Editorial
Liebe Leserin! Lieber Leser!
CETA ist nach wie vor ganz oben 
auf der Agenda! B. Tr�ster beantwor-
tet die Frage: was bringt uns CETA 
wirtschaftlich tats�chlich? Ph. Heim-
berger vergleicht die verschiedenen 
wirtschaftspolitischen Strategien, die 
die USA, GB und EU nach der Finanz-
krise verfolgt haben und findet eine 
Erkl�rung f�r die unterschiedliche 
Performance der L�nder. Die De-
batte �ber �nderungen des Stabi-
lit�tspakts, die Hoffnung auf eine 
wohlstandsorientierte Budgetpolitik 
aufkommen l�sst, kommentiert G. 
Feigl. Brennpunkt menschenunw�r-
dige Arbeitsbedingungen: O. Tischler 
zeigt am Beispiel der Bananenpro-
duktion in Ecuador die unfairen 
Handelspraktiken in Lieferketten 
auf; die Kampagne �Make Fruit Fair� 
macht einmal mehr auf die Missst�n-
de aufmerksam. R. Ettl war auf der 
ILO-Konferenz in Genf, wo darum 
gerungen wurde, wer die Verantwor-
tung f�r die menschenunw�rdigen 
Arbeitsbedingungen zu tragen hat. 
AK und �GB starten eine Kampagne 
f�r Steuergerechtigkeit. F. Ey zeigt 
auf, wer aller sich der Steueroasen 
bedient. W. Greif beleuchtet die ab-
sehbaren Auswirkungen des BREXIT 
� auf den Euro-Betriebsrat. 
Gute Lekt�re w�nscht 
Ihre Redaktion 
eu& 
internationalinfobrief
Ausgabe 4 | Oktober 2016
IS
SN
 2
40
9-
02
8X
Aus dem Inhalt 
�
CETA: wenig bis kein Wachstum,  
daf�r aber viele Unsicherheiten 1
�nderungen im Stabilit�tspakt? 4
USA, GB und Eurozone: Ein Vergleich 
wirtschaftspolitischer Strategien 6
Auswirkungen von Brexit auf  
Europ�ische Betriebsr�te 13
S�dwind-Kampagne gegen  
unfaire Handelspraktiken 15
Gegen Steueroasen � f�r Steuer-
gerechtigkeit: No To Tax Havens 18
Verantwortung f�r menschen w�rdige 
Arbeitsbedingungen 21
Impressum: Herausgeber/Medieninhaber: Kammer f�r Arbeiter und Angestellte Wien, 1040 Wien, Prinz Eugen Strasse 20�22 �  
Redaktion: Elisabeth Beer, Thomas Delapina, �va Dessewffy, Frank Ey, Lukas Oberndorfer, Oliver Prausm�ller, Christa Schlager, Nikolai Soukup, 
Norbert Templ, Alice Wagner, Valentin Wedl � Kontakt: Lukas Oberndorfer, Norbert Templ, Alice Wagner � Layout/Satz: Julia Stern � Verlags- 
und Herstellungsort: Wien � Erscheinungsweise: 5 mal j�hrlich � Kostenlose Bestellung unter: http://wien.arbeiterkammer.at/euinfobrief
Wenig bis nichts � aber viele Unsicherheiten: Eine neue  
Studie1 zu den �konomischen Auswirkungen des Freihandelsabkom-
mens der EU mit Kanada (Comprehensive Economic and Trade 
Agreement � CETA) best�tigt, dass von diesem Abkommen kaum 
wirtschaftliche Impulse f�r EU Staaten zu erwarten sind. Dennoch 
entstehen durch CETA Risiken, besonders f�r geringer qualifizierte 
ArbeitnehmerInnen in �sterreich und der EU und weitere Belastun-
gen f�r die bereits heute  angespannten Arbeitsm�rkte in der EU. 
 Bernhard Tr�ster
Selbst mit optimistischen Modell-
rechnungen sehr bescheidene 
Erwartungen n Die EU-Kommission 
wirbt seit langem f�r das CETA-Ab-
kommen mit mehr Handel und der 
Schaffung von Arbeitspl�tzen. Da-
bei sagen die von der Kommission 
in Auftrag gegebenen CETA-Studien 
nur eine verschwindend geringe 
Steigerung des Bruttoinlandspro-
dukts (BIP) der gesamten EU durch 
CETA von 0,03%2  bis 0,08%3 vor-
aus. Es handelt sich hierbei jeweils 
um einmalige Wachstumsraten, die 
sich erst �ber einen Zeitraum von 
rund 10 Jahren realisieren lassen. 
Umgerechnet entspricht dies ei-
nem Einkommensgewinn von rund 
20 Euro pro EU-B�rgerIn � nach 10 
Jahren. Dies ist bemerkenswert, da 
die angewandten Modelle die Effekte 
von Handelsliberalisierung auf Grund 
ihrer Annahmen und Struktur eher 
verst�rken.4 
Bei den �blicherweise verwende-
ten Modellen zeigt sich zudem, dass 
wichtige Effekte von Handelsabkom-
men auf Grund der Modellstruktur 
gar nicht behandelt werden k�nnen 
oder nicht ausgewiesen werden, 
Wirtschaftliche Effekte von CETA
Was bringt CETA f�r 
�sterreich und die EU? 
Auch EU-Kommissions-
studien sagen geringe 
Einkommensgewinne 
durch CETA voraus;  
diese entsprechen  
20 Euro pro EU-B�r-
gerIn � nach 10 Jahren.
        

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