Volltext: Erwerbstätigkeit von Schülerinnen und Schülern in der oberen Sekundarstufe in Wien

Erwerbstätigkeit von SchülerInnen in Wien VI. Leitfaden für ExpertInnengespräche 1. Ergebnisse In einer repräsentativen Befragung an den postobligatorischen Vollzeitschulen in Wien, die vom öibf durchgeführt wurde, hat sich herausgestellt, dass fast ein Drittel der Schüler und Schülerinnen während der Schulzeit regelmäßig oder gele- gentlich einer bezahlten Arbeit nachgehen. Ein noch größerer Anteil ergibt sich, wenn man auch diejenigen hinzuzählt, die während der Sommerferien über Pflichtpraktika hinaus arbeiten (Ferialjobs/Gelegenheitsjobs). Die Tätigkeiten erstrecken sich von Gastronomie (31%) über Verkauf (20%), Baby- sitten (18%), Hilfstätigkeiten (12%), Büroarbeiten (9%) bis zu Promotiontätig- keiten (9%) und zur Nachhilfe (6%). Nur ein geringer Teil von ihnen gibt an, Schwierigkeiten mit der Vereinbarkeit von Arbeit und Schule zu haben (maximal 20%). Die Motive für diese Arbeit während der Schulzeit (ähnlich wie bei der Arbeit während der Sommerferien) werden folgendermaßen angegeben: • eigenes Geld zu verdienen und unabhängig zu sein (ca. 80%) • aus Spaß und Interesse (ca. 70%) • um praktische Berufserfahrungen zu sammeln (ca. 65%) • um Kontakte für eine künftige Berufstätigkeit herzustellen (ca. 53%) Die Befragung zeigt auch, dass kaum aus finanzieller Not (z.B. Sicherung des Familieneinkommens) oder anderen Zwangslagen heraus gearbeitet wird. Eher scheint es sich bei dem Phänomen um Veränderungen im Selbstverständnis von Jugendlichen und ihren Werten (Unabhängigkeit, Konsummöglichkeiten, breite Erfahrungen sammeln usw.) zu handeln. 2. Leitfaden 1. Wie lässt sich die Situation der jungen Erwachsenen, die zugleich in einer voll- zeitschulischen Ausbildung stehen und erwerbstätig sind, aus Sicht der Pädago- gInnen/Lehrenden beurteilen? Zum Einstieg: Überraschen Sie die Ergebnisse aus der vom öibf durchgeführten Schülerbefragung? Was sehen Sie aus Ihrer Perspektive als……., welche Motive stehen hinter diesem Phänomen? Wie können Sie sich das erklären? Die Schüler, die neben der Schule erwerbstätig sind, sagen mehrheitlich aus, dass sie keine oder nur geringe Schwierigkeiten hätten, die Schule und Arbeit mitein- ander zu vereinbaren. Wie sind Ihre Wahrnehmungen diesbezüglich? Wie sehen das Ihre Kolleginnen und Kollegen? 2. Was bedeuten die Ergebnisse für die Schulen und die Lehrenden? Welche Möglichkeiten sehen Sie, wie Lehrende mit dem Phänomen der Erwerbsar- beit ihrer Schüler umgehen sollten/könnten? Sehen sie evt. pädagogisch nutzbare Potenziale oder eher Probleme? Das heißt: öibf 47

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