 
bildet derzeit Tirol mit 14 Prozent 
glyphosatfreier Gemeinden. Der 
unerwünschte Pflanzenwuchs 
wird in all diesen Gemeinden ent-
weder mechanisch oder mit mo-
dernen, giftfreiem Heißdampf-
verfahren entfernt. Insgesamt 
fordern Umwelt-NGOs, die SPÖ 
und die Grünen die Anwendung 
von Glyphosat generell zu ver-
bieten. SI 
ARBEITSPLATZ STRASSE
Gefahren für „Outdoor-
ArbeiterInnen“
Das British Safety Council, eine 
Non-Profit-Organisation für 
Gesundheitsschutz am Arbeits-
platz, kampagnisiert seit März 
2019 für mehr Bewusstsein 
von Gesundheitsgefährdungen 
bei „StraßenarbeiterInnen“, die 
durch Luftverschmutzung her-
vorgerufen werden. Denn die 
unterschiedlichen Tätigkeiten 
von Outdoor-ArbeiterInnen (z.B. 
Verkehrspolizist, Straßenkehrer, 
Bauarbeiter, etc.) fallen in eine 
Aus für Benzin und 
Diesel  
In British Columbia, der 
westlichsten Provinz 
Kanadas, wurde ein 
Gesetz verabschiedet, das 
den Verkauf von Autos 
und Lastwagen, die mit 
Diesel oder Benzin fahren, 
ab 2040 verbietet. Damit 
soll ein Beitrag zur 
Luftreinhaltung und zum 
Klimaschutz geleistet 
werden. Als Zwischenziel 
müssen Autohändler dafür 
sorgen, dass 2025 
zumindest zehn Prozent 
der verkauften Autos und 
Lastwagen Nullemissions-
fahrzeuge sind. Als solche 
gelten batterieelektrische 
Fahrzeuge, Plug-In-Hybri-
de und Fahrzeuge mit 
Wasserstoffbrennstoffzel-
len. Im ersten Quartal 
2019 waren bereits sechs 
Prozent der in British 
Columbia verkauften 
Autos Nullemissionsfahr-
zeuge. Autohändler haben 
Schwierigkeiten, mit der 
Nachfrage Schritt zu 
halten.
Investitionsschutz bei 
Nord Stream 2  
Neben der bestehenden 
Gaspipeline, die von 
Russland durch die 
Ostsee nach Deutschland 
führt, wird derzeit eine 
zweite Leitung namens 
„Nord Stream 2“ gelegt. 
Sie ist politisch umstritten: 
osteuropäische Staaten, 
aber auch die USA sehen 
in ihr eine Erhöhung der 
Abhängigkeit der EU-
Energieversorgung von 
Russland und lehnen sie 
daher ab. Dem hat sich 
auch die EU-Kommission 
angeschlossen. Eine 
Änderung der EU-Richtli-
nie über den Erdgasmarkt 
vom April dieses Jahres 
(Richtlinie 2019/692) 
unterwirft grenzüber-
schreitende Pipelines den 
gleichen Regeln wie 
solche innerhalb der EU. 
Die Errichtergesellschaft 
der Pipeline Nord Stream 
2 sieht darin einen 
wirtschaftlichen Nachteil 
und geht nun im Rahmen 
des sogenannten Ener-
giecharta-Vertrages gegen 
die EU vor. Wenn bis  
Mitte Juli keine einver-
nehmliche Lösung 
gefunden wird, beginnt 
nach diesem Vertrag ein 
Investitionsschutzverfah-
ren, ein wichtiger Präze-
denzfall für die EU-Ener-
giepolitik.
Schmutziger  
Schiffsdiesel  
Kreuzfahrtschiffe belasten 
die Luft in europäischen 
Häfen mit hohen Mengen 
an Schwefeldioxid (SO2), 
zeigt eine Studie der NGO 
„Transport and Environ-
ment“ (T&E). So tragen 
etwa in Barcelona die 
Kreuzfahrtschiffe fünfmal 
mehr zur SO2-Belastung 
bei als alle Autos, die dort 
unterwegs sind. Die 
Verringerung des zulässi-
gen Schwefelgehalts von 
Schiffsdiesel, die internati-
onal 2020 in Kraft tritt, 
wird daran wenig ändern, 
da in Häfen bereits jetzt 
die Verwendung von 
Schiffsdiesel mit hohem 
Schwefelgehalt verboten 
ist. T&E weist darauf hin, 
dass alle notwendigen 
Technologien bereits 
verfügbar sind, um in 
Häfen die Emissionen 
klassischer Luftschadstof-
fe durch Kreuzfahrtschiffe 
zu vermeiden.
Klimaneutralität  
Am 6. Juni wurde in 
Finnland eine neue 
Regierung angelobt, 
nachdem eine Krise der 
rechts-nationalen Regie-
rung Neuwahlen erforder-
lich gemacht hatte. Die 
nun gebildete links-grüne 
Regierung unter Führung 
der sozialdemokratischen 
Partei verankerte im 
Regierungsprogramm das 
Ziel der Klimaneutralität 
bis 2035, und zwar nur 
durch Maßnahmen im 
Inland. Finnland, das in 
der zweiten Jahreshälfte 
die EU-Präsidentschaft 
innehat, will mit diesem 
Schritt auch auf EU-Ebene 
vorangehen. CS
EU, EUROPA UND DIE GANZE WELT
AUF EINEN BLICK 
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